Künstler, Schauspieler, Sänger und Torwarttrainer : Jo Stock: Der Mann am Klavier

Jo Stock singt gern und spielt Mundharmonika. Er kann  auch mit dem Klavier umgehen. Foto: geri
Jo Stock singt gern und spielt Mundharmonika. Er kann auch mit dem Klavier umgehen. Foto: geri

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28. Januar 2011, 12:25 Uhr

Jo Stock ist Künstler, Schauspieler und Sänger – beim FC Hansa trainiert er die Keeper. „Torwartcoach war eigentlich schon in jungen Jahren mein Ziel. Als 18-Jähriger habe ich bereits B- und C-Jugendliche betreut, Pläne geschrieben und spezielle Geräte gebaut.“

Doch zwischenzeitlich kam der 47-Jährige von diesem Weg ab und verdingte sich als Schauspieler. Seine größte Rolle war zweifellos die des deutschen Nationalkeepers Toni Turek im „Wunder von Bern“ von Regisseur Sönke Wortmann (2003). Dieser Film brachte Stock aber auch wieder zurück zum Fußball: „Bei den Dreharbeiten habe ich Christian Broos, der damals beim Wuppertaler SV spielte, kennengelernt. Wir sind richtige Freunde geworden. Irgendwie ist meine Liebe zum Fußball wieder geweckt worden.“

Aktuell sieht er in der Coach-Tätigkeit seinen Hauptberuf: „Fußball ist mein erstes Standbein, weil ich denke, dass ich auf diese Karriere mehr Einfluss nehmen kann als auf die als Künstler“, sagt er. Allerdings versucht Stock, Sport und Schauspielerei zu verbinden. „Insgesamt verfüge ich über eine gute Beobachtungsgabe. Fast überall – im Konzert oder an der Supermarktkasse – betrachte ich sehr genau meine Mitmenschen. Daraus kreiert man oft die Rollen. Das kann ich als Trainer gut gebrauchen, um herauszufinden, wie sich der Keeper gerade fühlt.“

Torwart muss geil auf Schüsse sein

Jo Stock will erreichen, dass ein Schlussmann sein volles Potenzial abruft: „Ich habe einen guten Job gemacht, wenn der Torwart geil auf Schüsse ist, Bälle auf seinen schwachen Fuß haben will und nur auf Flanken wartet, die er herunterpflücken kann. Er sollte einfach selbstbewusst ins Spiel gehen.“

In den vergangenen Jahren hat er seinen Fußball-Karriereplan intensiv verfolgt. Stock hat alle möglichen Lizenzen gemacht und war in Babelsberg sowie beim 1. FC Magdeburg tätig: „Zudem hospitierte ich bei Hertha BSC Berlin, Alemannia Aachen, Schalke 04 und dem 1. FC Köln“, berichtet er. Innerhalb von fünf Jahren wollte Stock es in die 3. Liga schaffen, was ihm mit Magdeburg – damals Regionalliga – gelang.
Seit diesem Sommer ist er nun in Rostock und möchte gerne sesshaft werden. „In den vergangenen sechs Jahren bin ich siebenmal umgezogen, habe ich in fünf verschiedenen Bundesländern gelebt. Das soll jetzt eigentlich vorbei sein“, so Stock, der sich mit Hansa seinen Traum von der 2. Liga erfüllen möchte.

An die Schauspielerei verschwendet er kaum noch einen Gedanken. „Das lasse ich mehr oder weniger so laufen und habe mich zuletzt um keine Rollen mehr bemüht.“

Verwechslung mit Indiana Jo

Jo ist ein ungewöhnlicher Vorname und die Kurzform von Joachim. Seit 1999 steht dieser Name sogar regulär in seinem Ausweis. „Meinem ersten Trainer beim HSV Langenfeld war Joachim zu lang, und er fragte mich, ob er mich mit Jo auf dem Platz anreden darf. Damit hatte ich kein Problem“, so der gebürtige Monheimer (Nordrhein-Westfalen), der noch eine Anekdote zu berichten weiß: „Ende der 1970-er Jahre gab es eine Fernsehreihe, die Kindern den Straßenverkehr mit den dazugehörigen Schildern näherbrachte. Und der Typ, der das machte, hieß Indiana Jo. Der sah ein bisschen so aus wie ich damals. Einmal sah mich der Sohn meines Trainers durch das Fenster und rief ,Indiana Jo, Indiana Jo’. Da hatte ich meinen Namen weg.“

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