Held aus Plau am See : "International star from Germany"

Thieme beim Sprung.
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Thieme beim Sprung.

In den Staaten hat sich André Thieme längst einen Namen gemacht. Nachdem der Mecklenburger mit dem Wallach Aragon Rouet 2011 das Million-Dollar-Springen von Saugerties gewann, kennt man den blonden Deutschen hier gut.

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30. Januar 2013, 11:31 Uhr

Plau | Heute wird der sechste Geburtstag von Sohnemann Max-André gefeiert, tags darauf düst Papa André Thieme via Berlin-Tegel Richtung Miami. "Zum fünften oder sechsten Mal - so genau weiß ich es gar nicht mehr - breche ich mit eigenen Pferden zur US-Wintertour im sonnigen Florida auf", sagt der 37-jährige Mann aus Plau am See und ergänzt: "Am 25. März bin ich wieder zurück."

In den Staaten hat sich Thieme in der Reitszene längst einen Namen gemacht. Nachdem der Mecklenburger mit dem Belgischen Wallach Aragon Rouet am 11. September 2011 das Million-Dollar-Springen von Saugerties (US-Staat New York) gewann, kennt man den blonden Deutschen in den Staaten. Neben dem Großen Preis von Calgary/Kanada gibt es in Saugerties mit einer Siegprämie von 350 000 US-Dollar (rund 262 000 Euro) für den Gewinner das höchste Preisgeld, das weltweit im Pferdesport für ein einziges Springen ausgeschüttet wird.

Anschließend ließ Thieme seinen Aragon bekanntlich gleich dort, ein US-Interessent kaufte den Braunen für stolze 300 000 - in Euro. Solch einen Coup - zumal ihm Aragon auch noch selbst gehörte, was in Reiterkreisen eher selten ist - gibt es wahrlich nicht alle Tage. Das Salär für den Hausbau mit Blick auf den Plauer See war zusammen - jetzt im April soll nach einigen Hickhack mit der Genehmigungsbehörde endlich der Spatenstich erfolgen.

Doch erst einmal wartet auf den in Redefin Aufgewachsenen wieder die US-Wintertour. Und da merkte der Nordostdeutsche bereits vor Jahresfrist, dass er bei den Turnieren in Ocala und Wellington auf einmal ein ganz anderes Standing hat. Denn die Amis lieben Heldenstories - und wer in Sauger ties triumphiert, ist zumindest schon mal ein kleiner Held. Im Vorjahr fand sich denn auch bei jedem Bericht über einen Sieg oder Platzierung auf den Turnieren in Texas bei der Berichterstattung über Thieme zur Einordnung stets der Zusatz "The international star from Germany" oder "The international star from East-Germany" bzw. noch genauer "… from Plau am See". Wer hätte das je gedacht, der 6300 Seelen zählende Luftkurort findet sich wieder in texanischen Reitberichten…

Thieme: "In den USA ist das Million-Dollar-Springen in der Springsportszene ein ganz großer Name. Das ist, als ob du in Deutschland den Großen Preis von Aachen oder das Derby gewinnst." Letzteres in Hamburg-Klein Flottbek, das schwerste Springen der Welt, hat der Seestädter übrigens bereits dreimal für sich entschieden.

In Texas will sich der Plauer erneut für Saugerties qualifizieren, nachdem er im Vorjahr mangels Pferden aufs Finalspektakel verzichtete. "Contagna und Conthendrix sind zwar beide erst neun Jahre, aber bis zum Herbst sind ja noch ein paar Monate hin", hofft Thieme auf einen Entwicklungsschub.

Am 3. Februar steht beim CSI Wellington der erste Große Preis an, danach geht es Woche für Woche so weiter. Er werde "in Ocala bestimmt sieben Große Preise reiten. In die Staaten nehme ich Quonschbob und Contagna sowie ein Pferd einer Kundin mit, die sind bereits via Amsterdam über den Großen Teich geflogen. In den Pferdeboxen habe ich auch die meisten Sachen für mich verstaut. So fliege ich jetzt mit nur einem Koffer rüber."

André Thieme ist längst ein Amerika-Fan geworden. "Ich mag es, dass dort alle so sportbegeistert sind, in jeder Kneipe laufen zehn riesengroße Fernseher mit allen möglichen Sportarten zugleich. Für mich als Sportfanatiker ist das das Paradies." Zudem liebt der Plauer das Essen dort, "wie das Fleisch gebraten wird und auch wegen der Multi-Kulti-Küche".

Allerdings hat er auch längst mitbekommen: "In den Staaten geht alles ein bisschen oberflächlich zu. Besonders wenn man länger da ist, merkt man die gespielte Nettigkeit. Wenn in Deutschland einer einen nicht mag, merkt man das. In den USA würdest du es nicht merken!"

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