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Schweriner SC : In engen Phasen die Nerven behalten

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Wir haben heute gezeigt, dass wir in den engen Phasen des Spiels die Nerven behalten können.

svz.de von
erstellt am 24.Nov.2013 | 07:36 Uhr

Suhl | Felix Koslowski wusste nach dem Spiel nicht so richtig, ob er erstaunt oder erfreut sein sollte. Erstaunt, dass sein Konzept in den vergangenen Wochen so gut funktioniert. Erfreut darüber, dass seine Mannschaft, die im Durchschnitt noch sehr jung ist, schon so clever und abgebrüht ist. "Wir haben heute gezeigt, dass wir in den engen Phasen des Spiels die Nerven behalten können. Woran das gelegen hat, darüber kann ich nur rätseln", so der Trainer des Schweriner SC. Mit 3:1 (-19, 12, 23, 22) hatte sein Team nach 103 Spielminuten in der berüchtigten Suhler "Wolfsgrube" gewonnen. Der 29-Jährige fügte, wohl auch mit Respekt für seinen ehemaligen Verein, für den er bis zum Sommer drei Jahre die Verantwortung hatte, hinzu: "Suhl hat eine physisch gute Mannschaft. Mitunter sind sie diesbezüglich sogar noch ein bisschen besser als wir", sagte er.

Tatsächlich war für die gastgebenden VolleyStars Thüringen, wie der VfB Suhl seit dieser Saison heißt, in dieser Partie am Samstagabend viel mehr drin, der Schweriner Sieg war beileibe keine Selbstverständlichkeit. "Stimmt", sagte Sebastian Leipold (geb. Porath), der wie Koslowski gebürtiger Schweriner ist und nun die sportlichen Geschicke in Suhl leitet, "heute war für uns mehr drin."

Am Ende standen seine VolleyStars zum zweiten Mal in dieser Saison ohne Punkt da. Aber, so war die einhellige Meinung unter den 1100 Zuschauern, vielleicht haben sich die Suhlerinnen etwas aufgehoben für das Pokal-Halbfinale, das nach der erneuten Auslosung nun am 14. Dezember an gleicher Stelle stattfinden wird. Leipold: "Heute hat Schwerin gewonnen, am 14. Dezember siehts vielleicht anders aus."

Dass es am Samstag gut ausging für das SSC-Team, hatten sie in erster Linie dem katastrophalen zweiten Satz der VolleyStars zu verdanken, die nach recht deutlich gewonnenem ersten Durchgang plötzlich nichts mehr auf die Reihe bekamen und völlig einbrachen. Der SSC konnte schalten und walten wie es wollte. Die wuchtigen Angriffe von Suhls Tschechin Vendula Merkova, die alleine 20 Punkte verbuchte, hatten plötzlich keine Durchschlagskraft mehr. Das schnelle Spiel durch die Mitte, das oftmals von VolleyStar Bianca Rowland vollendet worden war und den Gästen ein ums andere Mal den Zahn zog, war nun nicht mehr das Mittel zum Erfolg. Hinzu kamen Probleme mit der Annahme auf Gastgeber-Seite, und Schwerin blockte oft genau in die Suhler Angriffsversuche hinein. Insgesamt zogen sie den Gastgeberinnen damit spürbar die Nerven.

Sebastian Leipold versuchte zwar alles, wechselte mehrmals sein Personal, die bessere Antwort hatten aber ein ums andere Mal die Koslowski-Schützlinge. In dieser Phase hatte die von Leipold zur wertvollsten Schwerinerin gewählte Ziegler ihren großen Auftritt, punktete eindrucksvoll aus allen Lagen und Positionen - insgesamt kam sie auf 18 Zähler.

Die Sätze drei und vier waren dann wieder lange ausgeglichen. Erst gegen Ende der jeweiligen Durchgänge präsentierten sich die Gäste cleverer und etwas abgeklärter - sehr zur Freude ihres Trainers. Im dritten Satz waren es die Aufschlagserien, erst von Jana Franziska Poll, dann von Veronika Hroncekova und die schönen Blockaktionen von Ivana Isailovic. Ausgerechnet jene Spielerin, die in der vergangenen Spielzeit noch das Suhler Trikot trug, wuchs an diesem Abend über sich hinaus, machte eine tolle Partie für ihr neues Team.

"Wichtig war, dass wir vor allem im dritten und vierten Satz in Aufschlag, Block und Angriff die entscheidenden Akzente setzen konnten", sagte Trainer Felix Koslowski. Allein in Durchgang drei mit einem zwischenzeitlichen 16:19-Rückstand verzeichnete der SSC sieben erfolgreiche Blocks.

"Ich habe die Atmosphäre hier wieder sehr genossen, es hat sehr viel Spaß gemacht", fand Felix Koslowski noch ein paar lobende Worte für sein altes Wohnzimmer. Ein Wiedersehen gibts schon in drei Wochen.

 

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