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Schweriner Rudertalent Hannes Ocik gewinnt in Amsterdam WM-Titel : Im schnellsten U23-Vierer der Welt

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Der deutsche Vierer ohne Steuermann mit dem 20-jährigen Schweriner Hannes Ocik hat es bei der U23-WM der Ruderer in Amsterdam gepackt. Im Vorlauf hatte die Crew aus Schwerin, Hannover und Hamburg noch taktiert ...

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erstellt am 25.Jul.2011 | 06:27 Uhr

Amsterdam | Der deutsche Vierer ohne Steuermann mit dem 20-jährigen Schweriner Hannes Ocik hat es bei der U23-WM der Ruderer in Amsterdam gepackt. Im Vorlauf hatte die Crew aus Schwerin, Hannover (Jann-Edzard Junckmann, Alexander Egler) und Hamburg (Kay Rückbrodt) noch taktiert und den Italienern den Vortritt gelassen. Doch schon im Halbfinale zeigten Hannes & Co. ihr Potenzial, siegten souverän und freuten sich auf das "Große Finale" der besten sechs ungesteuerten Vierer. Mit einem gelungenen Blitzstart erkämpften sie sich das entscheidende Plus gegenüber den Azzurri.

"Es war immer verdammt knapp und nie war es mehr als eine Bootslänge. Aber wir konnten jede Attacke kontern und waren schnell unterwegs. Bei Top-Bedingungen und dem starken Rückenwind als Hilfe ruderten wir zu einer neuen Weltbestzeit", resümierte Hannes erschöpft, aber überglücklich strahlend mit seiner Goldmedaille in der Hand. In 5:48,12 min für die 2000 Rennmeter war die DRV-Crew 25 Hundertstel eher im Ziel als die Italiener, die Silber vor Griechenland holten.

Zu den ersten Gratulanten zählte Heimtrainer Karsten Timm (Rostock): "Hannes hat sich perfekt in Form gebracht, das Trainingsjahr super genutzt um sich weiterzuentwickeln und verdient den WM-Titel gewonnen." Für den Athleten von der Schweriner Ruder-Gesellschaft war es WM-Medaille Nummer drei seit 2009.

Wiebke Hein auf den Spuren von Marie-Louise Dräger

Am Tag nach dem eigenen Triumph drückte Hannes seiner Freundin Wiebke Hein (Rostock) die Daumen. Die 19-jährige Abiturientin vom Olympischen RC ruderte sich über Vor- und Halbfinallauf in den Kreis der Medaillen-Aspirantinnen. Mit Nora Wessel vom RV Weser an Bord des DRV-Doppelzweiers der leichten Frauen reichte es im zweiten Halbfinale nur zu Rang drei hinter Neuseeland und den USA. Im A-Finale auf Bahn eins rudernd, versuchten es die Deutschen mit einem offensiven Angang. Doch belohnt wurde es nicht, denn das DRV-Duo fiel ab Streckenhälfte aus den Medaillenrängen. Die Griechinnen siegten vor Spanien und Neuseeland. Traurig und enttäuscht verfolgten Wiebke und Nora die Siegerehrung. Als U23-WM-Fünfte, hinter Holland und vor den USA, im Ziel und damit fern der eigenen Träume, kullerten bei beiden die Tränen. "Wir hatten uns viel vorgenommen, doch auf der Außenbahn und bei dem Seitenwind war einfach nichts zu machen", ließ Wiebke ihrem Frust freien Lauf und suchte Trost in Hannes Armen.

Nach WM-Gold bei den Junioren im Vorjahr ein Rückschlag? "Nein", denkt Trainer Timm: "Sie hat den Wechsel von den schweren zu den leichten Damen gepackt und ruderte sich im Einer unter die deutschen Top 10. Sie hat das Potenzial, in die Spuren unserer mehrfachen Weltmeisterin Marie-Louise Dräger zu rudern."

Achter aus Übersee stoppen deutsche WM-Träume

Nur in einem Bahnverteilungsrennen konnten die acht Damen plus Steuerfrau des Damen-Deutschlandachters die Konkurrenz testen. Wie schon zwei Tage zuvor ruderte das von Karsten Timm betreute DRV-Boot nur als Außenseiter. Doch das Tempo der Übersee-Nationen Kanada, Neuseeland und USA war für die Timmsche Crew eindeutig zu schnell. Schon an der ersten Zwischenmarke bei 500 Metern auf Position vier platziert, war der WM-Medaillentraum für den DRV-Frauenachter mit Anne-Sophie Agarius (Schwerin) und Julia Lepke (Rostock) schon zeitig beendet.

Die Mädels mit dem Ahornblatt auf dem Renneinteiler siegten vor den "Kiwis" aus NZL und den US-Girls. Fünf Sekunden später folgten Anne-Sophie, Julia und Co. vor den Britinnen.

Mit dem gleichen Resultat endete die U23-WM für den Rostocker Paul Heinrich. 1800 Meter lag der "Kleine" Deutschland-Achter auf dem Bronzerang, doch dann schoben sich die Briten an dem DRV-Flaggschiff vorbei. Gold gewannen die US-Boys vor den überraschend starken Tschechen.

Trotzdem waren die DRV-Verantwortlichen um Cheftrainer Hartmut Buschbacher mit der Bilanz, 6x Gold, 4 x Silber, 3x Bronze sowie Rang 1 in der Nationenwertung sehr zufrieden. Die Rennen auf der Bosbaan in Amsterdam waren für die Ruderer aus Meck-Pomm der Auftakt in einen heißen WM-Sommer. Anfang August folgen die Junioren in Eton (GB) und die Senioren mit Marie-Louise Dräger, Stephan Krüger und Co. rudern am ersten Septemberwochenende um WM-Medaillen.


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