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SSC schlägt Vilsbiburg im Play-off-Halbfinale : Im Golden Set grandios aufgetrumpft

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Finale, oho! Am Samstag gewann der Schweriner SC den "Golden Set" im Play-off-Halbfinale gegen Vilsbiburg mit 15:7 und zog ins Endspiel um die deutsche Volleyball-Meisterschaft ein. Dort wartet nun der Dresdner SC.

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erstellt am 10.Apr.2012 | 11:14 Uhr

Finale, oho! Der Schweriner SC steht im Endspiel um die deutsche Volleyball-Meisterschaft. Und da bekommt es der Pokalsieger und amtierende deutsche Meister erneut mit dem Dresdner SC zu tun. Die Sachsen schickten den USC Münster nach einem 3:2-Hinspielsieg im Rückspiel mit 3:0 (23, 14, 20) in den Urlaub.

Das Finale ist die Neuauflage des Vorjahres. Und es könnte ein gutes Omen sein. Denn auch 2011 schaltete der SSC als Vorrundendritter den Zweiten Vilsiburg im Halbfinale aus. Und es kam zum großen Duell zwischen dem SSC und dem Vorrundenersten Dresden. Es kann alles nicht besser angerichtet sein. Das erste Gipfeltreffen findet morgen um 19 Uhr in der Arena am Lambrechtsgrund statt, das Rückspiel am Sonnabend um 17.30 Uhr in Dresden.

"Das Spiel war nicht gut. Wir haben es nicht geschafft, an unsere Leistung aus dem Hinspiel anzuknüpfen. Aber wir wussten, es noch nicht verloren. Wir haben uns in den Kopf gerufen, wie es im Pokalfinale war und auch gegen Suhl", meinte gestern Nachmittag SSC-Mannschaftskapitän Julia Retzlaff, als sie das Ereignis vom Sonnabend ein paar Stunden hat sacken lassen können. Doch nun gilt als Augenmerk auf Dresden. "Das wird nochmal schwerer", ist sich die 24-Jährige bewusst und fügt an: "Wenn du im Finale stehst, willst du mehr."

In den ersten vier Sätzen nicht in den Rhythmus gefunden

Doch vor dem Finaleinzug mussten die Schwerinerinnen Schwerstarbeit leisten. Das Team von Chefcoach Teun Buijs kassierte am Samstag im Rückspiel bei den Roten Raben Vilsbiburg zwar eine 1:3 (-19, 22, -15, -17)-Niederlage, war jedoch im "Golden Set" voll da und setzte sich vor 1680 Zuschauern in der Ballsporthalle in gerade elf Minuten glatt mit 15:7 durch.

Bill Ramsey hat’s dereinst schon besungen: "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett." Die SSC-Mädels offensichtlich auch nicht. Und strapazieren bisweilen das Nervenkostüm von Teun Bujs ganz schön. "Der Golden Set ist nicht meine Idee, ich habe das nicht gerne", sagte der Niederländer wenige Minuten nach dem Finaleinzug: "Wir haben versucht, das Spiel zu gewinnen." Dass das nicht klappte, lag primär an den Raben. Die Vilsbiburgerinnen zeigten sich vor eigener Kulisse gegenüber der 0:3-Hinspielpleite wie ausgetauscht und boten den Gästen energisch die Stirn. Und nach dem ersten langen Ballwechsel zum 7:5 hatten sie auch das nötige Selbstvertrauen, um eine beeindruckende Vorstellung abzuliefern. Über 11:5 und 21:15 enteilten sie auf 25:19.

Schon eher nach dem Geschmack von Teun Buijs war die zweite Runde. Da präsentierte sich seine Truppe wesentlich kompakter und angriffslustiger. Mira Topic und Anne Buijs, die Mitte des ersten Abschnitts für Julia Retzlaff kam, punkteten jetzt fleißig über die Außenpositionen und auch aus dem Rückraum - bis zum 11:5 respektive 13:8. Dann griff Raben-Trainer Guillermo Gallardo tief in die taktische Trickkiste. Der Argentinier brachte Mona El-Wassimy und Liana Mesa Luaces für Lena Möllers und Mira Djuric - und schon meldeten sich die Niederbayern zurück. Über 12:13, 14:14 zum 16:15. Nach dem doppelten Rückwechsel und der zweiten technischen Auszeit ging bei den Gastgeberinnen allerdings fast gar nix mehr, und Schwerin glich mit 25:22 aus.

Damit hatten die Damen aus Mecklenburg ihr Pulver verschossen. Zumindest fürs Erste: Die Raben übernahmen nun das Kommando - und wie: Mira Djuric und ihre Kolleginnen schmetterten aus allen Rohren, packten im Block kräftig zu und tauchten - allen voran die wieselflinke Libera Lenka Dürr - selbst schier unerreichbare Bälle heraus. "Das war eine tolle Abwehrleistung", staunte Teun Buijs. Weniger begeistert dürfte der SSC-Coach beim Blick auf die Anzeigetafel gewesen sein: 15:25 und 17:25. Julia Retzlaff schüttelte ebenfalls den Kopf: "Wir haben unseren Rhythmus nicht gefunden und hatten vier Sätze Probleme in allen Elementen."

"Unglaublich" fand Schwerins Kapitän dagegen, wie die SSC-Mädels im "Golden Set" auftrumpften - und zwar ausgesprochen clever und abgezockt. Und spätestens nach dem 0:1 sowie einem Aufschlagfehler von Myrthe Schoot war Schwerin hellwach und provozierte mit raffinierten Aufschlägen förmlich Schnitzer im Spielaufbau der Raben. Brenzlig wurde es bloß noch einmal, als die Gastgeberinnen von 3:7 auf 6:7 heranrückten. Teun Buijs reagierte prompt, setzte mit Patricia Thormann auf noch mehr Erfahrung. Mit Erfolg: Der SSC bewahrte im dezibel-schwangeren "Tollhaus an der Vils" kühlen Kopf und behielt ratzfatz mit 15:7 die Oberhand.

Erklärungsversuche für den Leistungswandel: "Wir wollten mit viel Spaß und Energie in den Golden Set gehen und den Gegner mit druckvollen Aufschlägen zu Fehlern zwingen - das ist Top-Volleyball", übte sich Teun Beuijs in Psychologie. Der Jubel im SSC-Lager war nach diesem Husarenritt natürlich überschwänglich - und eine freute sich ganz besonders: "Das ist super", frohlockte Julia Retzlaff. Die 24-jährige Außenangreiferin geht bekanntlich nach der Saison von Bord möchte ihre Karriere nur allzu gerne mit dem zweiten Titel in Folge krönen.

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