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25. November 2017 | 03:25 Uhr

Sebastian Zbik : "Ich will weiter boxen"

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Sebastian Zbik ist genervt: Der 30-jährige Ex-Weltmeister läuft noch immer seiner Börse aus dem Sturm-Kampf hinterher. Und für welchen Stall er künftig in den Ring steigen wird, steht auch noch in den Sternen.

svz.de von
erstellt am 31.Aug.2012 | 10:57 Uhr

Schwerin | Zuletzt wollte er nur noch weg. Ab nach Norwegen mit dem Papa und ’nem Kumpel. Fische fangen, Dorsche und Heilbutt, die Ruhe in den Fjorden genießen - abschalten, einfach auf andere Gedanken kommen. Sebastian Zbik hat auf gut deutsch die Schnauze voll. "Mitte April war der Kampf gegen Felix Sturm, aber meiner Kampfbörse renne ich bis heute hinterher", erzählt der 30-jährige Ex-Weltmeister vom Hamburger Universum-Profistall genervt.

Um die 250 000 Euro sollen ihm laut Vertrag zustehen - ungeachtet dessen, dass er den Kampf zur neunten Runde völlig entkräftet aufgegeben hatte. Widerpart Sturm hatte das Geld rechtzeitig vor dem Duell auf ein Treuhandkonto überwiesen. Dort liegt es heute noch. "Wenn es noch dort liegt", unkt Zbik. Inzwischen befürchtet er, das Konto könnte abgeräumt worden sein, um mit dem Geld andere Löcher im Universum zu stopfen. Das wäre dann allerdings ein Straftatbestand. "Ich würde mich gern irren", sagt Zbik, "aber zumindest hat bislang nicht einmal die von meinem Rechtsanwalt Peter-Michael Diestel eingereichte Klage Bewegung in die Sache gebracht."

Zbik selbst war vor zwei Wochen bei Universum-Chef Waldemar Kluch in Hamburg vorstellig geworden, "nachdem er wohl rund 40 Anrufe von mir ignoriert hatte. Dabei hat er wieder versprochen, das Geld in den nächsten zehn Tagen zu überweisen. Aber die sind auch schon wieder um…"

Droht Universum eine baldige Insolvenz?

Vom Schweriner Kampfabend im April hätte bislang ebenfalls kaum jemand Geld erhalten. "Bis auf Jürgen Brähmer, aber der hatte das gleich über seinen Anwalt laufen lassen", so Zbik. Mittlerweile gibt es sogar erste - aber noch unbestätigte - Gerüchte, dass Universum schon in Kürze in Insolvenz gehen müsste.

Dass er noch einmal für Universum in den Ring steigen könnte, glaubt der einstige WBC-Weltmeister im Mittelgewicht aber ohnehin nicht mehr. "Nach dieser Sache führt da wohl kein Weg mehr rein. Ich hatte aber nach dem Sturm-Kampf auch nicht mehr den Eindruck, dass man noch mit mir planen würde."

So stand ein Kampf gegen den Argentinier Billi Godoy in Aussicht, der in der WBC-Rangliste an Position eins geführt wird. Ein Sieg gegen den hätte Zbik die Chance eröffnet, zum Pflichtherausforderer für Weltmeister Julio Chavez jr. zu werden. Der Mexikaner hatte ihm bekanntlich im Juni 2011 in Los Angeles äußerst umstritten den WM-Gürtel abgenommen. "Aber Herr Kluch hatte wohl kein Interesse", so Zbik, "er scheint Universum mit den Zugpferden Tschachkiew und Boytsov ohnehin mehr in Richtung Russland ausrichten zu wollen."

Für ihn selbst soll es das trotzdem noch nicht gewesen sein mit dem Profiboxen, betont der Schweriner, der seit einem Jahr mit einem dualen Sportstudium Wettkampf-/Leistungssport auch seine spätere berufliche Karriere vorantreibt. "Aber das ist Zukunftsmusik. Vorerst will ich weiter boxen. Und ich bin sicher, dass ich meine besten Tage als Profi noch vor mir habe."

Für welchen Stall er künftig in den Ring steigen wird, steht allerdings in den Sternen. "Ich bin für alles offen, will mich aber nicht aufdrängen", sagt der Ex-Weltmeister und stellt zugleich klar: "Nach 20 Jahren im Boxring werde ich aber keinesfalls mein Dasein als Dauer-Sparringspartner fristen."

Sollte sich hingegen eine lukrative Möglichkeit auftun, könnte er schnell wieder im Ring stehen. "Ich bin topfit. Dieses Mal habe ich nicht wieder den gleichen Fehler gemacht wie nach dem Chavez-Kampf, als ich hinterher praktisch gar nicht trainierte."

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