"Ich habe es selbst in der Hand"

<fettakgl>Der letzte Kampfabend von Universum mit dem ZDF:</fettakgl> Interims-Weltmeister Sebastian Zbik (r.) verteidigt am Sonnabend in Hamburg seinen WBC-Titel gegen den Argentinier Jorge  Sebastian Heiland. <foto>dpa</foto>
Der letzte Kampfabend von Universum mit dem ZDF: Interims-Weltmeister Sebastian Zbik (r.) verteidigt am Sonnabend in Hamburg seinen WBC-Titel gegen den Argentinier Jorge Sebastian Heiland. dpa

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28. Juli 2010, 07:07 Uhr

Hamburg | WBC-Weltmeister Sebastian Zbik steht vor der größten Herausforderung seiner sportlichen Karriere. Der 28 Jahre alte Profi-Boxer aus Schwerin ist am Sonnabend in der O 2 World Hamburg Hauptkämpfer der letzten gemeinsamen Veranstaltung der Hamburger Universum Promotion und dem ZDF. Vor dem Kampf gegen den Argentiner Jorge Sebastian Heiland sprach Steffen Reinberg mit dem in seinen 29 Kämpfen ungeschlagenen Schützling von Trainer Artur Grigorian.

Wie gehts? Wie waren die Gegner?

Zbik: Mir gehts gut. Ich habe starke Sparringspartner gehabt und drei Wochen konstant gute Leistungen im Training abgerufen. Das stimmt mich optimistisch.

Heiland ist Rechtsausleger. Wie kommen Sie mit denen im Ring zurecht? War das Training speziell darauf abgestimmt?

Meine Sparringspartner waren dementsprechend auch Rechtsausleger, aber ich musste mich nicht großartig umstellen. Ich habe auch zu Amateurzeiten oft gegen Rechtsausleger geboxt und bin immer gut mit ihnen zurecht gekommen. Das war auch im Sparring so.

Wo liegen die Stärken und Schwächen des Argentiniers?

Sicherlich an seinem unbändigen Willen, den die Argentinier ja immer an sich haben. Er wird sicher alles versuchen, seine große Chance zu nutzen. In den Videos habe ich gesehen, dass er überfallartig angreift. Ich denke, er wird versuchen, mich zu überraschen. Das wird ihm nicht gelingen.

Im Vorfeld des Kampfes gab es einige Dissonanzen zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber. Hat das Ihre Vorbereitung beeinflusst? Wie ist die Stimmung jetzt?

Ich hake das als Missverständnis ab, bin froh in Hamburg zu boxen und hoffe, den geplanten Weg mit Universum weitergehen zu können. Die allgemeine Stimmung ist nach den letzten beiden Veranstaltungen nicht die beste, aber ich konzentriere mich auf meine Titelverteidigung und will mit einem tollen Kampf einen gelungenen Abschluss für Universum und ZDF schaffen.

In die O2 World passen bis zu 16 000 Zuschauer. Der Erwartungsdruck, der auf Ihnen lastet, ist enorm hoch. Wie gehen Sie damit um?

Ich bin noch recht entspannt und freue mich auf ein tolles Event. Es ehrt mich, in dieser tollen Arena den Hauptkampf zu machen. Ich werde alles daran setzen, die Erwartungen zu erfüllen. In erster Linie habe ich aber einen Kampf zu gewinnen, um meinen Traum vom Kampf in Amerika Realität werden zu lassen.

Was halten Sie von Universums Projekt, die Einnahmen des Kampfabends der Aktion "Ein Herz für Kinder" zukommen zu lassen?

Eine ganz tolle Geste. Karten, die sonst 600 Euro kosten, sind für 30 Euro zu haben. Ich hoffe, die Leute ziehen mit und erscheinen zahlreich.

Es geht wieder nur um einen "Interims"-Titel. Das wird in der Öffentlichkeit als Makel und eher sportliche Zweitklassigkeit wahrgenommen. Was wollen und können Sie dagegen tun?

Der WBC hat mich als nächsten Gegner für Weltmeister Martinez festgelegt und mir erlaubt, noch einen Kampf vorher zu machen. Heiland ist genau wie Martinez Rechtsausleger, also liegt es an mir, den Kampf zu gewinnen und mich auf Martinez "einzuschießen". Ich habe es selbst in der Hand, den "Interims"-Titel gegen den richtigen Gürtel zu tauschen - daran werde ich alles setzen.

Experten bescheinigen Ihnen boxerisch absolute Weltklasse, an die hierzulande bestenfalls Felix Sturm heranreichen kann. Sie bemängeln aber auch, dass Sie nicht über die Schlaghärte wie beispielsweise Arthur Abraham verfügen. Stört Sie das?

Naja. Jeder hat seine eigene Auffassung von Boxen. Ich mache mit Sicherheit nicht so spektakuläre Kämpfe wie Abraham, ich boxe ganz anders und habe auch nicht seine Schlagkraft. Ich boxe meinen Stil weiter, weil ich damit bisher erfolgreich war. Warum sollte ich das alles ändern? Ich fühle mich nach 29 Kämpfen noch recht fit im Kopf, und bin der Meinung, bisher wenig Substanz gelassen zu haben. Ich steigere mich immer noch und werde von Kampf zu Kampf besser. Außerdem habe ich in den 29 Kämpfen nur sehr wenige harte Treffer kassiert. Das ist doch auch was.

Würden Sie nicht viel lieber Felix Sturm oder Sebastian Sylvester Ihre Titel abnehmen als Martinez?

Das Thema steht im Moment nicht, aber irgendwann könnte das auf jeden Fall ein Thema werden. Es lag bereits ein Angebot von Felix Sturm vor, aber ich weiß nicht, ob das wirklich ernst gemeint war. Vielleicht kommt es irgendwann mal dazu. Ich würde sehr gern gegen Felix boxen. Der Kampf gegen Sylvester war ja schon mal beschlossene Sache, aber irgendwie ist es leider doch nicht dazu gekommen. Ich drück Sebastian die Daumen, dass er seinen Titel möglichst lange verteidigen kann und wer weiß, vielleicht steigt ja dann irgendwann mal das Duell zwischen uns beiden Mecklenburgern.

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