Hoffnung auf Saison ohne Angst

Auch Kreso Ivankovic  soll die Empor-Mannschaft  im Spieljahr  2012/13 führen,  damit  sie nicht noch einmal fast bis zur letzten Saisonminute um den Klassenerhalt bangen muss.Georg Scharnweber
Auch Kreso Ivankovic soll die Empor-Mannschaft im Spieljahr 2012/13 führen, damit sie nicht noch einmal fast bis zur letzten Saisonminute um den Klassenerhalt bangen muss.Georg Scharnweber

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07. September 2012, 12:02 Uhr

Rostock | "Natürlich schlägt das Herz jetzt ein wenig schneller", bestätigt Dr. Rastislav Trtik vor dem ersten Heimspiel der Zweitliga-Handballer des HC Empor Rostock heute um 19.30 Uhr in der Scandlines Arena gegen den TV Bittenfeld.

In die Saison 2012/13 gestartet waren sie am Sonntag mit einem 25:36 bei Erstliga-Absteiger Eintracht Hildesheim, wobei sie die zweite Halbzeit gegen den Favoriten ausgeglichen gestalten konnten (17:17).

Plus der Mannschaft ist ihre Geschlossenheit

Seit dem 16. Juli hatte Trtik als Nachfolger des jetzigen Geschäftsführers der Empor Rostock Handball GmbH, Norbert Henke, den HC Empor auf das neue Spieljahr vorbereitet. Der Tscheche machte sich seitdem mit Stärken und Schwächen der einzelnen Akteure vertraut, weiß einerseits um die Schwere der Aufgabe "Sicherung der weiteren Liga-Zugehörigkeit", berichtet aber auch stolz: "Von den vielen Vorbereitungspartien haben wir nur gegen THW Kiel 20:26 und eins der Duelle mit Aue mit einem Tor verloren. Das große Plus der Mannschaft ist ihre Geschlossenheit, dass sie nie aufgibt. Diesen Teamgeist müssen wir auch in den Punktspielen an den Tag legen."

Rastislav Trtik, der zuletzt den HC Banik OKD Karvina coachte, ist ein erfahrener Handball-Lehrer. Viel Neues brachte er in die tägliche Arbeit ein. Abwechslungsreiches Training, individuelle Förderung und Fokussierung auf die wesentlichen Rezepte des Handball-Einmaleins gehörten dazu.

Wird der 51-Jährige nach seiner Stammformation gefragt, so kommt die Antwort: "Eigentlich habe ich keine. Jeder Spieler kann seinen Wert selbst bestimmen. Bei mir gibt es niemanden, den ich vorziehe. Gerade deshalb habe ich allen in den Vorbereitungspartien genügend Einsatzmöglichkeiten gegeben. Sie wurden unterschiedlich genutzt."

Kreativität ist eine der Trtikschen Philosophien: "Meine Spieler sollen mit Spaß zum Erfolg kommen. Wir wollen attraktiven Handball anbieten. Wo ich bisher als Trainer tätig war, wurden stets die meisten Tore geworfen." Das will der Tscheche auch an der Ostseeküste umsetzen. Wohl wissend, dass dafür eine aggressive, flexible Abwehrarbeit der Ausgangspunkt und vorn eine hohe Effektivität erforderlich ist.

Kapitän Jens Dethloff sagt: "Der Aufgabe stellen wir uns. Die Mannschaft möchte nicht noch einmal um den Klassenerhalt bangen müssen. Es gilt, rechtzeitig die erforderlichen Punkte einzufahren."

Kurzfristige Verpflichtung von Sasa Todosijevic

"Jenner" ist überzeugt, dass der eingeschlagene Weg richtig ist: "Das Team ist gereift, einfach gestärkt aus der zurückliegenden Saison hervorgegangen. Wir gehen gemeinsam durch dick und dünn."

Ob der HCE in Sachen Leistungsfähigkeit dick oder dünn aufträgt, entscheidet sich laut Trtik "bereits in den ersten sieben Spielen. Sie werden nach eingehender Analyse Auskunft darüber geben, was wir vielleicht verändern müssen, welche zusätzlichen Maßnahmen einzuleiten sind."

Der Coach verhehlt mit Blick auf die Kadersituation nicht: "Zu den nach der kurzfristigen Verpflichtung von Sasa Todosijevic 14 unter Vertrag stehenden Akteuren hätte ich gern noch zwei hinzu. Dagegen stehen aber die finanziellen Möglichkeiten."

Das ist mit Sicherheit ein Problem, wie zuletzt die Verletzungen von Jan Kominek (Rücken) und Dethloff (Knie) zeigten.

Für den Handball-Lehrer sind die drei Absteiger aus dem Oberhaus - Bergischer HC, Hüttenberg und Hildesheim - erste Aufstiegskandidaten: "Die wollen wieder nach oben."

Abgerechnet wird am 8. Juni 2013

Über potenzielle Absteiger äußert er sich hingegen nicht. Das würde er als unfair gegenüber seinen Kollegen und deren Teams ansehen.

Dieser Meinung ist auch der in der Vorbereitung überzeugende Gabor Langhans: "Abgerechnet wird nach dem 38. Spieltag am 8. Juni 2013. Natürlich wollen wir für uns frühzeitig die Weichen stellen."

Das ist die große Aufgabe: Es muss einfach gelingen, die erforderlichen Voraussetzungen für eine frühzeitige personelle Planung zu schaffen.

So sagt auch Jens Gienapp, Vorsitzender des Traditionsvereins: "Vollgas von Minute eins ist angesagt. Das gilt natürlich auch für uns als Vorstand hinsichtlich der rechtzeitigen Sicherung des künftigen Haushaltes." Den jetzigen planen die Verantwortlichen mit 850 000 Euro.


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