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FC Hansa engagiert sich an Schulen : "Herr Holst, ist der Aufstieg zu packen?"

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Der FC Hansa engagiert sich mit einem Präventionsprojekt an Rostocks Schulen. Am Dienstag stellten sich die Profis den kritischen Fragen der Schüler der Otto-Lilienthal-Schule Toitenwinkel.

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erstellt am 05.Dez.2012 | 06:47 Uhr

Ros-tock | Ein Sportreporter hätte es nicht besser machen können. Der 13-jährige Phillip schaut kurz auf seinen Zettel, stellt sich vor seinen Interviewpartner und stellt die Frage: Herr Holst, ist für den FC Hansa der Aufstieg noch zu packen? Der Abwehrchef des Fußball-Drittligisten kratzt sich kurz am bärtigen Kinn, lächelt milde und antwortet: "Na klar. Hellseher sind wir zwar nicht. Aber wir werden hart arbeiten, um unser großes Ziel noch zu erreichen."

Projekt vermittelt Toleranz und Teamgeist

Hansa hautnah erleben - für die Schüler der Otto-Lilienthal-Schule Toitenwinkel ging dieser Wunsch am Dienstag in Erfüllung. Beim Tag der offenen Tür der Ganztagsschule stellten sich Holst, Nachwuchstalent Ronny Marcos und Co-Trainer Steffen Baumgart den kritischen Fragen der Kinder.

Hintergrund: Seit dem vergangenen Jahr leistet der FC Hansa an sieben Schulen in Rostock und Umgebung Präventionsarbeit für eine positive Persönlichkeitsentwicklung. Unter dem Motto "FC Hansa und ich" vermittelt der Verein Schülern der dritten bis achten Klassen Werte wie Toleranz, Respekt und Teamgeist. "Der Fußball dient uns als Plattform, ihnen faires Verhalten zu vermitteln. Nicht nur im Stadion, sondern generell im Umgang mit ihren Mitmenschen", erläutert Kursleiter Christian Falkenberg die Projektziele.

Der zwölfjährige Karim schnappt sich das Mikrofon: "Was sagen Sie zu den Ausschreitungen beim Heimspiel gegen den FC St. Pauli (in der Saison 2011/12 - d. Red.)?" Baumgart lehnt sich zu dem kleinen Blondschopf rüber: "Weißt du, Ausschreitungen sind nie schön. Die rivalisierenden Fangruppen sollten sich untereinander respektieren und genauso fair miteinander umgehen wie die Spieler auf dem Rasen", entgegnet der Hansa-Co-Trainer, um anschließend zu einem aktuelleren "Zwischenfall" Stellung zu beziehen: "Der Böllerwurf bei Borussia Dortmund II war in zweierlei Hinsicht dumm. Erstens, weil der gegnerische Keeper gesundheitlich gefährdet wurde, zweitens weil unsere Drangphase in diesem Moment unterbrochen wurde."

Die Fankrawalle, das Thema Südtribüne und die sportlich unbefriedigende Situa-tion - die elf Sechstklässler legen bei ihrer Fragestunde den Finger in die Wunde. "Weil sie diese Dinge beschäftigen und sie sich stark mit dem FC Hansa identifizieren", sagt Falkenberg.

Der pädagogische Mitarbeiter besuchte mit seinen Schützlingen Spiele des FCH und wertete die Eindrücke aus. "Wir haben Zeitungsartikel gelesen, Collagen gestaltet und diskutiert", so Falkenberg, der auch bei Lehrern und Eltern auf positive Resonanz stieß. "Am Anfang gab es ja bei einigen Schülern Probleme mit der Disziplin. Das hat sich verbessert", lobt Schulleiter Detlef Godomski das Projekt.

Matthias Holst greift zum schwarzen Edding und kritzelt seine Unterschrift auf die Autogrammkarten. "Von mir aus hätte das Interview noch ewig weitergehen können. Es ist toll, dass wir als Spieler ein Stückweit Vorbilder für die Kinder sein können." Phillip blickt zufrieden auf das Foto seines Idols und lächelt milde.

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