Henning Prüfer erfüllt EM-Normen

Henning Prüfer wirft in Halle deutsche Jahresbestweite in der U20.eckhard rosentreter
Henning Prüfer wirft in Halle deutsche Jahresbestweite in der U20.eckhard rosentreter

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28. Mai 2013, 10:24 Uhr

Halle/Güstrow | Ins Wasser fiel der zweite Wettkampfteil bei den 39. Halleschen Werfertagen. Nach anhaltenden Regenfällen sagten die Veranstalter alle Sonntagswettbewerbe ab. Zu den Leidtragenden, die unverrichteter Dinge wieder abreisen mussten, gehörte auch der Güstrower Clemens Prüfer (15), da die U 18 erst am Sonntag in die Wurf- und Stoßringe gehen sollte. Tags zuvor hat sein größerer Bruder Henning (17) in der U20 nicht nur zwei Podestplätze belegt, sondern mit seinen Weiten auch gleich zwei Disziplinnormen für die Europameisterschaft der U20 erfüllt. Dabei stellte er wieder einmal seine Nervenstärke und Steigerungsfähigkeit unter Beweis.

Erst mit dem dritten Versuch brachte er mit der 6-Kilo-Kugel eine gültige Weite zu Stande (18,34 Meter), was ihm die Endkampfteilnahme erst sicherte. Technisch sah alles bei ihm recht ungelenk aus, auch schien er seinen Motivationsfokus längst auf das sich unmittelbar anschließende Diskuswerfen gerichtet zu haben. Dennoch steigerte er sich über 18,42 auf 18,77 Meter, was ihm hinter dem zwei Jahre älteren Polen Andrzej Regin den 3. Platz einbrachte. Immerhin sind 18,50 Meter die vom DLV vorgegebene EM-Norm, die neben Henning in diesem Jahr bisher nur sein Vereinskamerad vom SC Neubrandenburg Patrick Müller mit seiner Siegerweite von 19,78 Metern erfüllt hat. Zwei U-18-Athleten!

Gar als bisher einziger Deutscher erfüllte Henning Prüfer die EM-Norm auch mit dem 1,75-kg-Diskus. Auch hier gab es einiges Zittern um die Endkampfteilnahme, da Henning drei Versuche brauchte, um sich auf den an sich ja vorteilhaften, aber recht böigen und vor allem schräg zupackenden Gegenwind einzustellen. Mit dem zwölftbesten Vorwert in den Ring gestiegen, verbesserte er seinen persönlichen Bestwert um rund drei Meter auf 54,87 Meter. Nach 52,29 Metern ließ er dann im 5. Versuch die Scheibe auf 56,65 Meter und damit deutsche Jahresbestweite segeln. Zum Abschluss folgten noch einmal 55,19 Meter. Überlegener Sieger mit 62,21 Meter war der Brite Nicholas Percy, der als 19-Jähriger schon sehr routiniert den perfekten Winkel für den Scheibenabwurf fand.

Dass ihm das mit der für ihn bisher ja regulären 1,5-kg-Scheibe auch schon gelingt, konnte der Güstrower ebenso wie sein Bruder Clemens am Sonntag leider nicht mehr demonstrieren.

Ob neben Tom Gröschel, der in der U23 in Tampere (Finnland) über 10 000 Meter starten wird, mit Henning Prüfer gar ein zweiter ehemaliger Mühl-Rosiner Leichtathlet bei der EM dabei sein wird, ist allerdings eher fraglich. Für die U20 findet die EM in Rieti (Italien) nur eine Woche nach der Weltmeisterschaft der U18 (Donetsk, 10.-14. Juli), die für Henning sicher Priorität hat, statt. Selbst wenn bis zum Nominierungstermin Ende Juni kein weiterer Athlet die Norm erfüllen sollte, so schließt der DLV in seinen Nominierungsrichtlinien einen Doppelstart bei EM und WM doch grundsätzlich aus.

Rund 500 Athleten aus 30 Nationen hatten für den Traditionswettbewerb im Hallenser Sportzentrum Brandberge in den Disziplinen Hammerwurf, Speerwerfen, Diskuswurf und Kugelstoßen gemeldet. Vertreten waren die Nachwuchsklassen ab der U16 sowie in den Spitzenwettbewerben Medaillengewinner von internationalen Meisterschaften und Olympia.

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