Post-Torjäger zurück : Heinze will wieder spielen

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Ingo Heinze, erst seit 1. März Geschäftsführer von Post, wird seinen Vertrag nicht erfüllen und die Geschäftsführung nach vier Monaten wieder abgeben. Stattdessen will der 30-Jährige wieder selber auf der Platte stehen.

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21. Juni 2012, 07:34 Uhr

Schwerin | Dieser neue Weg, auf dem Handball-Zweitligist Post Schwerin zu neuen Ufern gelangen wollte, war ganz schön kurz: Ingo Heinze, erst seit 1. März Geschäftsführer von Post, wird seinen ursprünglich auf zwei Jahre angelegten Vertrag nicht erfüllen und die Geschäftsführung nach nur vier Monaten zum nächstmöglichen Zeitpunkt wieder abgeben. Stattdessen will der 30-Jährige wieder selber auf der Platte stehen und spielen.

"Wenn es um die Entscheidung geht, entweder zu spielen oder die Geschäftsstelle zu leiten, wäre mir der Geschäftsführer-Posten wichtiger", hatte Heinze noch Anfang März kurz nach seinem Amtsantritt zu Protokoll gegeben. "Das war damals auch meine ehrliche Überzeugung", kommentierte er diese Aussage gestern. "Aber ich habe immer mit der Mannschaft mitgefiebert und mitgezittert. Inzwischen ist der Drang, endlich wieder zu spielen, so groß geworden, dass ich meine Meinung geändert habe. Ich kann momentan nicht den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, ich habe einfach noch zu viele Hummeln im Hintern!"

Der torgefährliche Rückraumspieler hatte nach einer am 4. Februar im Spiel gegen TuSEM Essen erlittenen Fußverletzung (Syndesmoseruptur) seit Februar pausieren müssen. "Als ich seinerzeit gefragt wurde, ob ich die Geschicke des Vereins in die Hand nehmen wolle, gab es kein Zögern. Ich bin mit dem SV Post Schwerin groß geworden. Der Verein liegt mir sehr am Herzen. Er hat mich gebraucht, deshalb habe ich mich dieser auch für mich neuen Herausforderung gern gestellt."

Der diplomierte Betriebswirt übernahm in einer durchaus schwierigen Phase die Führung der Vereinsgeschäfte. Seiner engagierten Arbeit in den zurückliegenden Monaten sei es mit zu verdanken, dass der Klassenerhalt sowohl wirtschaftlich als auch spielerisch gesichert werden konnte und es keine Probleme mit der Lizenzerteilung gab, schätzt Post-Präsident und Mitgesellschafter Heiko Grunow ein. "Wir sind von Ingos Entscheidung natürlich überrascht. Andererseits hat er nie einen Hehl daraus gemacht, seine sportliche Leistungsfähigkeit wiederherstellen zu wollen. Insofern wünschen wir uns sehr, dass er schon bald wieder als Torjäger unsere erste Mannschaft verstärken kann", sagt Grunow.

Als Büromensch Reha völlig vernachlässigt

An seiner schnellen Rückkehr ins Bundesliga-Team will Ingo Heinze jetzt in der Sommerpause intensiv arbeiten. "Durch die Geschäftsführertätigkeit habe ich die Reha völlig vernachlässigt. Um die werde ich mich ab sofort ausschließlich kümmern, und die Ärzte sind optimistisch, dass spätestens in zwei Monaten alles wieder in Ordnung ist." Und wenn es nicht hinhaut? "Damit habe ich mich nicht beschäftigt…"

Allerdings hat der gebürtige Schweriner zugesichert, auch weiterhin - wenn auch zeitlich sehr eingeschränkt - zur Verfügung zu stehen, wenn er gebraucht wird. "Ich habe einige Dinge angeschoben in den letzten Monaten, die möchte ich auch weiter begleiten. Aber ich möchte hier nicht als Halbtagskraft oder dergleichen täglich ein paar Stunden absitzen müssen…"

Heinze will sich auch mit einbringen bei der Suche nach einem neuen Geschäftsführer. "Aus der derzeitigen Berater- und Führungsriege steht keiner zur Verfügung", betonte der Rückraum-Mann und bekräftige im Hinblick auf Gerüchte, die gestern kurz nach Veröffentlichung der Post-Pressemitteilung von seinem Rücktritt aufkamen: "Erst recht Holger Schneider, dessen Name immer wieder ins Spiel gebracht wird, will diesen Posten nicht. Es gibt derzeit noch keinen wirklichen Kandidaten, aber wir werden einen geeigneten Mann finden!"

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