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Heimspiel in der Fremde: Wismar will Hannover ärgern

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erstellt am 29.Jul.2011 | 06:13 Uhr

Wismar | Höhepunkt mit Handicap: Anker Wismar darf den größten Tag der Vereinsgeschichte nicht zu Hause feiern. Der Fußball-Oberligist muss sein DFB-Pokalspiel gegen den Bundesligisten Hannover 96 wegen Sicherheitsbedenken morgen (14.30 Uhr) im 50 Kilometer entfernten Lübeck austragen. Sehr zum Verdruss der Protagonisten, die aber dennoch Kampfeslust versprühen. "Wir werden dagegenhalten, auch wenn wir natürlich ganz klarer Außenseiter sind", versprach Trainer Timo Lange vor der Partie an der Lübecker "Lohmühle".

Der in Grevesmühlen auf halbem Weg zwischen Wismar und Lübeck geborene Lange mit dem Markenzeichen "Kämpfer" hat einige Kapitel hanseatischer Fußball-Geschichte mitgeschrieben. Für Hansa Rostock bestritt der mittlerweile 43-Jährige zwischen 1995 und 2003 insgesamt 165 Bundesliga-Spiele (13 Tore) - so viele wie kein anderer. Als Co-Trainer unter Frank Pagelsdorf stieg er mit Hansa 2007 in die Bundesliga auf.

In Wismar leistet der ehemalige Profi seit März 2009 geschätzte Arbeit. Zunächst führte Lange den 1997 gegründeten Verein, der als Anker und Motor Wismar Anfang der 50er Jahre in der DDR-Oberliga vertreten war, 2010 in die NOFV-Oberliga und in diesem Frühjahr in das Landes-Pokalfinale. Das ging zwar im Mai vor heimischer Kulisse klar mit 0:3 verloren. Da Hansa bereits für den DFB-Pokal der nächsten Saison qualifiziert war, war dies Anker auch.

So vermessen, dass in dem Duell mit dem Europa-League-Starter aus der ersten Liga der nächste Coup folgen wird, ist in der Hansestadt niemand. Aber Ankers Freizeit-Kicker wollen die Vollzeit-Profis wenigstens ein bisschen ärgern. Wie schon vor zwei Jahren, als sich 96 noch unter dem damaligen Trainer Dieter Hecking in einem Test in Wismar mit 1:2 blamierte. "Wir haben doch nichts zu verlieren", betonte Marcel Heine, der damals ein Tor erzielte. "Angst oder Muffensausen haben wir nicht", bestätigte Anker-Kapitän Fabian Bröcker.

7000 Zuschauer werden zu Ankers Heimspiel in der Fremde erwartet. Wismars Schatzmeister bekommt mit 115 000 Euro an TV- und Vermarktungshonoraren für die erste Runde ein willkommenes Zubrot. Für die zweite gäbe es gar 287 000 Euro. Aber die landen wohl in der 96-Schatulle. Wenn sich nicht das geflügelte Wort von der verpatzten Generalprobe, die eine erfolgreiche Premiere zur Folge hat, bewahrheitet. Wismar verlor den letzten Test vor dem Pokal mit 1:2 beim NOFV-Oberligisten TSV Luckenwalde.

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