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20. November 2017 | 07:04 Uhr

Hansa Rostock : Hansa schlägt sich selbst

vom

Die Hoffnung schwindet weiter: Der FCH findet in der 2. Fußball-Bundesliga einfach nicht in die Erfolgsspur. Der Aufsteiger bleibt nach einer 0:1-Niederlage zu Hause gegen die Spieler aus dem Erzgebirge Tabellenletzter.

svz.de von
erstellt am 25.Mär.2012 | 08:29 Uhr

Rostock | Für Schlusslicht FC Hansa Rostock wird die Luft im Ringen um den Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga immer dünner. Zum wiederholten Male verpassten es die Nordostdeutschen, von Patzern der Konkurrenz zu profitieren und die rote Laterne abzugeben. Der Sprung auf den 17. Rang war möglich. Doch gestern Nachmittag unterlag die Truppe von Trainer Wolfgang Wolf unglücklich dem FC Erzgebirge Aue mit 0:1 (0:1) und bleibt Letzter. Bei nur noch sieben Runden beträgt der Rückstand zum rettenden Ufer mittlerweile zehn Punkte. Der Abstand zum Abstiegs-Relegationsrang ist unverändert vier Zähler. "Vier Punkte in sieben Spielen sind keine Utopie", sagte Hansas Dominic Peitz. Dennoch ist allen Rostockern klar, dass sie gestern eine große Chance vergeben haben: "Alles Lob für die kämpferische Leistung zu zehnt bringt uns nichts. Dafür gibt es keine Punkte."

Bereits früh kassierten die Hausherren einen Nackenschlag. Innenverteidiger Stephan Gusche ging etwas ungestüm zu Werke und traf Fabian Müller mit dem Fuß am Kopf. Referee Tobias Welz (Wiesbaden) zögerte keine Sekunde, zeigte dem Rostocker die Rote Karte (12.). "So richtig kann ich die Szene gar nicht einschätzen. Ich habe nur gesehen, dass der Auer nach einem Zweikampf mit Stephan geblutet hat", sagte Keeper Jörg Hahnel, der den verletzten Kevin Müller im Kasten der Rostocker vertrat und zu seinem ersten Saison-Einsatz kam.

Robert Müller rückte in die Innenverteidigung. Zudem zog Wolf Offensivmann Marek Mintál etwas zurück. Dennoch war durch den Platzverweis eine Menge Unruhe in die Reihen der Gastgeber gekommen, die Aue nutzte. Mintál vertändelte die Kugel. Timo Perthel kam einen Schritt zu spät gegen Müller. Das Desaster perfekt machte Michael Wiemann, der auch aufgrund miserabler Platzverhältnisse in der DKB-Arena über den Ball schlug. Jan Hochscheidt ließ aus knapp zehn Metern Hahnel keine Chance - 1:0 für Aue (22.). Und die Gäste hätten nachlegen können, wenn nicht müssen: Ronny König (33.) und Fabian Müller (45.+1). Hansa kam über Ansätze nicht hinaus. Tobias Jänicke (25./daneben), Freddy Borg (31./geblockt) und Mintál (37./verpasst Freistoß von Perthel).

In der Pause nahm Wolf einige Umstellungen vor, brachte mit Dominic Peitz und Kevin Pannewitz zwei neue "Sechser" im defensiven Mittelfeld und ließ in der Abwehr mit einer Dreierkette agieren. Fortan waren die Hanseaten trotz Unterzahl klar tonangebend. Und es folgte die zweite entscheidende Szene: Der ehemalige Rostocker Kevin Schlitte foulte Jänicke im Strafraum - Elfmeter für Hansa. Allerdings versagten Borg die Nerven, Männel hielt. "Man sieht den Schützen beim Anlaufen bereits einiges an. Details verrate ich aber nicht. Letztlich ist es ein Glücksspiel", sagte der 24-jährige Keeper.

Beinlich: "So langsam fehlen einem die Worte"

Die Hausherren blieben am Drücker. Doch Perthel (59.), Mintál (65.), Peitz (76., 84.), Borg (81., 90.) schafften es nicht, ihre Möglichkeiten zu nutzen. Von Aue kam im zweiten Durchgang herzlich wenig, dennoch reichte es für die Sachsen trotz 8:14 Torschüssen, 2:6 Ecken und einem Ballbesitz (in Prozent) von 45:55 zum Sieg in Rostock. "So langsam fehlen einem die Worte. Vor allem die Mannschaft tut mir leid. Wir hatten uns eine Menge vorgenommen, haben in Unterzahl ein tolles Spiel gemacht. Doch leider hat es wieder nicht für Punkte gereicht ", sagte Rostocks Manager Stefan Beinlich.

Trainerurteil

Wolfgang Wolf (Rostock): Nach der strittigen Roten Karte hatten wir Probleme, unsere Ordnung zu halten. Die Mannschaft brachte nach der Pause zu zehnt alles, um den Gegner unter Druck zu setzen. Peitz und Pannewitz zeigten ein hervorragendes Spiel. Aber wir müssen natürlich auch unsere Chancen machen.

Karsten Baumann (Aue): In der ersten Halbzeit traten wir sehr gut und souverän auf, besaßen nach der Roten Karte ein deutliches Übergewicht. Nach der Pause hat uns Hansa schwer zu schaffen gemacht. Wir können uns bei Martin Männel bedanken, dass wir nicht den Ausgleich kassiert haben.

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