Aufsichtsratschef Thomas Abrokat : Hansa nicht akut von Insolvenz bedroht

<strong>Thomas Abrokat</strong>, Aufsichtsratschef des FC Hansa sagt: 'Wir leben über unseren Verhältnissen, müssen uns bodenständiger verhalten.'<foto>Georg Scharnweber</foto>
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Thomas Abrokat, Aufsichtsratschef des FC Hansa sagt: "Wir leben über unseren Verhältnissen, müssen uns bodenständiger verhalten."Georg Scharnweber

"Wir leben über unseren Verhältnissen, müssen uns bodenständiger verhalten", mahnt Hansas Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Abrokat. Eine akute Insolvenzgefahr des Rostocker Fußball-Drittligisten gebe es aber nicht.

svz.de von
22. Januar 2013, 08:14 Uhr

Rostock | "Wir leben über unseren Verhältnissen, müssen uns bodenständiger verhalten", mahnt Hansas Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Abrokat. Eine akute Insolvenzgefahr des Rostocker Fußball-Drittligisten gebe es aber nicht: "Die laufende Saison ist trotz der geringeren Zuschauereinnahmen in der Hinrunde finanziell abgesichert." Der Banker (arbeitet bei Rostocks Hauptgläubiger Deutsche Kreditbank) ist seit knapp zwei Monaten im Amt, und der Berg an Arbeit wird nahezu täglich hoher.

Das Problem der Stadionstruktur hat das neue Kontrollorgan des Clubs zumindest vorerst gelöst. Die aktive Fanszene darf wieder auf die Südtribüne. So sieht es eine Vereinbarung zwischen den Anhängern und den Verantwortlichen des FCH vor. Für Abrokat war die Wiederöffnung ein alternativloser Schritt, schon allein aus finanzieller Sicht. "Die Hinrunde verlief weit unter Planung. Durch die ausgebliebenen Zuschauereinnahmen fehlen uns 300 000 bis 400 000 Euro", so der 40-Jährige.

Mittels der geöffneten Südtribüne erhofft sich der Verein, dass sich die Erlöse aus dem Spielbetrieb wieder erhöhen und somit das Loch in der Kasse kleiner wird. "Der aktuell erfreuliche Vorverkauf zum ersten Heimspiel 2013 am Sonnabend gegen Preußen Münster bestätigt unsere Einschätzung, die Südtribüne wieder zu öffnen", erklärt Thomas Abrokat.

Der Verein rechnet wieder mit einer fünfstelligen Besucherzahl. Zuletzt verloren sich vor der Winterpause beim 0:1 gegen die SpVgg Unterhaching gerade einmal 6700 Zuschauer im weiten Rund der DKB-Arena, deren Finanzierung weiterhin der größte Posten in der Club-

bilanz darstellt und auch die Zukunft in Frage stellt. Daher sind die Vereinsbosse bestrebt Anteile am Stadion an die Hansestadt Rostock zu veräußern. Im Raum steht dabei ein Finanzvolumen von rund acht Millionen Euro. "Ich denke, dass die Stadt davon profitiert, wenn der FC Hansa gesund und mit einem positiven Außenbild darsteht", so Abrokat.

Im Nachwuchsbereich wollen die Norddeutschen dageben zunächst keine Einsparungen vornehmen. "Das ist nicht geplant. Die Akademie ist ein wichtiges Fundament für die Zukunft des Vereins", sagt Uwe Neumann, 1. stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des FC Hansa. Zehn Spieler des aktuellen Profikaders haben die Hansa-Nachwuchsabteilung durchlaufen. Die Rostocker investieren allerdings seit Jahren pro Saison Millionensummen in das von Ex-Kapitän Juri Schlünz geleitete Nachwuchszentrum. Im laufenden Geschäftsjahr sind es 1,1 Millionen Euro.

Pelzer und Quaschner fallen aus

Zum Jahresauftakt in der 3. Fußball-Liga am Samstag gegen Preußen Münster (14 Uhr, DKB-Arena) fällt neben Kapitän Sebastian Pelzer auch U19-Nationalspieler Nils Quaschner aus. Der Angreifer laboriert an einer Knieverletzung, die ihn schon in der Vorbereitung zum Teil außer Gefecht gesetzt hatte. Linksverteidiger Pelzer muss nach der fünften Gelben Karte aussetzen.

Trainer Marc Fascher kann hingegen wieder mit Torhüter Jörg Hahnel und Verteidiger Ronny Marcos planen. Beide sind nach den Blessuren, die sie in den Testspielen erlitten hatten, wieder im Training. Fraglich ist der Einsatz von Stürmer Ondrej Smetana wegen einer Fußverletzung.

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