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Hansa-Physiotherapeut Frank Scheller : "Hansa ist mein Beruf und Hobby"

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Derzeit beginnt "Schelle" seinen Dienst morgens um acht und verlässt das Stadion kaum vor 19 Uhr. Dazu Trainingseinheiten und Spiele an den Sonnabenden und Sonntagen - Frank ist eine 60-Stunden-Woche nicht fremd.

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erstellt am 30.Jun.2011 | 07:04 Uhr

Rostock | Physiotherapeut Frank Scheller ist eins der wahrhaften Urgesteine beim jetzigen Fußball-Zweitligisten FC Hansa. Schon 1992, direkt nach seiner Ausbildung, kam der inzwischen 45-Jährige zum Verein und "kann nicht sagen, wann ich seitdem mal nicht bei einem Spiel war". Momentan taucht der gebürtige Rostocker zwar tagsüber eher selten unter freiem Himmel auf, befindet sich aber drinnen - das bringt die Sache mit sich - stets in Bereitschaft. Auch wenn ihm in der Saisonvorbereitung Kai Bartel, Sohn von Mannschaftsarzt Frank Bartel, zur Seite steht, bleiben alle Hände voll zu tun.

Vor Auswärtsspielen Essenbestellung an die Hotels

Derzeit beginnt "Schelle" an Werktagen seinen Dienst morgens um acht und verlässt das Stadion kaum vor 19 Uhr. Dazu Trainingseinheiten und Spiele an den Sonnabenden und Sonntagen - Frank Scheller ist eine 60-Stunden-Woche weiß Gott nicht fremd. "Ja, es ist viel Arbeit, aber wenn man sich logistisch einen Plan macht, kriegt man alles auf die Reihe." Und die Familie muss Verständnis haben, mitziehen. Das ist der Fall. Frau Katrin (42) und Sohn Ole (wird diesen Monat 14) "kommen bei mir an erster Stelle. Ansonsten ist der Beruf, ist Hansa auch mein Hobby."

Unten in der DKB-Arena, ebenerdig mit Panoramablick direkt auf den Rasen, liegt das "Reich" des Physiotherapeuten. Da ist zunächst vor allem der Raum mit den zehn Behandlungsliegen. Hier befindet sich auch ein Gerät, das der Fertigung von Fango-Packungen zur muskulären Behandlung dient. Oben kommt eine feste Masse (Fango-Paraffin) hinein, wird erhitzt, verflüssigt und dann auf "Kuchenblechen" bei 50 bis 55 Grad warm gehalten.

Auch der benachbarte Nassbereich untersteht "Schelle". Hier finden sich Möglichkeiten für Unterwassermassage, Trockensauna, Dampfsauna, Entspannungs- und Tauchbecken, Whirlpool usw. Ob Obst und Getränke oder die Eismaschine, hierfür trägt Frank Scheller ebenso die Verantwortung wie für die Essenbestellungen an die Hotels vor den Auswärtsspielen. Was dort auf dem Speiseplan steht? "Sportlergerechte Ernährung" - mehr gibt der Dorf-Lichtenhäger nicht preis.

Seine schönsten Erlebnisse in all den Jahren seien, so "Schelle", "der Nichtabstieg 1999 (Klassenerhalt in der 1. Bundesliga durch ein 3:2 beim VfL Bochum am letzten Spieltag - d. Red.) und der jetzige Aufstieg" gewesen. Für die Saison 2011/12 wünscht er sich, "dass ich gesund bleibe und die Spieler möglichst auch, dass wir wenig Verletzte haben, sich an der tollen Zusammenarbeit mit den Trainern nichts ändert und die Truppe charaktermäßig so bleibt wie im zurückliegenden Jahr. Und natürlich, dass wir die Klasse halten."

Frank Scheller hat früher auch selbst Leistungssport betrieben, aber nicht Fußball: Er war Judoka, besuchte die Kinder- und Jugend-Sportschule (KJS) in Frankfurt (Oder), kämpfte für den dortigen ASK Vorwärts. Der Träger des 2. Dan (schwarzer Gürtel) gehörte sogar der DDR-Junioren-Auswahl an. Also, Hansa-Profis, lieber nie frech werden gegenüber euerm Physiotherapeuten!

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