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FC Hansa gegen St. Pauli : Hansa-Fans bekommen keine Karten

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Es bleibt dabei: Der FC St. Pauli darf für das Heimspiel am Sonntag gegen den FC Hansa Rostock den Gäste-Fans keine Eintrittskarten zur Verfügung stellen. Das entschied gestern das Oberverwaltungsgericht Hamburg.

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erstellt am 16.Apr.2012 | 07:38 Uhr

Hamburg | Es bleibt dabei: Fußball-Zweitligist FC St. Pauli darf für das Heimspiel am Sonntag gegen den FC Hansa Rostock den Gäste-Fans keine Eintrittskarten zur Verfügung stellen. Das entschied gestern das Oberverwaltungsgericht Hamburg. Es wies die Beschwerde des FC St. Pauli gegen die erstinstanzliche Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hamburg zurück.

Zuvor hatte die Hamburger Polizei dem Club untersagt, 2500 Sitz- und Stehplatzkarten an Gäste-Anhänger abzugeben. Vorschläge für eine gütliche Einigung seien nicht von allen Beteiligten akzeptiert worden, teilte das Gericht mit. Rostocker Fans wollen am Spieltag in Hamburg demonstrieren.

Dieser Eingriff in die Hoheit des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist ein Novum. Nach mehreren brutalen Auseinandersetzungen zwischen Fans beider Lager sehen Polizei und Justiz zur Abwendung neuerlicher Randale keine andere Möglichkeit. Das Oberverwaltungsgericht beurteilt die eher wirtschaftlichen Belange des FC St. Pauli sowie das immaterielle Interesse des FC Hansa in dem wichtigen Auswärtsspiel als nachrangig gegenüber den erheblichen Gefahren für die öffentliche Sicherheit. Nach den Erfahrungen früherer Partien sei mit konkreten Gefahren für Leib und Leben Dritter zu rechnen. Es handele sich um ein Hochrisikospiel, heißt es.

Bei den beiden beteiligten Clubs traf der Beschluss auf wenig Gegenliebe. "Wir empfinden die getroffene Maßnahme als nicht zielführend", monierte beispielsweise Hansa-Vorstandschef Bernd Hofmann und ergänzte: "Sowohl der FC St. Pauli als auch wir haben versucht, die Hamburger Polizei durch alternative Lösungsvor-schläge umzustimmen. Dies ist uns bedauerlicherweise nicht gelungen."

Bereits Anfang April hatte das Verwaltungsgericht Hamburg entschieden, dass eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung vorliege. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sei davon auszugehen, dass es beim Aufeinandertreffen von mehreren hundert Problemfans der Clubs am 22. April zu massiven Ausschreitungen komme.

Fan-Szene Rostock meldet Demo an

Unterdessen hat die Fan-Szene Rostock e. V. eine "Demonstration gegen polizeiliches Kartenverbot" angemeldet, über deren Ablauf noch mit den zuständigen Behörden verhandelt wird. Am Spieltag soll eine Kundgebung in Hamburg-Altona stattfinden. Anschließend wollen die Fans (aus Rostock werden 2000 erwartet) in die Nähe des Millerntor-Stadions ziehen. Dort wird um 13.30 Uhr das Punktspiel angepfiffen.

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