Hansa - ein Sanierungsfall

Jörg Hempel kündigt harte Einschnitte in allen Bereichen an. Archiv
Jörg Hempel kündigt harte Einschnitte in allen Bereichen an. Archiv

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19. Mai 2010, 11:22 Uhr

Rostock | Der FC Hansa ist ein Sanierungsfall. Gut neun Millionen Euro Schulden drücken den ostdeutschen Traditionsverein. Hinzu kommen noch rund 20,5 Millionen Euro für den Stadionkredit, die bis zum Jahr 2025 zurückgezahlt werden müssen. Die Erteilung der Lizenz für die 3. Liga - der Etat soll von derzeit 15 Millionen auf rund die Hälfte gekürzt werden - ist an harte Bedingungen und Auflagen geknüpft. Rostocks großes Problem: Die Rahmenbedingungen mit der DKB-Arena, der Geschäftsstelle und dem Nachwuchsleistungszentrum sind im Grunde erstklassig, müssen aber auch in der 3. Liga

finanziert werden. "Unsere Aufsichtsratsmitglieder Dr. Holger Stein und Thomas Abrokat sowie Dirk Grabow aus dem Vorstand sind überzeugt, dass wir sie erfüllen werden", sagte Interims-Vorstandschef Jörg Hempel. Bis zum 4. Juni müssen die entsprechenden Unterlagen bei DFL und DFB eingereicht werden.

Trotz dieser positiven Aussichten wird der Verein in der kommenden Saison nicht ohne harte Einschnitte auf allen Ebenen auskommen. "Wir müssen schauen, was wir für ein Budget zur Verfügung haben, und uns danach aufstellen. Aber eins ist klar: Wir brauchen ein knallhartes Sanierungskonzept. Ich denke, dass jeder weiß, was das bedeutet. Im Schlepptau ist es dann meist auch so, dass Leute herunterfallen und ihre Jobs verlieren. Ob das nun bei den Greenkeepern oder in der Geschäftsstelle ist, alle Bereiche werden betroffen sein", so der 45-Jährige.

Auf eine genaue Anzahl der Arbeitsplätze, die jetzt gestrichen werden, wollte sich Hempel aber nicht fest-

nageln lassen. "Das kann man noch nicht genau sagen. Eins bleibt jedenfalls festzuhalten, dass die Personalkosten beim FC Hansa nicht so gewaltig sind, wie viele denken. Es werden nicht solch hohe Gehälter gezahlt. Zudem fällt ja die Ersatzbank mit den freigestellten Personen weg. Insofern hatte der Abstieg - bei aller Enttäuschung, Wut und Trauer - vielleicht noch etwas Positives", erklärte der Vorstandsboss und fordert von den Angestellten, dass sie trotz des Abstiegs weiter konsequent ihrer Arbeit nachgehen. "Heute und morgen können wir vielleicht noch ein bisschen die Köpfe hängenlassen. Aber dann muss es weitergehen, das Tagesgeschäft absolviert werden. Dazu haben wir einfach die Verpflichtung", sagte Hempel.

Wahrscheinlich wird es Einschnitte im Nachwuchsbereich geben. So ist derzeit noch offen, ob sich der Club die Regionalliga-Truppe wird weiter leisten können. Hempel: "Wir werden diesbezüglich sicher eine Empfehlung abgeben. Aber diese Entscheidung muss letztlich der neue Vorstand treffen."

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