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Bernd Hofmann vor dem Aus : Hansa-Boss bietet seinen Rücktritt an

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Zumindest auf der offiziellen Internetseite des FC Hansa Rostock ist Bernd Hofmann noch der Chef. Doch es wird nicht mehr lange dauern, bis die Zeit des 43-Jährigen als Vorstandsvorsitzender des Vereins vorbei ist.

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erstellt am 16.Dez.2012 | 06:50 Uhr

Rostock | Zumindest auf der offiziellen Internetseite des Fußball-Drittligisten Hansa Rostock ist Bernd Hofmann noch der Chef. Doch es wird nicht mehr lange dauern, bis die Zeit des 43-Jährigen als Vorstandsvorsitzender des Traditionsvereins vorbei ist.

Der neue Aufsichtsrats-Boss Thomas Abrokat bestätigte NDR 1 MV, dass Hofmann um die Auflösung seines bis 2014 dauernden Vertrags gebeten habe. Erst in den nächsten Tagen will der Aufsichtsrat über Hofmanns Anliegen beraten, es dürfte aber nur noch über die Abfindungsmodalitäten gehen. Zumal auch das neu gewählte Kontrollgremium ein Grund für Hofmanns Abschied ist.

Mit dem bisher starken Mann, der keinen Kommentar zur aktuellen Situation abgab, wird auch das für Finanzen zuständige Vorstandsmitglied Sigrid Keler zurücktreten. Damit steckt der finanziell wie sportlich angeschlagene Verein mitten in einer Führungskrise.

Keler: "Mache mir große Sorgen um Hansa"

"Ich trete auch zurück. Das stand bei mir nach der jüngsten Mitgliederversammlung des Klubs fest. Ich bedaure diese Entwicklung und mache mir große Sorgen um Hansa", sagte Keler der "Berliner Zeitung". Denn bereits nach der Mitgliederversammlung im November war heftig über einen Abschied von Hofmann spekuliert worden. Der seit Mai 2010 amtierende Vorstandschef hatte schon lange bei den Fans den Rückhalt verloren. Dass ausgerechnet mehrere von den Anhängern favorisierte Kandidaten in den Aufsichtsrat gewählt wurden, verschlechterte seine Position deutlich.

Wie sehr sich die Stimmung unter den Anhängern gedreht hatte, verdeutlichte, dass für das vergangene Geschäftsjahr weder der Vorstand noch der alte Aufsichtsrat von den Mitgliedern entlastet wurden. Beim Vorstand mit Hofmann an der Spitze war das Ergebnis sogar so eindeutig, dass man auf eine Auszählung verzichtete. Der anschließende Applaus der Fans rundete die Schmach für Hofmann und Co. ab.

Dabei hatte Hofmann zu Beginn seiner Amtszeit noch viele Pluspunkte eingeheimst. Mit der Verpflichtung von Manager Stefan Beinlich und Trainer Peter Vollmann gelangen ihm in zwei wichtigen Personalfragen Volltreffer. Dem Verein gelang der sofortige Wiederaufstieg in die zweite Liga. Doch danach begannen die Probleme. Die schwierigen finanziellen Bedingungen schränkten die Handlungsfähigkeit des Klubs deutlich ein. Im Mai wurde die Insolvenz erst durch einen Rettungsschirm verhindert.

Zudem überschatteten immer wieder Ausschreitungen von Fans die Rostocker Spiele. Nach dem Zweitligaspiel gegen den FC St. Pauli, als Feuerwerkskörper in den Gästeblock flogen, sperrte Hofmann die Südtribüne. Von den Fans wurde ihm das nie verziehen. Am Ende der Saison stand der Abstieg. Und als derzeitiger Tabellenzehnter ist das Ziel Wiederaufstieg fast nicht mehr zu erreichen.

Zumindest eine gute Nachricht gab es aber. So soll der Klub einen Nachfolger für den nach dem Abstieg zurückgetretenen Stefan Beinlich gefunden haben. Uwe Vester, derzeit Scout beim Bundesligisten Schalke 04, gilt - wie in dieser Zeitung bereits berichtet - als heißer Anwärter auf den Posten als Sportdirektor.

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