Handballer proben den Ernstfall

Bundestrainer Martin Heuberger muss heute in Schwerin und morgen in Rostock viel testen. dpa
Bundestrainer Martin Heuberger muss heute in Schwerin und morgen in Rostock viel testen. dpa

Länderspiele gegen Vize-Europameister Serbien heute in Schwerin und morgen in Rostock dienen der Vorbereitung auf die EM-Qualifikation

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21. September 2012, 07:43 Uhr

Schwerin/Rostock | Ohne Spielmacher, aber mit einem optimistischen Bundestrainer starten die deutschen Handballer am Wochenende in die Länderspiel-Saison. Die beiden Duelle mit Vize-Europameister Serbien dienen in erster Linie der Vorbereitung auf die EM-Qualifikation und die WM im Januar. Darüber hinaus kämpft die Mannschaft von Martin Heuberger aber um den verloren gegangenen Anschluss an die Weltspitze. Das wäre auch für die Liga ein Segen.

"Obwohl das Ergebnis in solchen Testspielen eine untergeordnete Rolle spielt, kann ich ein Ziel klar formulieren: Wir wollen die Spiele gegen Serbien unbedingt gewinnen", sagte Heuberger. Vor den beiden Tests gegen Serbien heute in Schwerin (15.30 Uhr/Eurosport) und morgen in Rostock (15.30) machte der Bundestrainer aber auch deutlich: "Wir müssen die Spiele nutzen, um uns für die schweren Quali-Spiele zur Europameisterschaft und für die WM einzuspielen."

Keine vier Monate vor dem Turnier in Spanien sehnt sich nicht nur der Deutsche Handball-Bund (DHB) nach den Erfolgen der Vergangenheit. In Zeiten schrumpfender Zuschauerzahlen hängt auch die Bundesliga mehr denn je am Tropf einer erfolgreichen Nationalmannschaft.

"Deutschland hat den Anschluss nach oben ein bisschen verloren. Wir haben die letzten drei Turniere nicht gut bestritten, sind zurecht nicht unter die besten vier gekommen", sagte der ehemalige Welthandballer Daniel Stephan: "Da müssen wir jetzt ansetzen. Der Anschluss muss schnell wieder gefunden werden."

In die selbe Kerbe schlägt auch Nationalspieler Dominik Klein. Nach der verpassten Olympia-Qualifikation will der Linksaußen vom Triple-Sieger THW Kiel, der heute sein 150. Spiel für Deutschland bestreiten wird, den Kontakt zur Weltspitze unbedingt wieder herstellen. "Mit dem Nationalteam müssen wir uns bei den großen Turnieren wieder die Akzeptanz holen, ganz oben mitzuspielen", sagte Klein: "Ich denke, dass uns das bald gelingen wird, denn der Weg, den wir unter Martin Heuberger eingeschlagen haben, ist genau der richtige."

Die Voraussetzungen sind vor den beiden Serbien-Länderspielen allerdings alles andere als optimal. Nach den Ausfällen der Leistungsträger Holger Glandorf (Trainingsrückstand nach Achillessehnenverletzung), Adrian Pfahl (Schulterprobleme) und Martin Strobel (Ermüdungsbruch) gehen dem Bundestrainer unmittelbar vor dem so wichtigen Wochenende die Alternativen aus. Denn auch Spielmacher Michael Haaß wird wegen eines Todesfalls in der Familie kurzfristig nicht zur Verfügung stehen. Nach der Abreise des Göppingers, der gegen Serbien nach langer Verletzungspause eigentlich sein Comeback in der DHB-Auswahl geben wollte, steht Heuberger kein etatmäßiger Spielmacher mehr zur Verfügung.

"Sven-Sören Christophersen und Steffen Weinhold stehen nun bereit, die Rückraumposition in der Mitte zu übernehmen", sagte der 48-Jährige. Zudem sollen vier Debütanten die Lücken schließen: Kai Häfner (HBW Balingen-Weilstetten), Tobias Reichmann (HSG Wetzlar), Felix Danner (MT Melsungen) und Evgeni Pevnov (Füchse Berlin) wollen sich bei ihrer Premiere im DHB-Dress für die Spiele in der EM-Qualifikation empfehlen. Dort treffen die deutschen Handballer am 1. November in Mannheim auf Montenegro. Weitere Gruppengegner sind Tschechien und Israel.

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