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19. Landesturnschau in Rostock : "Gesicht des Turnens" zum Anfassen

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Bei der 19. Landesturnschau in der Rostock schrieb Turn-Weltmeister Fabian Hambüchen fleißig Autogramme. Der 25-Jährige, der am Sonnabend die „Sterne des Sports“ verlieh, war Stargast der Turngala.

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erstellt am 09.Dez.2012 | 08:48 Uhr

Rostock | Kommt er, oder kommt er nicht? Das war die Frage aller Frage am Sonnabend im Vorfeld der 19. Weihnachts-Turngala in Rostock. Und er kam trotz schwieriger Anreise: via Flieger von Köln nach Hamburg und dann per Leihwagen weiter nach Mecklenburg. Als Fabian Hambüchen, das "Gesicht des Turnens" in Deutschland, zur Gala-Eröffnung um 14 Uhr angekündigt wurde, kannte die Stimmung bei den kleinen und großen Turnfans in der Ospa-Arena kein Halten mehr: tosender Applaus gemischt mit Freuden-Pfiffen.

Seit Jahren ist im Rahmen der Turngala die Landessieger-Ehrung der Ehrenamt-Aktion "Sterne des Sports" eingebettet. Daraus ist längst eine Symbiose erwachsen, wie sie nicht besser sein kann. Ja, und jetzt gab es mit Stargast Hambüchen, dem olympischen Silbermedaillengewinner von London am Reck, das Sahnehäubchen schlechthin. Seit 2009 fungiert "Fabi" als "Sterne-des-Sports-Botschafter" und in dieser Funktion kam der 1,63-m-Turnfloh an die Ostseeküste.

Es war Hambüchens zweiter Rostock-Besuch, welches der Chef des Landesturnverbandes, Christian Frenzel (Güs trow), in die Begrüßungsworte kleidete: "Du warst 2008 nach Peking hier (als Stargast des AIDA-Cruises-Treffens in Warnemünde - d. A.) - mit Bronze, jetzt 2012 mit Silber, und wenn du 2016 wiederkommst…" Zugleich merkte Frenzel süffisant an: "500 Meter Luftlinie von hier findet noch irgend eine Sportart (Hansa - U’haching - d. A.) statt - aber wir sind heute die Nr. 1!"

Und die Turnerinnen und Turner aus Selmstorf, Bentwisch, Wismar, Güstrow sowie von diversen Rostocker Vereinen und nicht zu vergessen die Stammgäste aus Dänemark zeigten, was sie im Jahr so alles eingeübt haben- von den sechsjährigen Eleven bis hin zur 60 + -Gruppe von Einheit Güstrow mit ihrer Trommelstock-Darbietung. Klassische Turnübungen wie den Felgaufschwung gab es in der ausverkauften Halle ebenso zu sehen wie die Rhythmischen Sportgymnastinnen von der RSG Bentwisch nach Tabaluga-Klängen. Zu solch einer Gala gehören mittlerweile auf Einlagen, die man nun nicht unbedingt mit Turnen verbindet. So zeigte die Rope-Skipping-Truppe von Grün-Weiß Rostock, was man so alles mit dem Springseil veranstalten kann.

Nach der Gala-Halbzeitpause gegen 15.10 Uhr gab’s einen kurzen Service von Moderator Hans Jörg Goldhofer: "Auf der anderen Seite steht es noch 0:0, aber das nur nebenbei." Nicht nur wegen der Halle erwärmte die Turngala mehr, als z. B das Akrobatenduo Hannes Schenk/Nele Basler (TSG Wismar) seine Weltcup-Übung zeigte. Atemberaubend, wie Schenk sich mit seiner Partnerin im Handstand in den Spagat begab. Davon zeigte sich der sechsfache Europameister Hambüchen sichtlich beeindruckt, der seit Herbst an der Kölner Sporthochschule als Bachelor-Studium die Fachrichtung Sportmanagement und -kommunikation belegt. "Akrobatik habe ich gerade als Kurs beim Studium", sagte Hambüchen und entgegnete auf die Bemerkung des Journalisten, "das muss für den Turn-König ein Klacks sein" deutlich mit einem "nein, nein…"

Jetzt aber Bühne frei, die jungen Autogramm-Jägerinnen, die auch häufig noch ein Handy-Foto mit Fabian haben wollten, waren an der Reihe. Draußen an der Halle lief ein älterer Herr mit Hansa-Schal vorbei. Kurze Ergebnisabfrage. "0:1 in der 88. - eine Katastrophe!!!" Alles richtig gemacht mit der Turngala…



Mit „Affenstark und löwenschlau“ zum Finale nach Berlin

„Das ist überwältigend, wir sind ganz stolz“, so die ersten Worte von Dirk Möller von Blau-Weiß Grevesmühlen. Mit ihrem Motto: „Affe nstark und löwenschlau“, die den Umweltschutzgedanken mit einer integrativen Kindersportshow verbindet, gewannen die Westmecklenburger den Großen Stern in Silber der Aktion „Sterne des Sports“. Diese Aktion des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gemeinsam mit den teilnehmenden Volksbanken und Raiffeisenbanken würdigt seit 2004 das ehrenamtliche Engagement. Die Jury, zu der von Beginn an auch mv:m-Sportredakteur Roland Güttler gehört, vergab die Plätze zwei und drei an den Turn- und Sportverein Friedland 1814 (Deutschlands ältester Sportverein!) und die HSG Uni Greifswald. Aus der Hand von Sterne-Botschafter Fabian Hambüchen wurden die „Silber-Sterne“ verliehen und die insgesamt sechs Bronze-Sieger auf Regionallebene, darunter der Leichtathletikclub Mühl Rosin, mit einem Scheck von mindestens 500 Euro geehrt. Der erste Platz ist nicht nur mit 2500 Euro dotiert, er ist zugleich die Fahrkarte zum Bundesfinale um die „Sterne des Sports“ in Gold am 29. Januar in Berlin. Grevesmühlen gehört damit zu Deutschlands 16 erfolgreichsten Vereinen der diesjährigen Wettbewerbsrunde. Übrigens: 2007 gewann der Integrative Treff Rostock das Bundesfinale!

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