Wieder kein Sieg für Post Schwerin : Für Riesenkampf leider nicht belohnt

Eine überragende erste Hälfte legte Linksaußen Matthias Musche hin.  Diertmar Albrecht
Eine überragende erste Hälfte legte Linksaußen Matthias Musche hin. Diertmar Albrecht

Handball-Zweitligist SV Post Schwerin hat auch im vierten Anlauf den ersten Saisonsieg verpasst. Die Post-Handballer geben gegen den Bergischen HC eine 21:14-Führung her und verlieren noch mit 26:28.

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20. September 2012, 09:59 Uhr

Der große Favorit Bergischer HC zog den Kopf aus der Schlinge und entführte gestern Abend beim 28:26 beide Punkte. Dabei hatte Post Schwerin in diesem vorgezogenen Spiel der 2. Handball-Bundesliga nach 35 Minuten noch mit 21:14 in Front gelegen…

Unter den Augen von Bundestrainer Martin Heuberger und dessen Co. bei der Nationalmannschaft, Frank Carstens, gingen die Mecklenburger vom Start weg hohes Tempo, um so die Riesenabwehr der "Bergischen Löwen" auseinander zu ziehen. Und das klappte, vor allem Jan Piske und der linke Flitzer Matthias Musche drückten auf die Tube. So glich der SV Post einen schnellen 2:5-Rückstand (9.) gegen den erklärten Aufstiegsfavoriten innerhalb von 60 Sekunden zum 5:5 aus - wobei Blondschopf Musche gleich zweimal einen Konter erfolgreich abschloss.

Doch erst einmal brachten sich die Landeshauptstädter durch nicht sauber gespielte Pässe um den Lohn. So zogen die Bergischen nochmals auf zwei Treffer davon (9:7/16.). Jetzt steigerte sich Robert Wetzel im Tor, zog die Gästebälle magisch an. Und das zahlte sich aus. Musche netzte weiter ein, sein persönlicher sechster Treffer brachte die erste Post-Führung zum 13:12 (23.). Die magere Kulisse von nur 762 Fans war schier aus dem Häuschen. Zudem kassierte der eminent gefährliche BHC-Kreisläufer Maximilian Weiß früh seine zweite Zeitstrafe (17.), sodass er fortan erst einmal auf der Bank blieb und dafür der eigentliche Regisseur, Ex-Nationalspieler Viktor Szilagyi, an den Kreis musste.

Während der BHC sich weiter wunderte, wie schwer diese Aufgabe gegen den Schweriner Minikader war und sich diverse haarsträubende Ballverluste leistete, setzten sich die Gastgeber weiter ab. Rachtsaußen Florian von Gruchalla hatte gar das 16:13 auf der Hand, doch setzte er den Ball beim Tempogegenstoß neben das Tor. Dies muss man erst mal schaffen... Mund abputzen und weiter. Der BHC kam zwar nochmals auf 14:15 (27.) heran, doch die Schlussminuten bis zur Pause gehörten wieder eindeutig den Postlern. Faktisch mit dem Schlusspfiff verwandelte von Gruchalla, der zuvor eine Quote von 2/0 hatte, den Siebenmeter zum 17:14.

Sollte sich hier eine Sensation anbahnen? Auf alle Fälle bleibt festzustellen: So schnell lief der Ball in der Vorsaison nicht durch die Schweriner Reihen! Das Motto in Halbzeit zwei konnte nur lauten: weiter kämpfen und siegen! Und es wurde erst einmal noch besser. Als Gäste-Trainer Sebastian Hinze seine zweite Auszeit nehmen musste, war der Gastgeber auf sagenhafte 21:14 enteilt (35.). Die Gäste wechselten den Torwart (Jan Stochl für Mario Huhnstock), zudem kam Weiß wieder.

Und der Post-Vorsprung bröckelte rasend, weil Schwerin auf einmal von der Körpersprache her nicht an den Sieg glaubte. War es nach 40 Minuten noch ein 22:16, so stand es vier Minuten später nur noch 23:20. Schwerins Coach Christian nahm seinerseits eine Auszeit. Doch der Damm war gebrochen, Stochl war von den kräftemäßig nachlassenden Postlern einfach nicht zu bezwingen. Beim 24:24 (51.) durch Szilagyi war der BHC endgültig dran. Schwerin traf in der Phase viermal nur den Pfosten, da man gegen Stochl zu genau zielte. So ging der Sieg-Traum doch noch mit 26:28 den Bach runter. Jammerschade, aber ein Spiel dauert nun einmal 60 Minuten.

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