Für mich sah das echt und fair aus

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20. Mai 2012, 08:28 Uhr

Der HC Empor hat Schwerin im Derby fertiggemacht, weggeputzt - nein, abgeschlachtet war das Wort, das Post-Trainer Christian Prokop am Ende mit Blick auf die, wie er sagte, enttäuschende Leistung seiner Mannschaft wählte. 27:20 - das ist ein Sieg, der die Emporianer ein gutes Stück weiterbringt in ihrem Kampf um den Klassenerhalt. 3100 Fans verfolgten das Duell der Erzrivalen - darunter ein absoluter Neuling. Das war ich. Dieses Derby war meine erste Handball-Erfahrung. Das sei vorausgeschickt, denn es erklärt, was nun kommt und manch ausgewiesenem Kenner vielleicht naiv erscheinen mag.

Aber mir stößt ein wenig sauer auf, was da im Publikum gemunkelt wurde. Post habe nicht mit voller Kraft gespielt. Für die Gäste ging es schließlich um nichts, für Empor hingegen um sehr viel. Mag sein, dass mir manche Szene entging, die eben diesen Unken zum Beweis dienen soll. Aber ich konnte nicht erkennen, dass sich die beiden Mannschaften irgendetwas geschenkt hätten. Da wurde entschlossen gekämpft, jedes Tor bejubelt, Schwerins Torwart Robert Wetzel ging sogar k. o. Für mich sah das nach einem echten, fairen Kampf aus. Und wäre es nicht auch äußerst unsportlich, eine solche Partie durch Kalkül zu entscheiden, nicht durch Leistung?

Selbst wenn die Schweriner Rivalen der Hanseaten sind - einen solchen Vorwurf sollte man ihnen nicht machen. Das gibt der Post-Niederlage etwas Gönnerhaftes, das auf einem Spielfeld nichts zu suchen hat. Zu Beginn der Partie ließen sie Rostock auch schlecht aussehen. Empor-Trainer Norbert Henke sprach von "Handball zum Weglaufen". Dass der HCE am Ende das Ruder herumriss und die Schweriner nach allen Regeln des Sports besiegte - soll das nur deren Gunst zu verdanken sein? Ich weigere mich, das zu glauben.

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