SSC: Vorbereitung auf das Rückspiel : "Für jede Spielerin einen Masterplan"

<fettakgl>Gestern Morgen war für SSC-Youngster Lisa Stein</fettakgl> unter der Beobachtung von Athletiktrainer Michael Döring individuelles Krafttraining angesagt. <foto>Reinhard Klawitter</foto>
Gestern Morgen war für SSC-Youngster Lisa Stein unter der Beobachtung von Athletiktrainer Michael Döring individuelles Krafttraining angesagt. Reinhard Klawitter

Topfit in die nächste Runde: SSC-Athletik-Trainer Michael Döring schickt die Volleyballerinnen des deutschen Meisters in den Kraftraum für das entscheidende Spiel beim italienischen Champion Busto Arsizio.

svz.de von
23. Januar 2013, 11:14 Uhr

Schwerin | Einer Tatsache können sich die Volleyball-Anhänger des Schweriner SC sicher sein: Morgen Abend um 20.30 Uhr geht der deutsche Meister topfit in das entscheidende Spiel beim italienischen Champion Busto Arsizio um den Einzug in das Viertelfinale der Champions League.

In den vergangenen Wochen staunten die SSC-Fans immer wieder. Nach den x-ten englischen Wochen seit Saisonbeginn am 19. Oktober präsentieren sich die Meister-Spielerinnen weiter in hervorragender körperlicher Verfassung. Sicherlich zwickt es bei der einen oder anderen mal hier, mal da. "Jede hat so ihre Baustellen", sagt SSC-Athletik-Trainer Michael Döring. Wie zum Beispiel Anja Brandt, die sich mit ein paar Schulterproblemen herumplagt. Oder Anne Buijs, die nach ihrer Leidenszeit nach der Schienbein-OP im Sommer aber wieder auf einem guten Weg ist. Für Youngster Lisa Stein gilt das gleiche nach ihrer Knie-OP. Doch verletzungsbedingte Ausfälle aufgrund der Dreifachbelastung mit Bundesliga, Pokal und Champions League während dieser Saison verzeichnet der deutsche Doublegewinner derzeit Gott sei Dank nicht - im Gegensatz zu anderen Teams aus der Bundesliga wie Dresden oder Münster.

Neue Übungen erst einmal selbst ausprobieren

Für den körperlich hervorragenden Zustand der 13-köpfigen Mannschaft zeichnet eben Michael Döring verantwortlich. Der studierte Diplom-Sportwissenschaftler steht seit Sommer 2008 in Diensten der Mecklenburgerinnen. "In der Saisonvorbereitung kann ich mit den Mädels richtig Kraft bolzen, um ein gutes Niveau zu schaffen. Während der Saison geht es nur noch darum, dieses Niveau punktuell auszubauen." Ball- und Krafttraining müssen da äußerst penibel aufeinander abgestimmt sein, ansonsten funktioniert gar nichts.

So war das auch in den vergangenen Tagen für das wichtige Rückspiel morgen in Italien. Nach dem grandiosen 3:2-Sieg am vergangenen Mittwoch gegen Busto Arsizio bekamen die Stammspielerinnen am Donnerstag frei. Am Freitagmorgen traf man sich zu einer Einheit im Kraftraum der Arena. "Wir teilen die Mannschaft, so dass die Hälfte Ball- und die andere Hälfte Athletik übungen macht", erklärt Michael Döring. So hat der gebürtige Suhler die Möglichkeit, "bei jeder Spielerin die Kraftübungen zu kontrollieren. Na klar, wissen alle, was sie tun haben, aber ich schaue mir das doch ganz gern an." Auch am Montagmorgen bat er die Mannschaft noch in die "Muckibude". Denn danach war es das für diese Woche - und er stellt auf Athletikübungen in der Halle um.

Der 31-Jährige tüftelt ein Programm der Hauptübungen für alle aus. Während der Saison muss die Überbelastung ausgeglichen werden. Zum Beispiel: "Im Spiel ist die Oberschenkelvorderseite sehr stark belastet, also heißt es im Krafttraining die Oberschenkelrückseite zu trainieren. Oder auch die Rückenmuskulatur zu stärken, da die Mädels ja ihre Schlagbewegungen nach vorn tätigen." Es gibt also sehr viel für Michael Döring zu tun, der das vollste Vertrauen seines Cheftrainers Teun Buijs genießt. "Da herrscht ein blindes Verständnis."

"Alle vier bis sechs Wochen ändere ich ein bisschen die Übungen, sei es mit mehr Gewichten oder einer schnelleren Ausführung. Ansonsten wird’s ja langweilig." Neue Reize setzen heißt auch da die Zauberformel. Neue Übungen probiert der Hobbymusiker aber erst einmal selbst aus. "Ich verlange von den Mädels nichts, was ich nicht auch kann", lautet schon seit Jahren seine Devise.

Zusätzlich erhält "jede Spielerin einen Masterplan für speziell auf sie zugeschnittene Übungen. Da während der Saison jedoch kleine Problemchen auftreten, müssen die Übungen immer wieder individuell angepasst werden." In der derzeitigen spielintensiven Phase jedoch, so Döring, "ist manchmal weniger mehr". Dosierter, zielgerichteter Kraftaufbau ist das A und O: "Ich springe ja nicht auf einmal fünf Zentimeter höher, wenn ich zwei Krafteinheiten mehr mache", meint der Athletikcoach schmunzelnd.

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