Siebenkämpferin Mächtig nimmt an olympischen Spielen teil : Frösche reisen als Glücksbringer mit

<strong>Jubel:</strong> Julia Mächtig freut sich über die Olympia-Qualifikation. <foto>Foto: Iris Hensel </foto>
Jubel: Julia Mächtig freut sich über die Olympia-Qualifikation. Foto: Iris Hensel

Siebenkämpferin Julia Mächtig fährt als Dritte im Bunde mit Lilli Schwarzkopf und Jennifer Oeser zu den Sommerspielen in London. Mit sehr guten Weitsprung-Werten konnte sich die Neubrandenburgerin qualifizieren.

svz.de von
13. Juli 2012, 07:06 Uhr

Neubrandenburg | Olympia weckt Erinnerungen. Nicht so gute. Denn 2008 hatte Vereins- und Disziplinkollegin Sonja Kesselschläger (inzwischen verheiratete Steiner) ihre Trainingsgefährtin Julia Mächtig in der Peking-Qualifikation "weggehauen". Dafür revanchierte sich Mächtig ein Jahr später mächtig - und schickte wiederum Kesselschläger ohne das Ticket für die Berlin-WM nach Hause. Letztere hat inzwischen ihre Karriere beendet.

Spannend wurde es vor den London-Spielen trotzdem. Denn die Athletin von Trainer Klaus Baarck patzte ein wenig beim ersten großen Auftritt in Götzis. Dort, im österreichischen Mehrkampf-Mekka, wurde es für Mächtig nur Rang 19 mit 6110 Punkten. Irgendwie kam die gebürtige Rostockerin nur schwer in diesen Wettkampf. "Jetzt gilt es eben in Ratingen", lautete damals der lapidare Kommentar.

Unterwegs, zwischen den Top-Höhepunkten für die Siebenkämpferinnen, spielte die 26-Jährige ihre große Stärke aus: Ruhe bewahren, nicht verrückt machen lassen und weiterarbeiten. Und auf ihre mentale Kraft war wie immer Verlass - auch in Ratingen. Die SCN-Leichtathletin verbesserte ihre persönliche Bestmarke von 6320 auf 6345 Punkte und sorgte nebenbei für zwei tolle Bestmarken mit 6,49 Meter im Weitsprung und 15,98 im Kugelstoßen.

Damit war es perfekt: Julia Mächtig fährt als Dritte im Bunde mit Lilli Schwarzkopf (Rhein-Wied, 6461) und Jennifer Oeser (Leverkusen, 6345) zu den Sommerspielen. In der aktuellen Weltrangliste nimmt das deutsche Trio die Plätze 10 (Schwarzkopf), 15 (Oeser) und 16 (Mächtig) ein. Dementsprechend bescheiden formuliert der Baarck-Schützling sein London-Ziel, spricht von einer Dreiklassen-Gesellschaft. Die Britin Jessica Ennis marschiere allen voran. Danach kämen die beiden Russinnen Tatyana Chernova und Kristina Savitskaya sowie die Kanadierin Jessica Zelinka. Und dann folge das große Feld mit den weiteren Damen, angeführt von der Französin Antoinette Nana Djimou Ida. "Es wird bei Olympia eine ganz starke Konkurrenz sein, ein Siebenkampf auf höchstem Niveau. Vielleicht schaffe ich einen Wettkampf auf dem Ratingen-Level. Das wäre klasse", so Mächtig. 6400 Punkte am 3. und 4. August machen und damit unter die Top-10 gelangen - davon träumt die Viertorestädterin.

Und von gutem Wetter. Wärme täte auch dem Rücken gut, der in den letzten Wochen zwischenzeitlich Probleme bereitete. Also, nur keine Regenzeit in London. Die wäre höchstens etwas für ihre Frösche, die als Glücksbringer mitreisen. "Ein großes Dankeschön an den Osteopathen Henry Haase, Doc Bodo Seidel und die Physio im Neubrandenburger Haus des Sports. Alle halfen und helfen großartig, um unsere Wehwehchen zu lindern oder zu beseitigen, um uns nach Verletzungen wieder fit zu machen."

Nach den Spielen will sich die Obermaatin wieder mehr um "die Zukunft nach dem Sport" kümmern. Für den Abschluss als Fitnessfachwirt IHK fehlt nur noch eine Prüfungsrunde. Vielleicht folgt dann ein Sportmanagement-Studium - das lässt Julia Mächtig noch offen. Denn der Leistungssport hat Vorrang. Und das aus jetziger Sicht mindestens noch bis 2016. Denn einen Olympia-Zyklus traut sich Julia Mächtig auf alle Fälle noch zu.

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