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Nach dem Fünf-Satz-Krimi im Endspiel des DVV-Pokals : Finale - und der SSC ist wieder dabei!

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Der Schweriner SC steht erneut im Finale des Volleyball-Pokals! Der Cup-Verteidiger lieferte sich in der Neuauflage des letztjährigen Endspiels eine hochdramatische Halbfinalschlacht mit den Roten Raben Vilsbiburg.

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erstellt am 30.Dez.2012 | 06:36 Uhr

Vilsbiburg | Der Schweriner SC steht erneut im Finale des nationalen Volleyball-Pokals! Der Cup-Verteidiger, der den DVV-Pokal bereits insgesamt viermal gewann, lieferte sich am Samstagabend in der Neuauflage des letztjährigen Endspiels eine hochdramatische Halbfinalschlacht mit den Roten Raben Vilsbiburg und setzte sich am Ende hauchdünn, aber insgesamt verdient mit 3:2 (-17, 19, 21, -19, 13) durch. SSC-Trainer Teun Buijs atmete nach 116 höchst abwechslungsreichen Minuten erst einmal ganz tief durch: "Das war heute allerbeste Werbung für den deutschen Volleyballsport. Und ich bin unheimlich glücklich, dass wir gewonnen haben."

Im Endspiel trifft Schwerin am 3. März im westfälischen Halle auf den VC Wiesbaden der im zweiten Halbfinale gestern mit 3:0 (18, 16, 22) in Stuttgart gewann.

"Das Beste kommt zum Schluss!" So hatte es der Hallensprecher beim Einlauf der beiden Mannschaften den 1905 Zuschauern (neuer Besucherrekord in Vilsbiburg) zum Jahresende versprochen. Dies traf jedoch zu Beginn der Partie nur auf die Gastgeberinnen zu, die fulminant loslegten, und den Schweriner SC völlig überrumpelten. Sage und schreibe 13:2 hieß es nach gerade mal acht Spielminuten, SSC-Coach Buijs hatte zu diesem Zeitpunkt bereits beide Auszeiten verbraten. Aber so langsam fanden seine Schützlinge besser in die Partie, auch wenn der hohe Rückstand nicht mehr wettzumachen war. Für Spielführerin Denise Hanke war das Aufbäumen im ersten Abschnitt dennoch ein Knackpunkt in dieser Partie: "Es war ganz wichtig, dass wir nach unserem miserablen Start ins Spiel gefunden haben und uns nicht 25:8 abschlachten ließen, sondern uns zurückgekämpft haben."

Diesen Schwung nahmen die Damen aus Mecklenburg-Vorpommern auch mit in den zweiten Satz. Der Block stand deutlich besser, und vor allem Außenangreiferin Lousiane Souza Ziegler lief nun zu großer Form auf. Die Brasilianerin war - mal raffiniert, mal mit brachialer Gewalt - von der Raben-Defensive zu keinem Zeitpunkt zu bremsen. Mit 25:19 war der Satzausgleich geschafft. Im dritten Abschnitt erspielte sich Schwerin eine schnelle 4:1-Führung, und dieser knappe Vorsprung wurde im Anschluss mit Klauen und Zähnen verteidigt. Vilsbiburg kämpfte aufopferungsvoll und war auch immer wieder bis auf einen Zähler dran, doch vor allem Sousa Ziegler verhinderte mit ihren insgesamt sieben Angriffspunkten allein in diesem Satz einen Ausgleich. Mit 25:21 gingen die Gäste mit 2:1 in Führung. Mit dem Mute der Verzweiflung und angefeuert von ihrem frenetischen Publikum kehrten die Roten Raben aufs Parkett zurück und nutzten eine kleine Schweriner Schwächephase sofort gnadenlos aus (16:10).

"So laut war es noch nie in einer Halle, in der ich gespielt habe. Das hat uns in dieser Phase schon verunsichert", meinte Hanke. Der SSC kam nicht mehr heran, mit 25:19 erzwangen die Raben den alles entscheidenden Tiebreak.

Und hier präsentierte sich der Bundesliga-Primus hoch konzentriert und lag beim letzten Seitenwechsel bereits beruhigend mit 8:3 vorne. Dennoch wurde es gegen die nie aufsteckenden Gastgeberinnen nochmals spannend. Ein Matchball blieb noch beim Stande von 14:13, doch das Ende verlief dann relativ unspektakulär. Harmloser Aufschlag von Norisha Campbell, sichere Annahme, schnelles Zuspiel - und die im Entscheidungssatz mächtig auftrumpfende Lucia Hatinova setzte mit ihrem letzten erfolgreichen Angriff den Schlusspunkt unter eine denkwürdige Begegnung. Bittere Enttäuschung bei den Vilsbiburgerinnen, überschäumender Jubel auf Schweriner Seite, einschließlich der etwa zehn mitgereisten Schlachtenbummler.

"Es war ein hochklassiges Spiel, schade, dass die beiden Mannschaften schon im Halbfinale aufeinandergetroffen sind. Das wäre ein würdiges Finale gewesen", fühlte SSC-Coach Buijs mit den enttäuschten Verliererinnen. Doch im Volleyball kann bekanntlich nur einer gewinnen, und wie schon vor einer Woche beim 3:2 in der Bundesliga gegen Dresden durften seine Mädels wieder als strahlende Siegerinnen das Parkett verlassen.


Nehmen Favoritenrolle an

Nach dem Fünf-Satz-Krimi sprach unser Mitarbeiter Bernhard Beez mit SSC-Kapitän Denise Hanke.

Herzlichen Glückwunsch zu diesem schwer erkämpften Erfolg. Wie groß ist die Erleichterung?

Hanke: Die ist wirklich riesig. Das war für uns heute das bislang wichtigste Spiel in dieser Saison. Wir mussten im Pokal einen ganz schweren Weg gehen, erst gegen Dresden, nun in Vilsbiburg. Umso schöner, dass wir unser großes Ziel wieder erreicht haben.

Was hat heute für Sie in dieser engen Begegnung den Ausschlag gegeben?

Das ist jetzt, so kurz nach Spielende, eigentlich gar nicht zu sagen. Am Ende hat vielleicht im Tiebreak ein Aufschlagfehler oder ein Netzroller entschieden. Ich muss mir mal die Punktestatistik anschauen. Aber momentan kann ich das noch nicht richtig beantworten.

Nun geht es am 3. März im Finale gegen Wiesbaden. Schwerin dürfte da als klarer Favorit gelten, nehme ich an?

Das mag sein, ja. Aber diese Rolle nehmen wir auch sehr gerne an. Wir wollen den Pokal wieder in Händen halten.



Vilsbiburg: Alves Ferreira, Möllers, Poll, de Jesus Benedito, Newcombe, Mesa Luaces - Dürr; Stöhr, dos Santos Batista, Stigrot, Campbell, Curatola.

Schwerin: Steenbergen, Hanke, Hatinova, Souza Ziegler, Brandt, Völker - Thomsen; Joachim, Stein, Buijs, Offer, Martins Paulino, Moma Bassoko.

Spieldauer: 116 Minuten. Zuschauer: 1905.

Männer, DVV-Pokal, Halbfinale: Haching - Düren 3:0 (19, 21, 22); Rottenburg - Moers1:3 (31, -22, -19, -17). Finale am 3. März in Halle/Westfalen.

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