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FC Hansa Rostock : "FC Harmlos" hinkt meilenweit hinterher

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"Auf Wiedersehen! Auf Wiedersehen!" Der Spott der "Massen" (2850 Zuschauer) war dem FC Hansa sicher, nachdem er am Mittwoch bei Wacker Burghausen in Überzahl sogar noch das 0:2 kassiert hatte.

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erstellt am 30.Aug.2012 | 07:58 Uhr

Burghausen/Rostock | "Auf Wiedersehen! Auf Wiedersehen!" Der Spott der "Massen" (2850 Zuschauer) war dem FC Hansa sicher, nachdem er am Mittwoch bei Wacker Burghausen in Überzahl sogar noch das 0:2 kassiert hatte. "Da musst du dich von diesem Kinderchor noch verhöhnen lassen - und das mit Recht!", hatte auch Antenne-MV-Reporter Sven Kriese auf der Tribüne die Nase voll.

Eine Mannschaft, die auf Anhieb in die 2. Fußball-Bundesliga zurückkehren sollte, ist nach sieben Spieltagen noch nicht mal richtig in der 3. Liga angekommen. Morgen (14 Uhr DKB-Arena) empfangen die Rostocker als Dreizehnter (schlechter waren sie in der Drittklassigkeit noch nie platziert) den Fünfzehnten SV Wehen Wiesbaden - das ist schon die Vorstufe vom Kampf gegen den Abstieg!

Dabei war Burghausen kein übermächtiger Gegner, aber mit "ehrlichen Arbeitern" in ihren Reihen. Wacker schöpfte seine Möglichkeiten aus und führte den artig-schlappen, hilflosen FC Hansa mit einem Mann weniger (!) in der Schlussphase fast vor.

FCH-Trainer Wolfgang Wolf vertrat die Meinung, beide Treffer seien "aus dem Nichts" gefallen. Das mag auf das Zufallstor zum Endstand zutreffen, nicht aber auf das 1:0. Denn allein Luz, der zuletzt in den 1. Ligen von Vietnam (!) und Belgien seinen Lebensunterhalt verdiente, besaß kurz zuvor gleich drei verheißungsvolle Möglichkeiten in nur zwei Minuten.

"Wir schenken die Tore her, spielen beim 1:0 Burghausen den Ball in den Fuß. Beim 2:0, einem harmlosen Freistoß, rutscht einer aus. Wir konnten uns offensiv nicht durchsetzen", beklagte Wolf. Jetzt aber gelte es, die Ruhe zu bewahren und zu Hause den Bock umzustoßen, was schwer genug werde. "Die aktuelle Lage entspricht natürlich nicht unserem Anspruch. Wir hinken meilenweit hinter dem her, was wir uns vorgenommen haben", weiß der 54-Jährige, der sich auch darüber im Klaren ist, dass in solchen Fällen irgendwann zwangsläufig der Trainer in Frage gestellt wird. Nach außen hin ficht ihn das nicht an: "Wie es mit mir weitergeht, ist doch uninteressant."

Wolfs Feststellung: "Wir haben uns spielerisch weiterentwickelt" , muss widersprochen werden. Ein Edisson Jordanov zum Beispiel war lebhaft, sicher. Aber ernsthaft gemeint haben kann der Coach allein den zweiten Debütanten des Tages neben Luz, Leonhard Haas. Rostocks Neuer mit der Trikotnummer 33 setzte auf Anhieb Akzente, bewies Blick für die Situation, leitete mehrfach gut ein und legte nach seiner frühen gelben Karte (12.) auch genug Selbstbeherrschung an den Tag, um sich keinen Platzverweis einzuhandeln. Haas scheint das Zeug zur Leitfigur zu haben. "Uns fehlte einfach die Durchschlagskraft. Wir haben uns keine klare Torchance herausgespielt. Das war heute an Harmlosigkeit nicht zu übertreffen. Jeder muss sich selber hinterfragen. Aber ich hoffe, dass wir gegen Wehen Wiesbaden den Schalter umlegen können", so Haas.

Krisensitzung: Wolf musste zum Rapport

Indes wird die Luft für Trainer Wolf immer dünner. Gestern wurde auf einer Krisensitzung die sportliche Situation intensiv besprochen und ausgewertet. Vor allem die Art und Weise der vergangenen Auftritte verstimmt die Club-Verantwortlichen. Zuletzt waren keine Steigerungen in der spielerischen Leistung zu sehen. Zudem wurden die häufigen Umstellungen in der Start-Elf des Fußball-Lehrers kritisiert.

Im Heimspiel gegen Wehen steht Wolfgang Wolf somit unter gehörigem Druck. Nur ein Sieg und möglichst ein überzeugender dürfte die Wogen glätten können. Ansonsten muss der Verein neben einem sportlichen Leiter auch noch einen neuen Trainer suchen.

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