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Ronny Marcos ist die Entdeckung des FC Hansa : Fans feiern den Fighter mit den Rasta-Zöpfen

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Das 0:0 zwischen dem FCH und Chemnitz war wahrlich kein fußballerischer Leckerbissen. Und doch wird diese Partie vielleicht etwas länger im Gedächtnis haften bleiben, als sie es eigentlich verdient. Wegen Ronny Marcos.

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erstellt am 13.Aug.2012 | 07:49 Uhr

Rostock | Das 0:0 in der 3. Liga zwischen dem FC Hansa und dem Chemnitzer FC war wahrlich kein fußballerischer Leckerbissen. Und doch wird diese Partie vielleicht etwas länger im Gedächtnis haften bleiben, als sie es eigentlich verdient. Wegen Ronny Marcos, der Entdeckung dieses Sonntags. DER hatte es nämlich verdient. Denn der in Oldenburg/Holstein geborene Deutsch-Mosambikaner interpretierte beim Debüt in der Rostocker Profi-Anfangsformation den Linksverteidiger, wie man es sich kaum besser wünschen kann.

Er hat das Zeug zum Publikumsliebling

"Trainer Wolfgang Wolf hat mich am Sonnabend gegen 18 Uhr angerufen und informiert, dass ich wahrscheinlich spielen werde. Ich war überrascht, habe mich aber natürlich gefreut. Am Anfang war ich noch etwas aufgeregt, habe dann aber schnell den Ernst der Lage erkannt, zumal mich die Fans super gepusht haben", so der Linksfuß. In der Tat wurde er als Einziger in Weiß-Blau von den über 11 000 Zuschauern regelmäßig (!) mit Szenenapplaus bedacht. Und konnte sich durchaus vorstellen, woran das lag: "Ich bin ein Typ, der immer alles gibt. Ich wollte dem Trainer unbedingt zeigen, dass es nicht umsonst ist, wenn er mich aufstellt."

Seine eigene Leistung wollte der 18-Jährige nicht groß kommentieren, meinte nur bescheiden: "Wir haben hinten zu null gespielt, und da kann man dann als Verteidiger zufrieden sein." Keine Frage, dieser "angenehme Bursche mit Zielen" (Zitat A-Jugend-Coach Roland Kroos) hat das Zeug zum Publikumsliebling!

Welch hohe Meinung auch Wolfgang Wolf von Marcos hat, zeigte sich am zurückliegenden Freitag, als er, damit der Abwehrspieler die komplette Einheit bestreiten konnte, das Training extra um eine halbe Stunde nach hinten verschob. Ronny nämlich hatte noch Unterricht: Er besucht am Christophorus-Gymnasium die 12. Klasse. 2013 schließt er die Schule mit der Fachhochschulreife ab, konzentriert sich dann voll auf den Fußball. Mit dem er daheim auf der Insel Fehmarn erst als Zwölfjähriger (!) begann.

Direkter Kontrahent sah keinen Stich

Was hat der Sohn eines afrikanischen Vaters seitdem für eine Riesenentwicklung genommen: Regionalliga mit dem Nachwuchs des VfB Lübeck, ab 2011 A-Junioren-Bundesliga beim FC Hansa und jetzt schon der zweite Einsatz in der 3. Liga bei den Profis (beim 4:1 gegen Babelsberg eine Woche vorher war er für knapp zehn Minuten eingewechselt worden)!

Dabei sollte Marcos "nur" den von Magen-Darm-Problemen geplagten Kapitän Sebastian Pelzer vertreten. Doch dann entpuppt sich dieser mit seinen 1,75 m und 70 kg fast etwas unscheinbare junge Mann als schneller Fighter mit Auge und geschicktem Stellungsspiel sowie weit überdurchschnittlicher Abräumquote. Sein direkter Kontrahent Sascha Pfeffer sah keinen Stich. Und dabei stürmte der Junge mit den Rasta-Zöpfen sogar noch mehrmals bis ganz nach vorn! Ronny Marcos war gegen Chemnitz der auffälligste Akteur auf dem Platz und empfahl sich nachdrücklich.

Wolfgang Wolf: "Natürlich ist er eine Alternative. Aber fragen Sie mich jetzt nicht, ob er am Sonntag im DFB-Pokal gegen Kaiserslautern aufläuft. Ronny hat im Duell mit Chemnitz bei aller Hektik, die wir haben, viele Bälle ins Aus gespielt, aber für seinen Einsatz Beifall gekriegt. So eine Körpersprache müssen auch die anderen beherzigen. Ich darf ihn jedoch nicht verheizen."

Nachdenken über Verstärkungen „Wir müssen in unserer momentanen Situation darüber nachdenken. Nach dem Pokalspiel werden wir einen Kassensturz machen und schauen, ob wir dann aktiv werden“, antwortete Vorstandsvorsitzender Bernd Hofmann nach dem 0:0 gegen Chemnitz auf die Frage, ob Verstärkungen notwendig seien, und ergänzte: „Wir müssen unsere Schwachstellen berarbeiten. Unsere Probleme sind ja definierbar. Der Stab arbeitet daran. Über den Trainer wird nicht diskutiert.“

Hansa intern:

  • Blum erleidet schwere Knieprellung

Beim gestrigen Auslaufen pausierten Matthias Holst (Leisten- und Bauchmuskelprobleme), Ken Leemans (geschwollener Zeh), Sebastian Pelzer (Magen-Darm) und Michael Blum (schwere Knieprellung). Letzterer soll am Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, alle anderen morgen.


  • Brinkies auch für die Profis gesperrt

Torwart Johannes Brinkies, der im Oberliga-Spiel der „Zweiten“ in Fürstenwalde (1:3) nach einer Notbremse die rote Karte sah, ist damit vorerst auch für die Profis gesperrt. Das betrifft auch das DFB-Pokal-Spiel am Sonntag gegen den 1. FC Kaiserslautern.


  • Morgen zweimal Training

Nach dem heutigen freien Tag sind für morgen zwei Übungseinheiten angesetzt. Training ist dann genau wie am Donnerstag um 10 und 15 Uhr.


  • Talk aus dem Fanhaus

Bei „Hansa InTeam: Der Talk aus dem Fanhaus“ morgen 19 Uhr sind diesmal Verteidiger Ronny Marcos, Stürmer Nils Quaschner und Co-Trainer Steffen Baumgart zu Gast. Wer Fragen an sie hat, schickt sie einfach per Mail an fanradio@fc-hansa.de. Wer live dabei sein will, meldet sich per Mail unter presse@fc-hansa.de an (bitte Personenanzahl mit angeben). Für alle, die die Gesprächsrunde nicht live vor Ort oder im Fanradio mitverfolgen können: Die Sendung wird einen Tag später online gestellt.
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