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21. November 2017 | 06:59 Uhr

"Ey, caramba! Das sind ja Dinger!"

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svz.de von
erstellt am 06.Jun.2010 | 06:10 Uhr

Parchim/Schwerin | Um ein Haar hätten wir unsere WM-Aktion so ausklingen lassen können, wie wir sie begonnen hatten: mit einem Promi-Fußballer. War es zum Start im Herbst 2008 DDR-Stürmerlegende Peter Ducke, der sich mit den Jungs vom SV Plate über deren Gewinn freute, so hätte es diesmals Bastian Reinhardt sein sollen. Der aus Grabow stammende bisherige Innenverteidiger des Hamburger SV ist der Großcousin von Simon Petzak. Der wiederum ist Torwart der E2-Junioren des Parchimer FC und hat mit seiner Einsendung dafür gesorgt, dass seine Truppe künftig in Weiß-Rot auf Torejagd gehen kann und das sogar mit ’nem Polokragen am Trikot.

Nur das mit dem Bastian, das hat leider nicht geklappt. „Er hat abgesagt“, berichtete Simons Papa Steffen. Alles andere wäre aber auch ein Wunder gewesen, schließlich hat Reinhardt als frischgebackener HSV-Manager in Vorbereitung der neuen Saison jede Menge offener Baustellen.
Und die Parchimer Jungs waren auch so bei der Gewinn-Übergabe am Kindertag beglückt.Einer der Stifte kam unmittelbar vorm Umziehen gar noch aus der Kabine geflitzt. „Wir kriegen neue Trikots!“, rief er mit leuchtenden Augen seinem beim Training kiebitzenden Vater zu. Und schon war er wieder drin, um nur ja nichts zu verpassen.

Auch unser Gewinner Simon war schier aus dem Häuschen, als er in seiner Torwart-Kluft auf den Platz eilte. „Ey, caramba! Das sind ja Dinger“, rief der Drittklässler im Vorbeirennen begeistert.
Ganz allein war der Neunjährige auf die Idee gekommen, sich bei unserer Aktion zu bewerben. „Ich hatte davon in der Zeitung gelesen und dann hat Papa mir beim Brief geholfen“, erzählt Simon von der heimlichen Aktion. „Weil wir keine falschen Hoffnungen wecken wollten, war nicht einmal Trainer Joachim Bauer eingeweiht“, ergänzte Steffen Petzak. Das wurde dann allerdings umgehend nachgeholt, als der Gewinn in unserer Zeitung vermeldet wurde. „Da war der Anruf beim Trainer gleich das erste, was wir taten."

Das möchte auch sein. Schließlich ist Joachim Bauer für die Jungs – und zwar nicht nur für seine Zwillingssöhne Anton und Hannes, die in dieser Truppe spielen – der beste Trainer der Welt. Seit 2006 betreut er die Jungs, „weil halt ein Trainer gebraucht wurde und sich keiner fand“, wie der im Zivilberuf als Rechtsanwalt arbeitende Coach lapidar bemerkte. Seine Mannschaft ist ihm in dieser Zeit ans Herz gewachsen, so sehr, dass er inzwischen auch im Vorstand des Vereins mitarbeitet. Und auch die nun alten Trikots gehen auf den Trainer zurück. Weil es der Verein nicht konnte, hatte er den kompletten Satz Spielkleidung aus eigener Tasche bezahlt.

Ganz fabrikneu sind die neuen Dresse inzwischen übrigens auch nicht mehr. So spielten der PFC gestern daheim zum Saisonabschluss gegen den SV Pinnow – unterlag aber 0:10. Doch das macht (fast) gar nichts. Trainer Bauer: „Da wir auch F-Junioren dabei haben, sind wir teilweise zwei Jahre jünger als unsere Gegner. Insofern haben wir mit Platz sieben im Elferfeld der Kreisliga eine gute Saison gespielt.“ Und zum Dank dafür gab es gestern – gemeinsam mit den Eltern – noch ein zünftiges Abschlussessen: Pommes mit Schnitzel.

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