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FC Hansa gewinnt 4:3 in Aachen : Es war ein "Fünf-Minuten-Wunder"

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Das wird so schnell kein Hansa-Fan vergessen: Die Rostocker haben am Freitagabend im Tivoli bei Alemannia Aachen mit 4:3 gewonnen. Das Unfassbare dabei war: Aachen gab ein 3:1 in fünf Minuten aus der Hand.

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erstellt am 14.Apr.2013 | 10:14 Uhr

Aachen | Das war mal ein Fußballspiel, das keiner, der dabei war, so schnell vergessen wird: Der FC Hansa gewinnt eins der entscheidenden Duelle um den Erhalt der 3. Liga beim Schlusslicht Alemannia Aachen. Die Aachener Zeitung bringt das Geschehen in der Überschrift des Spielberichts auf den Punkt: "Unfassbar: Aachen gibt ein 3:1 in sechs Minuten aus der Hand". Und darunter, etwas kleiner: "Tristesse nach dem 3:4 gegen Rostock: Genickschuss für den Tabellenletzten?"

"Wir haben immer daran geglaubt"

Es geht los mit dem Traumtor von Michael Blum zum 1:0. Es ist Hansas 99. Treffer in der 3. Liga, dazu der erste selbst erzielte aus dem Spiel heraus nach 452 (!) Minuten; die beiden Erfolgserlebnisse unlängst beim 2:3 in Osnabrück waren auf einen Elf-meter beziehungsweise ein Eigentor zurückzuführen…

Nur eine Minute später der Ausgleich. Dann sorgt Kefkir mit zwei verwandelten Freistößen (45., 62.) für die 3:1-Führung der Gastgeber. Die Rostocker sind gefühlt abgestiegen. 8:2 Ecken für die Schwarz-Gelben gibt es - und auch von der Körpersprache der Gäste her deutet nichts darauf hin, dass sich im Tivoli noch Wesentliches ändern könnte. Doch im Nachhinein - auch wenn zunächst nicht übermäßig viel davon zu sehen ist - beteuern alle befragten Hanseaten, dass sie die Hoffnung nie aufgegeben hätten. Ondrej Smetana: "Wir haben uns gesagt, im Fußball ist alles möglich." Johan Plat: "Wir haben immer daran geglaubt, einander angeguckt und gesagt: Immer weitermachen, wir werden sehen, was rauskommt."

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Und tatsächlich ist alles Glück, was den Mecklenburgern 2012/13 bis dahin stets fehlte, plötzlich auf einem Haufen zusammen. Tom Weilandt profitiert bei seinem Aufsetzerschuss von einem Platzfehler und erzielt den Anschluss (76.), das 100. Tor des FCH in der 3. Liga. Kurz darauf Michael Blum auf Plat - 3:3 (79.). Dann schraubt Smetana den Deckel drauf: "Ich wollte den Ball auf den zweiten Pfosten platzieren, aber der Verteidiger hat ihn abgefälscht zu unserem großen Glück."

Busfahrer bringen das Glück zurück

Doch nicht nur Pechvogel Erb "unterstützt" die Gäste: Torwart Flekken wird von Achillessehnenbeschwerden behindert, lässt sich aber nicht auswechseln. Und Kefkir, der kann zwar Freistöße, aber nicht die Einfachen: Nach Marcos’ unfreiwilliger Vorlage schiebt er die Kugel aus kurzer Distanz am Tor vorbei, vergibt das eigentlich sichere 4:2 und damit den Aachener Sieg (77.).

"Abstruse Abwehrfehler" der Alemannia macht die Aachener Zeitung als Hauptursache der sensationellen Wende aus. Und die Hanseaten feiern. Plat: "Unfassbar! Es war kein gutes Spiel, aber dann geschah fünf Minuten lang ein Wunder!" Sein Kollege Ken Leemans ergänzt: "Wir haben uns diesen Sieg vom 1:3 zum 4:3 zusammen erarbeitet. Das können wir genießen. Aber nicht zu lange. Wir fahren jetzt mit ganz breiter Brust nach Babelsberg. In Holland (wo er von 2007 bis 2012 für VVV-Venlo in der 1. und 2. Liga spielte - d. Red.) habe ich so etwas schon oft erlebt. Leider war es in dieser Saison bisher oft umgekehrt, aber heute haben wir das Spiel auf unsere Seite gezogen. Ich bin stolz auf alle Jungs."

Auch für die Abergläubischen gab’s in Aachen etwas "zu holen": Vater Holger und Sohn Daniel Ziegler brachten das Glück zurück. Vorher waren die beiden Busfahrer von der Firma Ostseewind-Reisen zuletzt im August in Darmstadt (1:1) und Burghausen (0:2) mit den Drittliga-Kickern auf Tour…

Und für die Statistiker: Die Rostocker haben zwar schon zweimal in der laufenden Saison nach 2:0-Vorsprung verloren (in Münster 2:5, in Osnabrück 2:3), aber nach einem Zwei-Tore-Rückstand noch zu gewinnen, das gelang ihnen erstmals in der 3. Liga.

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