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Handball-Derby zwischen Post Schwerin und Empor Rostock : Erstmals kommts zum Bruderduell

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Bisher waren sie nahezu unzertrennlich - Robert und Tom Wetzel. Das sollte sich in diesem Sommer ändern. Tom heuerte beim HC Empor an, während man auf den Tormann Robert bei Post Schwerin ein Auge geworfen hatte.

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erstellt am 16.Dez.2011 | 11:21 Uhr

Schwerin/Rostock | Bisher waren sie nahezu unzertrennlich - Robert und Tom Wetzel. Selbst die Geburtstage der gebürtigen Rostocker sind wie gemacht für eine gemeinsame Fete: Tom erblickte am 24. 9. 1991 das Licht der Welt, Robert im Jahr davor am 25. September. Gleich nach Toms Geburt zogen ihre inzwischen getrennt lebenden Eltern mit den Steppkes ins holsteinische Bad Bramstedt um - der Arbeit wegen. Vater Maik, Handballer beim damaligen SC Empor Rostock, spielte in der neuen Heimat weiter beim dortigen Regionalligisten.

Als Maik Wetzel dann Trainer in Bad Bramstedt wurde, hatte er auch seine Filii Robert und Tom unter den Fittichen. "Ich ging zuerst zum Handballtraining hin, da war ich zehn", sagt Tom, "Robert hatte da noch nicht solch eine Lust drauf, der fing erst ein Jahr darauf an", erzählt der inzwischen 20-jährige Wieder-Rostocker. Extrawürste beim Trainer-Papa gab es freilich nicht in der Handball-Familie Wetzel. Nur die Oma konnte und kann auch heute laut Robert noch nicht zuschauen, "wenn ich mal einen Ball an den Kopf bekomme oder Tom verletzt am Boden liegt".

Robert und Tom bildeten ein unzertrennliches Brüderpaar, in Bad Bramstedt und auch noch in der Vorsaison, als sie im Doppelpack zum damaligen Zweitligisten TSV Altenholz vor den Toren Kiels wechselten. Das sollte sich in diesem Sommer ändern. "Es hängst davon ab, welche Angebote man bekommt", merkt der Große - nach der Körpergröße - an. Tom misst 1,97 Meter, Robert hingegen "nur" 1,95. Der Rückraummann heuerte beim HC Empor, während man auf den Kister bei Post Schwerin ein Auge geworfen hatte.

Und nun treffen sie am kommenden Mittwoch um 19 Uhr unter Leitung der Erstliga-Schiedsrichter Harms/Mahlich aus Sachsen-Anhalt erstmals in einem Pflichtspiel aufeinander! "Ich freue mich drauf auf die ungewöhnliche Sache. Allerdings herrscht bisher nur Vorfreude, erst einmal muss am Freitag (heute - d. A.) ein 200-prozentiger Sieg über Potsdam her", merkt Tom an, während der Ältere vom Derby ein "superschönes Erlebnis " erwartet. Nur für wen wird das am Ende schöner werden? Unentschieden sind in diesem Duell der Erzrivalen rar gesät. In den bisherigen 77 Derbys gab es gerade einmal deren sieben - zuletzt im Frühjahr 2006 beim 22:22 in Schwerin.

Die Wetzels sehen sich laut Tom "einmal die Woche bestimmt. Und wenn es passt, besuchen wir die Heimspiele des anderen. Zuletzt war ich bei Schwerin gegen Düsseldorf." Da bekam der Rückraumschlaks ja Anschauungsunterricht, wie man die heimstarken Postler knackt, Schwerin unterlag gegen die Rheinländer mit 27:31. Doch Robert kontert: "Wenn bei uns alle fit sind, sind wir in der Breite besser als Rostock aufgestellt. Wir müssen es nur schaffen, die Konzentration hoch zu halten und das Maximum abzurufen."

Tom ist zurück in der Stadt seiner Geburt, fühlt sich in Rostock pudelwohl und sagt über seinen neuen Trainer Norbert Henke, der am 29. November auf den entlassenen Holger Schneider folgte: "Die bisherige Zusammenarbeit passt. Er wird uns weiterbringen." Und auch Robert Wetzel bereut den Schritt nach Schwerin nicht. "Sowohl mit der Mannschaft als auch mit der Stadt - besser hätte ich es nicht treffen können", verkündet der 21-Jährige, der im Zentrum der Landeshauptstadt zusammen mit dem ebenfalls von Altenholz gekommenen Post-Spielmacher Moritz Weltgen sowie mit "Dinos" Chantziaras auf einer Etage wohnt.

Tom und Robert Wetzel - zwei Handball-Brüder, die auch sonst manche Gemeinsamkeit haben. Etwa bei der Wahl ihrer nach wie vor in Bad Bramstedt wohnenden Freundinnen. Roberts Jacquelin ist 18, Toms Liebe, die "ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte", ist 20. Und beide junge Damen haben ein Faible für den Pferdesport, sind Amateur-Reiterinnen. Für die Handball-Jungs nicht gerade die Sportart Nr. 1. Sie bekannten unisono, "ein- bis zweimal" bei einem Ritt ihrer Herzdame dabei gewesen zu sein. Robert: "Was man so macht, wenn die Freundin startet. Aber meistens habe ich keine Zeit." Wozu der Handballsport alles gut sein kann…

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