SSC-Libero Lisa Thomsen fiebert dem Play-off-Start entgegen : Energiebündel ständig in Bewegung

<fettakgl>Eine Bank bei den SSC-Volleyballerinnen: </fettakgl>Libero Lisa Thomsen steht sicher in der Annahme und selbst schier unmögliche Bälle fischt sie in der Feldabwehr noch heraus. <foto>Dietmar Albrecht</foto>
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Eine Bank bei den SSC-Volleyballerinnen: Libero Lisa Thomsen steht sicher in der Annahme und selbst schier unmögliche Bälle fischt sie in der Feldabwehr noch heraus. Dietmar Albrecht

Schwerins Libero Lisa Thomsen ist ein Energiebündel auf dem Feld. Da verwundert es nicht, dass die 27-Jährige dem Play-off-Start am Sonnabend mit dem Viertelfinal-Hinspiel gegen den SC Potsdam entgegenfiebert.

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27. März 2013, 08:04 Uhr

Schwerin | Sie kämpft und rackert in der Annahme sowie in der Feldabwehr – schier unmögliche Bälle sind oftmals noch ihre Beute. Schwerins Libero Lisa Thomsen ist ein Energiebündel auf dem Feld. Da verwundert es einen auch nicht, dass die 27-Jährige dem Play-off-Start am Sonnabend mit dem Viertelfinal-Hinspiel in der heimischen Arena gegen den SC Potsdam (Beginn 19 Uhr) entgegenfiebert. „Ich bin froh, dass es endlich weitergeht. Es war auf der einen Seite schon komisch, dass wir drei Wochen in der Saison spielfrei hatten. Auf der anderen Seite war es für uns sehr gut, dass wir kraft- und volleyballmäßig sehr viel im Training machen konnten. Die Intensität war sehr hoch“, erklärte Lisa Thomsen gestern in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Die kommenden Aufgaben in den Meisterschafts-Play-offs geht die gebürtige Aachenerin mit viel Optimismus, Selbstvertrauen, Ehrgeiz und eiserner Disziplin an – wie alles in ihrem Leben.

Und da spielt im Moment Volleyball die erste Geige. Das war nicht von Anfang an so. Mit acht, neun Jahren fing Lisa mit Volleyball an, spielte parallel dazu noch Tennis im Verein. „Ich wollte schon immer Sportlerin werden“, erinnert sich die Nationalspielerin. Zu Anfang ihrer Volleyball-Laufbahn von der E-Jugend bis nach dem ersten Jahr beim VC Olympia Sinsheim (gleichbedeutend damals mit der Nachwuchs-Nationalmannschaft) agierte die Frohnatur als Zuspielerin: „Nach den Sommerferien kam unser Trainer Rudi Sonnenbichler an und sagte, du spielst jetzt Libero.“ Er wusste, warum. „Es war eine sehr gute Entscheidung von ihm. Als Zuspielerin hätte ich es nicht so weit gebracht“, ist Lisa Thomsen überzeugt. Auf ihrer nun angestammten Position hat sie fast alles erreicht. „Ich bin mit dem SSC Meister, Pokalsieger, in der Champions League dabei. Mit der Nationalmannschaft war ich bei der WM und EM (Silber 2011 – d. A.). Nur eben noch nicht bei Olympia. Das ist aber auch für europäische Mannschaften schwierig, aufgrund des hohen Niveaus in Europa dahinzukommen. Aber der Olympia-Traum lebt weiter.“ Und wie sieht sie ihre Libero-Funktion? „Es ist auf keinen Fall eine leichte Position. Es kann ja sein, dass du deine erste Annahme erst im dritten Satz bekommst und dann ist gerade dieser Ball entscheidend. Da musst du die Konzentration immer sehr hochhalten. Man kann das mit einem Torhüter im Fußball vergleichen“, meint die Fernstudentin der Gesundheitsökonomie an der privaten Apollon-Universität in Bremen.

Wie so häufig im Volleyball bauen sich die Spielerinnen nebenbei ein zweites Standbein auf. „Ich habe 2009 in Bremen angefangen zu studieren. Ich denke, ich brauche noch zwei Jahre. Ich bin ein Typ, der alles genau machen will, auch wenn es mit dem Studium jetzt ein bisschen langsamer geht. Im Moment hat Volleyball bei mir die erste Priorität“, stellt Lisa Thomsen klipp und klar fest. „Ich muss nur für ein paar Seminare und Klausuren nach Bremen, alles andere kann ich von zu Hause machen.“ So kommt es aber hin und wieder mal vor, dass sie morgens nach Bremen fährt, eine Klausur schreibt, zurückfährt und abends beim Mannschaftstraining ist. „Danach bin ich schon kaputt“, gibt sie augenzwinkernd zu.

Die Entscheidung der Priosierung des Volleyballs fällte sie 2009. Damals noch beim USC Münster und zuvor bei Bayer Leverkusen unter Vertrag, hatte sie zudem in Düsseldorf drei Jahre lang Medizin studiert. „Im Sommer 2009 war ich erstmals bei der Nationalmannschaft und bekam auch noch das Angebot vom SSC. Da war für mich klar, dass meine Leidenschaft zum Volleyball größer ist. Medizin gibt es ja noch nicht als Fernstudium.“

So schwenkte sie studienmäßig um und ging ihren Weg. Nur eines – und das seit ihrer Kindheit – ist geblieben. „Ich hatte schon immer unglaublichen Spaß am Bewegen. Selbst heute in meiner Freizeit bewege ich mich.“ Das heißt dann Tennisspielen. Da fand Lisa in Teamkollegin Anne Buijs eine dankbare Partnerin und in Sachen Holländisch eine gute Lehrmeisterin. „Vergangenen Sommer war ich bei Anne, da habe ich die Sprache schnell aufgeschnappt. So richtig schwer gefallen ist mir das nicht“, meint die Rheinländerin. Genauso wenig wie der Positionswechsel von der Zuspielerin zum Libero.

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