Eiskalt zu zwei astreinen Toren

Tom Weilandt fühlte sich auf der rechten Außenbahn pudelwohl und leitete mit seinem Tor zum 1:0 den Sieg ein. Scharnweber
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Tom Weilandt fühlte sich auf der rechten Außenbahn pudelwohl und leitete mit seinem Tor zum 1:0 den Sieg ein. Scharnweber

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04. November 2012, 05:49 Uhr

Rostock | Der FC Hansa setzt seine Aufholjagd in der 3. Fußball-Liga fort. Am Sonnabend besiegte er vor 9000 Zuschauern in der DKB-Arena den 1. FC Saarbrücken mit 2:0 (2:0). Damit sind die Rostocker, die unter Trainer Marc Fascher 19 von 24 möglichen Punkten holten, jetzt Fünfter, und der Rückstand auf Aufstiegs-Relegationsplatz drei beträgt augenblicklich nur noch drei Zähler.

Sechs von sieben Spielen hinten zu null

Fascher ließ Quaschner draußen und brachte erstmals, seit er im Amt ist, Plat von Beginn an. Der reihte sich zentral hinter Smetana ein, Weilandt rückte dafür rüber nach rechts. Taktisch blieb es beim Bewährten - einschließlich der Heran-gehensweise, aus einer auf hoher Disziplin beruhenden defensiven Grundordnung ohne Hast, jedoch beharrlich auf das 1:0 zu spielen.

Anfangs führten die Bemühungen nur zu einigen Annäherungen an das Tor der Gäste. Doch als dann Blum wieder mal zur Präzisions-Flanke ansetzte, schlug es auch sogleich bei Saarbrücken ein. Weilandt war der Abnehmer. Mit einem Vollspann-Volltreffer erzielte er die Führung. Es war nun schon der fünfte Treffer in dieser Saison, den Blum auf diese beziehungsweise ähnliche Weise vorbereitet hat (15.)!

Die Rostocker waren danach weiter vor allem darauf bedacht, den Gästen nichts zu gestatten. Da diese aber keine allzu große Torgefahr entwickelten (nur nach einem Freistoß von Sven Sökler musste Kevin Müller einmal mit beiden Fäusten bereinigen/42.), blieb den Weiß-Blauen genug Muße, in aller Ruhe weitere "Ausflüge" nach vorn zu initiieren. Vortrefflich, dass dabei nach 35 Minuten das 2:0 heraussprang. Diesmal war es eine Eingabe von Leemans, die genau bei Plat landete. Der nahm die Kugel gepflegt mit der Brust an, vollstreckte mit Übersicht und salutierte anschließend vor der Nord-Tribüne. Da hatte sich also die Hereinnahme des Niederländers in die Start-Elf konkret bezahlt gemacht!

Mit zwei frischen Kräften stemmte sich der 1. FCS gegen die drohende Niederlage und besaß zu Beginn der zweiten Halbzeit mehrere gute Gelegenheiten zum Anschluss. Ein Schuss des unbehelligt durch die Mitte heranbrausenden Sven Sökler verfehlte noch weit das Gehäuse (48.). Doch Laux volley aus Nahdistanz (50./nach Flanke von Jüllich knapp vorbei), Stiefler (52./scheitert an Kevin Müller) und Ziemer (57./ Außennetz) befanden sich sämtlich dicht vor dem 1:2. Der FC Hansa hatte etwas die Übersicht verloren…

Es dauerte bis zur 70. Minute, ehe endlich wieder ein bis zu Ende vorgetragener Entlastungsangriff gelang: Marcos flankte hinein, Blums Schuss war zwingend, aber Keeper Michael Müller ver-eitelte mit einer Glanzparade das 3:0 für die Gastgeber. Kurz darauf gleich noch mal Blum, doch erneut blieb ihm sein erster Treffer in einem Punktspiel für den FCH versagt (71.).

Aber jetzt lief der Ball wieder, die Rostocker hatten sich aus der Einschnürung befreit. Und spielten zum sechsten Mal in den zurückliegenden sieben Partien hinten zu null. Das 2:0 (zehnmal) ist nun wieder das häufigste Siegresultat der Hanseaten in der 3. Liga vor 2:1 (neunmal). Und für die Saarländer bleibt es dabei: An der Ostsee gehen sie stets leer aus (vorher aus ihrer Sicht in der 2. Bundesliga 1:3, 2:3 und 0:3 sowie in der Drittklassigkeit 1:2).


Trainerurteile

Marc Fascher (FC Hansa): Wir fanden richtig gut ins Spiel und zeigten eine gesunde Aggressivität. In den Zweikämpfen waren wir sehr präsent und griffig. Dafür wurden wir mit zwei astreinen Toren belohnt. Die Jungs waren vor der Kiste eiskalt. In den ersten 20 bis 25 Minuten der zweiten Halbzeit waren wir, vielleicht auch im Gefühl des sicheren Vorsprungs, etwas schläfrig. Gott sei Dank wurde dies nicht bestraft. Wir bekamen dann die Kurve und hätten sogar das dritte Tor drauflegen können. Ich bin sehr glücklich und erleichtert über diesen Sieg.


Jürgen Luginger (Saarbrücken): Nachdem wir die erste Torchance vergaben, wurde Hansa immer stärker und nutzte eiskalt seine Möglichkeiten. Wir hatten zuviel Respekt, standen nicht dicht genug an den Gegenspielern und waren nicht aggressiv genug. In der zweiten Halbzeit haben wir es sehr gut gemacht, endlich die Zweikämpfe angenommen. Aus unseren vier glasklaren Chancen müssen wir natürlich ein Tor machen. Schlussendlich war der Sieg für Hansa aber verdient.


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