Zum vierten Mal bei Olympia: Anja Dittmer : Eintrag im Geschichtsbuch ist sicher

<strong>Zum vierten Mal bei Olympia:</strong> Triathletin Anja Dittmer. <foto>dpa</foto>
Zum vierten Mal bei Olympia: Triathletin Anja Dittmer. dpa

Die Neubrandenburgerin Anja Dittmer erlebt in London ihre vierten olympischen Spiele. Die 36-jährige Triathletin freut sich riesig auf das Ereignis.

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25. Juli 2012, 05:15 Uhr

Neubrandenburg | Eine Medaille ist so gut wie nicht greifbar, vielleicht landet sie auch nur auf Platz 30 oder 50. Vieles ist möglich an diesem 4. August, wenn im Londoner Hyde Park olympisches Edelmetall im Triathlon der Damen vergeben wird. Wie groß wäre dann die Enttäuschung? Anja Dittmer muss nicht lange überlegen, um zu antworten: "Ich werde natürlich mein Bestes geben, aber ich bin erst einmal froh, überhaupt in London dabei zu sein", sagt die Sportlerin vom SC Neubrandenburg.

Als es darauf ankam, war sie zur Stelle

Denn daran, dass die 36-Jährige im "Herbst" ihrer Laufbahn noch einmal bei den Olympischen Spielen starten würde, hatten im Vorfeld nicht viele Experten geglaubt. Aber als es darauf ankam, ein Ticket für London zu lösen, war Anja Dittmer zur Stelle - wie so oft in ihrer langen Laufbahn. Bei der Championship-Series in London im August des vergangenen Jahres erfüllte sie als erste deutsche Triathletin die Olympianorm.

Jetzt erlebt sie im August ihre vierten Spiele und schreibt damit ein Kapitel Sportgeschichte. Noch nie war eine Triathletin viermal bei Olympia dabei, Anja Dittmer hat es geschafft: 2000 in Sydney, 2004 in Athen, 2008 in Peking und nun London. "Ich freue mich riesig, möchte das Ganze einfach noch einmal genießen und werde mir durch nichts die Laune verderben lassen", sagt Anja Dittmer. Ihr sportlicher Ehrgeiz ist dennoch groß, als Triathlon-Touristen tritt sie nicht an. "Zu den Favoriten zähle ich sicher nicht, aber wenn man an der Startlinie steht, will man auch sein Bestes erreichen. Und im Sport kann viel passieren, die Medaillen sind längst noch nicht vergeben", gibt sie sich kämpferisch.

Am Sonntag in Hamburg letzter Test-Wettkampf

Die Vorbereitung auf London 2012 befindet sich in der finalen Phase. Große Umfänge werden nun nicht mehr trainiert, jetzt geht es um die Feinabstimmung. Der Hamburg-Triathlon an diesem Sonntag ist ihr letzter Wettkampf vor Olympia. Bei der top besetzten Veranstaltung in der Hansestadt ist ein Großteil der Elite auf der Sprintdistanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Rad fahren, 10 km Laufen) am Start. "In Hamburg wird es zur Sache gehen, aber das passt super ins Training", meint die Neubrandenburgerin, die dort zum zehnten Mal dabei ist.

Nach dem Auftritt in der Elbmetropole ziehen sich Deutschlands Olympia-Triathleten ins Trainingslager nach Kienbaum zurück. In der Abgeschiedenheit der Mark Brandenburg ist die nötige Ruhe garantiert, nach der sich viele Athleten jetzt sehnen. "Der Trubel war zuletzt doch ziemlich groß", erzählt die SCN-Sportlerin.

Von Kienbaum geht es direkt nach London, am 4. August um 10 Uhr MESZ fällt dann der Startschuss für die Triathlon-Damen. Anja Dittmer sagt, sie habe in den vergangenen Monaten gut trainieren können, auch wenn ein paar Wehwechen nicht ausblieben. "Ich bin ja auch nicht mehr die Jüngste", meint die Neubrandenburgerin mit einem Schmunzeln. Aber sie spüre, dass sie langsam in Form komme. Was für Anja Dittmer am Ende in der englischen Hauptstadt herausspringt, wird sich zeigen. Einen Eintrag in die olympischen Geschichtsbücher hat sie aber auf jeden Fall sicher.

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