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13. Dezember 2017 | 10:25 Uhr

„Eine Erfahrung fürs Leben“

vom

svz.de von
erstellt am 25.Jan.2012 | 11:26 Uhr

„Das war eine Erfahrung fürs Leben. Dieser Verein ist die größte Nummer, die man im arabischen Raum trainieren kann. Die sind Asiens Fußballclub des Jahrhunderts geworden. Ich würde diesen Schritt immer wieder machen“, trägt es der Rostocker Thomas Finck mit Fassung: Er und sein Vorgesetzter Thomas Doll sind seit Sonntag nicht mehr Trainer des saudi-arabischen Erstligisten Al-Hilal (NNN berichteten).

Thomas Finck war in der Saison 2009/10 der 2. Bundesliga für ganze 15 Werktage (22. Februar bis 16. März 2010) bzw. vier Partien Chefcoach des FC Hansa – bis er, da „nur“ A-Lizenz-Inhaber, das Amt an seinen Kollegen Fußball-Lehrer Marco Kostmann abgeben musste und wieder Assistent wurde.

Genutzt hat damals alles Rochieren nichts – die Rostocker stiegen in die 3. Liga ab. Finck war später Chefscout beim FCH, bis er als Co-Trainer von Thomas Doll im Juli 2011 Al-Hilal mitübernahm.

Zur Trennung kam es wegen Meinungsverschiedenheiten mit Sportdirektor Sami al-Dschabir (163 Länderspiele für Saudi-Arabien, war bei vier WM dabei, eine laut Finck „absolute Ikone, ein Volksheld“ – d. Red.). Aber nicht allein deshalb.

Der 42-Jährige schildert eines der sich auftuenden Probleme: „Du darfst vier Ausländer haben. Die wurden hier, obwohl Leistungsträger, im Sommer komplett ausgetauscht (Mirel Radoi/Rumänien, Christian Wilhelmsson/Schweden, Thiago Neves/Brasilien und Young-Pyo Lee/Südkorea, alles Nationalspieler, mussten gehen – d. Red.). Zudem gab man Yassir al-Qahtani weg, Asiens Fußballer des Jahres 2007. Die Vier, die geholt wurden, sind zum Teil ordentlich, haben aber insgesamt in keinster Weise die Qualität der Abgänge. Darauf hatten wir allerdings keinen Einfluss.“

Letztlich führten mehrere Unstimmigkeiten zum Aus. „Dabei“, so der frühere DDR-Jugend-Nationalspieler, „hat die Mannschaft super funktioniert. Wir waren erfolgreich, haben neunmal in Folge gewonnen, jetzt erst die zweite von 17 Partien verloren. Aber wir sind sehr unter Druck gesetzt worden u. a. auch von Fans und Journalisten. Die wollten hier Champagnerfußball sehen…“

Trotz allem will Thomas Finck seine arabische Horizonterweiterung nicht missen. Was empfand er als am gravierendsten anders als in Deutschland? „Die Benzinpreise. Ein Liter 95er Super-Benzin, also das teurere,
kostet hier elf Cent. Wenn ich meinen Hyundai-Sportwagen vollgetankt hatte, musste ich umgerechnet sieben bis acht Euro bezahlen.“

Auch das Wohnen gestaltet sich ungewohnt. Womit nicht sein Appartement in einem Ferienpark gemeint ist, sondern die aus Furcht vor Sprengstoffanschlägen hermetisch abgeriegelte Anlage; bei den strengen Sicherheitskontrollen wird sogar mit Spiegeln unter den Autos nachgeschaut.

Finck würde gern weiter mit Doll arbeiten wollen: „Letztlich geht es darum, ob ER das will, aber es gibt hundertprozentige Aussagen, dass er seine nächste Station wieder mit mir macht.“ Das müsse nicht zwingend daheim in der 1. oder 2. Bundesliga sein: „Für mich ist es eine tolle Sache, mit Thomas Doll zusammenarbeiten zu dürfen. Ansonsten bin ich völlig offen in alle Richtungen.“

Die Auflösungsverträge der beiden sind noch nicht unterschrieben, die Verhandlungen laufen. In den nächsten Tagen werden letzte Details geklärt.


Marek Janecka bis Saisonende verpflichtet

Der FC Hansa nahm Marek Janecka vom slowakischen Erstligisten FC Zlaté Moravce unter Ver-trag. Der 28-jährige Slowake wechselt auf Leihbasis zunächst bis zum 30. Juni 2012 zu den Rostockern. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat dem Transfer zugestimmt.

Manager Stefan Beinlich zeigte sich mit der Verpflichtung zufrieden: „Wir wollten unseren Kader qualitativ
verstärken. Dies ist uns mit Marek Janecka gelungen.“


Pelzer wollte „nur ein paar Bälle kloppen“

Den gestrigen freien Vormittag verbrachten die Hanseaten auf unterschiedliche Weise. Kapitän Sebastian Pelzer zum Beispiel ging auf die Driving Range des Hotel-Golfplatzes.

„Ich will nur ein paar Bälle kloppen“, sagte der 31-Jährige, der mit dem Golfsport während seiner Zeit in England (2002/03 in Blackburn) in Berührung kam.


HANSA INTERN

Lartey ist weiter verletzt
Beim in Rostock verbliebenen Mohammed Lartey ist die Schambein-Entzündung wieder aufgebrochen. „Es wird erneut ein MRT gemacht. Das ist eine ganz schlimme Verletzung“, so Trainer Wolfgang Wolf, der den Mittelfeldmann bis Ende Februar abgeschrieben hat. „Das muss richtig ausgeheilt werden. Vielleicht kann er uns dann noch sechs oder sieben Spiele helfen.“


Das Thema Pannewitz nervt
Wolfgang Wolf nervt das ständige Gerede über Mittelfeldspieler Kevin Pannewitz, der nach Aufhebung seiner Suspendierung daheim seinen Trainingsrückstand nach Krankheit aufholt. „Das ganze Thema geht mir auf den Keks. Pannewitz hat für den Verein noch nichts geleistet. Er ist sicher ein großes Talent, dem die Zukunft gehören könnte, wenn er es in den Kopf reinkriegt. Aber er ist kein Effenberg von Bayern München“, sagte der 54-Jährige. Am Freitag will Wolf entscheiden, ob „Panne“ wieder zum Kader zählt: „Es gibt kein Rechts oder Links mehr.“

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