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Ein Trauerspiel schlapper, unfähiger Einfaltspinsel

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erstellt am 18.Mai.2010 | 12:17 Uhr

Rostock | 0:2, das Unvorstellbare ist eingetreten: Der nunmehr ehemalige Fußball-Zweitligist FC Hansa verlor gestern Abend nach dem 0:1 im ersten Duell auch das Relegations-Rückspiel gegen den FC Ingolstadt, ist damit abgestiegen und erstmals in der Vereinsgeschichte nur noch drittklassig.

Tunlichst "vergessen" worden waren im Vorfeld aus Gründen des Aberglaubens diese Hansa-Fakten: 13 Montags-Spiele in Folge ohne Sieg (4 U, 9 N, 6:26 Tore), noch nie gegen Ingolstadt gewonnen, in 14 von 34 Begegnungen der 2. Liga 2009/10 zuzüglich Relegations-Hinspiel kein Tor erzielt usw. Aber sie holten die Rostocker ein...

Resultat schmeichelhaft für primitive Rostocker

Neben den nach je fünf gelben Karten gesperrten Bülow und Schlitte fehlte im Vergleich zum Hinspiel auch Fillinger in der Start-Elf. Für sie begannen Pannewitz, Langen und Retov. Danielsson stand erstmals für den FCH in der Innenverteidigung.
Es gab keine Alternative, nur Vollgas auf der begrünten Buckelpiste. Aber Hansa machte gar keine Anstalten, das entsprechende Pedal bis zum Bodenblech durchzutreten. Zu Recht wurde das orientierungslose Umhergeirre der Anfangsphase bestraft. Retov büßte durch blamables Zweikampfverhalten den Ball im Mittelkreis ein, Schöneberg - genauso peinlich - versuchte wie ein Anfänger von außen (!) den zur Mitte strebenden Gerber aufzuhalten. Ein untaugliches Mittel. Der Ingolstädter setzte sich prompt durch, Schuss, Innenpfosten, Tor, und damit musste der FCH nun schon drei Treffer machen. Was ihm 2009/10 ganze zweimal gelang, zuletzt vor zwei Monaten… Trainer Kostmann reagierte, schickte mit Kern für Pannewitz einen zusätzlichen Stürmer auf den Platz. Doch die Rostocker brachten weiter kaum kontrollierte Aktionen zustande, wären fast noch mehr in Rückstand geraten (19./Gerber vergibt Riesenchance).

Was die Gastgeber zeigten, war ein Trauerspiel schlapper, unfähiger Einfaltspinsel (mit einer im Tor stehenden Ausnahme). Mit vernünftigem Fußball hatte das nichts zu tun. Die primitive Masche des FCH frei von jeder zündenden Idee war an Uneffektivität nicht zu überbieten.
Walke wendete gegen Hartmann den vorzeitigen

K. o. ab (36.). Erst danach gab es endlich so etwas wie Chancen. Kern versuchte es verzeifelt mit einem Hacken-Hechtflug, das war allenfalls drollig (38.). Kurz darauf indes hätte er treffen müssen nach Bartels Vorlage - aber Aufsetzer und drüber (42.).
Das 0:2 lag in der Luft (50./Danielsson rettet auf der Linie gegen Wohlfarth), der Ausgleich mitnichten! Trotzdem standen die leider nur 15 000 Fans noch immer hinter den Versagern Retov (59. lachhafter Freistoß flach in die Mauer) und Co., bis sie zum Galgenhumor übergingen: "Walke für Deutschland", "Walke in den Sturm".
Hartmann war schon frei durch auf dem Weg, Hansa endgültig den Garaus zu machen - Pfosten (65.)! Gerber band schließlich den Sack zu (78.). Die Rostocker waren auch mit vier Stürmern in den letzten 25 Minuten offensiv nur peinlich.

Rostock: Walke - Schöneberg, Danielsson, Sebastian (V), Carnell - Retov, Pannewitz (14. Kern/V) - Langen (V), Dahlén (64. Jänicke) - Bartels (46. Schied), Jóhannsson

Ingolstadt: Sejna (V) - Keidel, Pisot, Ruprecht, Fink - Metzelder, Leitl - Gerber (81. Mölzl), Buchner (79. Bambara) - Hartmann (88. Neuendorf), Wohlfarth (V)

Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg). Zuschauer: 15 000

Tore: 0:1 Gerber (8.), 0:2 Gerber (78.)

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