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Mit dem Rücken zur Wand dreht der SSC auf : Ein Spiel für die Geschichtsbücher

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Schier Unglaubliches spielte sich am Mittwochabend ab. Kaum einer der 1311 Zuschauer hätte nach dem 0:2-Satzrückstand gegen den VfB Suhl noch auf den Titelverteidiger gesetzt. Doch dann kam eine Wende der Superlative.

svz.de von
erstellt am 29.Mär.2012 | 08:19 Uhr

Schwerin | Schier Unglaubliches spielte sich am Mittwochabend in der Arena am Lambrechtsgrund an. Kaum einer der 1311 Zuschauer hätte nach dem 0:2-Satzrückstand der Schweriner Volleyballerinnen gegen den VfB Suhl einen Pfifferling noch auf den Titelverteidiger gesetzt. "Knapp verlieren wäre okay gewesen, aber nicht 0:3", meinte SSC-Kapitän Julia Retzlaff. Und die Volleyball-Anhänger waren sich einig: "Wir müssen ja nicht Meister werden, aber im Viertelfinale ausscheiden, ist ja wohl ein bisschen zu früh."

Und das dachten sich auch die SSC-Damen. Was sie ab dem dritten Satz für eine Energieleistung an den Tag legten, hat man in Volleyball-Deutschland in so einer Form sicher noch nicht erlebt. "Das Spiel hat einen Platz in den Geschichtsbüchern sicher", strahlte eine überglückliche Lisa Thomsen. Der SSC-Libero feuerte immer wieder ihre Teamkolleginnen und auch das gerade zu Beginn der Partie etwas gelähmte Publikum an. "Ich denke, man kann es in den Play-offs nicht spannender machen. Die Mädels haben heute in den ersten beiden Sätzen 100 Kilo mehr Gewicht mitgeschleppt", sagte SSC-Trainer Teun Buijs. Er musste da all seine psychologischen Erfahrungen in die Waagschale werfen. "Versucht ruhig zu bleiben und ins Spiel zu kommen, habe ich den Mädels gesagt. Es hat aber lange gedauert. Nach dem dritten Satz sind wir endlich in den Flow gekommen", war der Niederländer sichtlich erleichtert. Nach der 2:3-Niederlage in Suhl gelang seinem Team, das Normalspiel noch zum 3:2 umzudrehen und dann den Golden Set mit 17:15 zu gewinnen.

"Jetzt haben wir erst einmal ein paar Tage Ruhe, brauchen nicht über einen Golden Set nachdenken. Ich habe es gehasst, immer wieder daran erinnert zu werden, dass wir den Sch… Golden Set spielen müssen", war SSC-Zuspielerin Denise Hanke erleichtert und fügte an: "Komisch, als wir mit dem Rücken zur Wand standen, lief es." Warum das so war, das konnte sie auch nicht erklären.

Des einen Freud, des anderen Leid: "Ein Riesenglückwunsch an Schwerin, sie haben eine Riesenmoral, einen Riesenkampfgeist gezeigt. Für uns ist es total bitter. Wir wollten unbedingt die Entscheidung im Normalspiel. Aber ich muss auch meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen, wie sie im Golden Set noch mal zurückgekommen ist. Das zeigt auch, dass bei uns die Moral stimmt", zog Suhls Trainer Felix Koslowski sein Fazit. Er und seine Spielerinnen konnten einem schon Leid tun. Dieses denkwürdige Spiel wäre auch eines Finales würdig gewesen.

"Spiele gegen Vilsbiburg werden schon wieder so ein Thriller"

Doch soweit denkt der SSC noch nicht. Jetzt steht erst einmal die Halbfinal-Hürde Rote Raben Vilsbiburg im Weg - wie im Pokalfinale… "Die nächsten beiden Spiele gegen Vilsbiburg werden schon wieder so ein Thriller", blickte Teun Buijs mit einem Lachen auf das Halbfinale voraus. Spannend wird es auf alle Fälle, aber es dürfte schwer werden, den Krimi vom Mitt woch abend zu toppen… Wenn man an die Halbfinal-Paarung denkt, werden Erinnerungen an das Vorjahr wach. Auch da standen sich beide in der Vorschlussrunde gegenüber und Schwerin hatte damals das Hinspiel in eigener Halle - wie dieses Mal. Am Mittwoch um 19 Uhr kommen die Raben zum Titelverteidiger. "Mit einem Sieg können wir sie unter Druck setzen", so der SSC-Trainer. Dann kann man entspannter zum Rückspiel am Ostersamstag nach Niederbayern fahren.

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