FC Hansa Rostock : "Die OP hat zwölf Minuten gedauert"

<strong>Nach einem verkorksten Jahr</strong> will Ken Leemans (rechts, hier gegen Edisson Jordanov) in Rostock eine Leaderrolle einnehmen und durchstarten: 'Wir können eine ordentliche Saison spielen  und haben gute Chancen, in die 2. Liga zu kommen.' <foto>Georg Scharnweber</foto>
Nach einem verkorksten Jahr will Ken Leemans (rechts, hier gegen Edisson Jordanov) in Rostock eine Leaderrolle einnehmen und durchstarten: "Wir können eine ordentliche Saison spielen und haben gute Chancen, in die 2. Liga zu kommen." Georg Scharnweber

Er wurde als Leitwolf verpflichtet: Der Belgier Ken Leemans ist der neue "Sechser" im defensiven Mittelfeld beim FC Hansa. Nach seiner Verletzung will der Rotschopf beim den Hanseaten wieder durchstarten.

svz.de von
13. Juni 2012, 07:45 Uhr

Rostock | Er wurde als Leitwolf verpflichtet: Der Belgier Ken Leemans ist der neue "Sechser" im defensiven Mittelfeld beim Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock. Das Anforderungsprofil für die Position ist vielschichtig. Zweikampfstark am Boden wie in der Luft, ein gutes Auge, solides Passspiel, Kreativität und Stärken in der Organisation. Alles Attribute, die auf den 29-Jährigen anscheinend zutreffen. Schon in den ersten Einheiten wurde deutlich, dass Leemans versucht, die Leaderrolle anzunehmen. "Ich habe die Erfahrung von neun Jahren in der ersten Liga in Holland. Und man braucht solche Erfahrung auf dem Platz, um erfolgreich zu sein. Wir haben jetzt sechs Wochen Zeit, um uns als Mannschaft zu finden", sagt der Mittelfeldmann.

Frau Ivonne und Stammhalter Tjin kommen Anfang Juli

Nicht nur auf dem Rasen, sondern auch außerhalb des Platzes ist er ein wahres Organisationstalent. Während sich Hansas weitere Neuzugänge erst jetzt auf Wohnungssuche begeben, ist der 1,86-Meter-Mann bereits fündig geworden. "Ich hatte nach dem Saisonende in Holland drei Wochen Pause und war in dieser Zeit zweimal in Rostock, um alle wichtigen Dinge wie Wohnung, Versicherungen, Auto zu klären. Ich habe auch schon etwas Passendes gefunden, nur knapp fünf Minuten vom Stadion entfernt. Ab dem 1. Juli können wir einziehen", so Leemans, dessen Frau Ivonne samt Stammhalter Tjin (zehn Monate) in gut zwei Wochen nachkommt. "Mit dem Namen Tjin hatten meine Eltern im Übrigen Probleme. Es ist ein holländischer Name, den es in Belgien gar nicht gibt", erklärt Rostocks Neuer in gutem Deutsch: "Venlo liegt genau an der Grenze (vom Stadion bis nach Deutschland sind es nur 1,6 Kilometer - d. Red.), und vom Dialekt her ist es ähnlich. Immer wenn meine Frau, die ich vor neun Jahren in Venlo kennenlernte, mit ihren Eltern sprach, bekam ich so einiges von der Sprache mit. In der Schule habe ich aber nur Englisch und Französisch gelernt."

Die Kommunikation auf dem Feld funktioniert dementsprechend reibungslos: "Links, rechts, nach vorne, zurück - das ist alles nicht so schwer. Es ist auch einfacher als in Holland, wo ich mit Japanern, Afrikanern, Italienern und Türken zusammengespielt habe."

Der Rotschopf ist heiß auf Fußball, freut sich, dass die Vorbereitung begonnen hat, wenngleich sie anders als in den Niederlanden ist. "Filip Daems (belgischer Kapitän von Erstligist Borussia Mönchengladbach - d. Red.) hat mir schon gesagt, dass in Deutschland mehr gelaufen wird. In Holland waren wir auch mal im Wald, aber nicht jeden Tag. Es dauert jetzt vielleicht ein paar Tage, doch dann hat man sich daran gewöhnt", erklärt Ken Leemans, der in der vergangenen Saison wegen einer Rückenverletzung sowohl die Sommer- als auch Winter-Vorbereitung verpasste. "Am Ende der vorangegangenen Saison stellte ein Arzt in Belgien fest, dass ich mir einen Nerv im Rücken eingeklemmt hatte. Daraufhin bin ich zurück nach Venlo. Der Doktor sagte mir, dass ich vier Monate Pause machen solle und dann wieder anfangen könnte zu trainieren. Als ich das tat, traten Schmerzen auf. Da bin ich zu einem anderen Arzt gegangen, der sofort operiert hat. Die OP hat zwölf Minuten gedauert. Doch eine ganze Saison war kaputt. Ich habe nur am Ende noch drei Spiele gemacht. Jetzt bin ich aber gesund und freue mich, dass ich hier wieder Fußball spielen kann."

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