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15. Dezember 2017 | 22:47 Uhr

Die Nacht der Schwergewichte

vom

svz.de von
erstellt am 21.Mai.2010 | 09:28 Uhr

Rostock | In der Nacht der Schwergewichte macht ein Kleiner den größten Kampf. Bei der heutigen Universum Champions Night in der Rostocker Stadthalle, die um 18.30 Uhr beginnt und für die gestern noch gut 500 Karten verfügbar waren, nimmt der 1,67 m große Vitali Tajbert (Universum Hamburg) die Verteidigung seines WBC-Weltmeistertitels im Superfedergewicht in Angriff. Gegner des am Dienstag 28 Jahre alt werdenden Stuttgarters, der von seinen 20 Profikämpfen 19 gewann (6 K.o.) und einen verlor, ist der sieben Jahre ältere und drei Zentimeter größere Hector Velazquez. Der Mexikaner hat in seinen 67 Kämpfen (51 Siege/35 K.o., 14 Niederlagen, 2 Remis) alles geboxt, was Rang und Namen hat. Und 2006 wäre er um ein Haar IBF-Weltmeister im Federgewicht geworden , wenn er denn beim Punkterfolg gegen den Ukrainer Juri Woronin das erforderliche Gewicht gebracht hätte.

Im WM-Gürtel liegen 17 Jahre Blut und Schweiß

So aber läuft der Mann aus Tijuana dem großen Erfolg immer noch hinterher. Geht es nach Tajbert, bleibt das auch so. "Hector ist ein sehr gefährlicher Mann. Ich werde aufpassen", verspricht der Schützling von Trainer Magomed Scha burow. "Aber in meinem WM-Gürtel liegen 17 Jahre Blut und Schweiß. Den will ich nie mehr hergeben."

Nicht hergeben, sondern zurückholen heißt die Devise für Universum-Schwergewichtler Ruslan Chagaev, der von 2007 bis 2009 WBA-Weltmeister war und das schnellstmöglich wieder werden will. Elf Monate nach seiner K.o.- Niederlage gegen Wladimir Klitschko vor 60 000 Zuschauern in der Schalke-Arena wagt der 32-Jährige in Rostock mit Trainer Schabu row anstelle des Schweriners Michael Timm einen neuen Anlauf. Als Nr. 3 der WBA-Weltrangliste trifft Chagaev (25 Siege/17 K.o., 1 Niederlage, 1 Remis) um 23 Uhr im Hauptkampf des Abends (ZDF live) auf die Nr. 2, Kali Meehan (35/29; 3; 0). Beeindruckender als die spärlichen Meriten des bereits 40-jährigen Australiers ist indes der Mann, den er im Schlepptau hat: seinen Promoter Don King, den Mr. Profiboxen schlechthin. Der wird in Glitzerhemden und mit Steckdosen-Frisur als Paradiesvogel seit vorgestern in Rostock herumgereicht. Dass der Sieger des Kampfes das Recht erwirbt, als Pflichtherausforderer des Weltmeisters David Haye (GB) um die Krone der WBA zu boxen, verblasst beinahe vor diesem glitzernden Hintergrund.

Nicht so bei Klaus-Peter Kohl. "Für beide ist dieser Kampf von großer Bedeutung. Der Verlierer wird auf der Strecke bleiben", sagt der Universum-Boss voraus.

Meehan will Chagaev in die Boxerrente schicken

Glaubt man dem 1,96-Hünen Meehan, dann schickt der den zehn Zentimeter kleineren Chagaev in die Boxerrente. "Ruslan war Weltmeister, daher hab ich Respekt vor ihm", sagt der auf Fidschi Geborene: "Ich kann ihn trotzdem besiegen und werde das mit einem K.o. tun." Chagaev hat es etwas kleiner: "Ich bin topfit, freue mich auf Rostock und die Fans. Ich werde Meehan besiegen und beweisen, dass man wieder mit mir rechnen muss."

Mit Sergej Liakhovich stellt sich ein weiterer Ex-Weltmeister im Schwergewicht und weiterer Don-King-Schützling vor. Der Weißrusse trifft auf Evans Quinn (Nicaragua). Auch auf den dritten Profi-Kampf von Amateur-Weltmeister Jack Culcay (Halbmittel) darf man gespannt sein. Er boxt gegen Isak Tavares. Der Brasilianer sollte schon im April in Hamburg gegen den Timm-Schützling antreten, hatte sich aber wegen der Vulkanasche-Wolke nicht in den Flieger getraut.

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