zur Navigation springen
Sportticker

24. Oktober 2017 | 13:37 Uhr

Die Gesichter - Riediger und Dethloff

vom

svz.de von
erstellt am 20.Dez.2011 | 08:06 Uhr

Schwerin/Rostock | Es ist Derby-Zeit - und die Handballfans beider Lager sind wieder einmal elektrisiert. Kamen zu den Heimspielen des heutigen Gastgebers Post Schwerin in der Spielzeit bisher lediglich ca. 1250 Zuschauer im Schnitt, so waren Stand gestern Nachmittag für das ewig junge Mecklenburg-Duell gegen Erzrivale HC Empor Rostock laut Schwerins Marketingchef Burkhardt Tiedt bereits "an die 2000 Karten verkauft".

Während Tiedt sich gestern mit Hanniball, dem Maskottchen der DHB-Nationalmannschaft, auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt in der Landeshauptstadt machte, bevor Hanniball dann im heutigen Derby seinen zweiten großen Auftritt bei einem Post-Heimspiel haben wird - hieß das "Zauberwort" für beide Teams Abschlusstraining.

Was denken die Spielführer über den jeweils anderen?

Mit dabei die Kapitäne - Stephan Riediger und sein Rostocker Pendant Jens Dethloff. Was denken die Spielführer über den jeweils anderen?

Dethloff: "Er ist ein guter Abwehrmann, ein ehrgeiziger Typ und mit Schwerin verwurzelt."

Riediger: "Jens ist eine Kämpfernatur, stellt sich stets in den Dienst der Mannschaft - ein ganz anderer Typ als ich. Er ist ein kleiner Kreisläufer, der viel läuft; ich ein großer, der viel steht. Das Gesicht bei Empor, das einzige, ist Dethloff", verkündet Riediger zur Empor-Truppe.

Aber auch bei den Postlern spielt Riediger nicht nur wegen des Kapitänsamtes eine besondere Rolle. "So viele Urgesteine gibt es nicht mehr", bemerkt Stephan. In der Tat: Neben den 1,96-m-Mann zählt beim SV Post aktuell noch Linksaußen Alexander "Peter" Rauch dazu.

Riediger und Dethloff - so manche Derby-Schlacht haben sie schon geschlagen. Der eine feierte am 15. November seinen 31. Geburtstag, der HCE-Mann ist 15 Monate jünger. Und dennoch erlebte Dethloff, der bereits "mit 18 in der 1. Mannschaft stand" sein erstes Mecklenburg-Duell fünf Jahre früher. Riedigers Derby-Taufe war "nach dem Erstliga-Abstieg im Jahr 2005". Und er möchte daran gar nicht gerne erinnert werden. War die 31:32-Niederlage an der Waterkant schon bitter, so ist das folgende 22:22 am 15. März 2006 geradezu unvergessen. Riediger traf seinerzeit zum 22:19 knapp zwei Minuten vor Schluss und alles schien pro Schwerin zu laufen. "Ich stand vor der Halle, weil ich es drin nicht mehr aushielt", erinnert sich der damals verletzte Dethloff noch genau. "Im Radio hörte ich dann, wie wir aufkamen. Zum Schluss war ich wieder drin". So konnte Jens live miterleben, wie der später gleich fünf Jahre bis zur Vorsaison für den TV Bittenfeld spielende Tscheche Ludek Drobek nach dem Schlusspfiff mit einem direkt verwandelten Freiwurf aus 14 Metern zum HCE-Ausgleich traf!

Ja, Riediger brauchte gleich fünf Anläufe für seinen ersten Derby-Erfolg. "Was lange währt, wird endlich gut", so sein Kommentar dazu. Seit dem 22:16 im Herbst 2007 gelangen den Postlern - zumindest in eigener Halle - vier Derby-Siege in Folge. "Und das soll so bleiben", verkündet Riediger mit dem Zusatz versehen: "Weil wir die bessere Mannschaft an sich sind!" Das sieht Dethloff natürlich ganz anders: "Ich freue mich drauf. Wir brauchen in unserer Situation (Tabellendrittletzter - d. A.) jeden Punkt, müssen vorn konzentriert spielen, die Chancen nutzen und dürfen den Gegner nicht in den Gegenstoß kommen lassen."

Was wäre es allerdings für ein Derby, wenn’s davor verbal nicht zur Sache geht. So vermeldeten die Küstenstädter am Montag, dass ihr Spielmacher Michal Bruna mit Muskelfaserriss sechs Wochen ausfalle und in Schwerin auf gar keinen Fall spielen könne. Riediger glaubt dem kein Wort: "In der Vorsaison hatte ,Brunek angeblich einen Achillesseh nen anriss und war dann dabei. Mit ihren ganzen Verletztengeschichten braucht uns die Rostocker Seite gar nicht erst zu kommen. Gegen Schwerin spielen die alle!"

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen