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Denise Hanke deutsche Volleyball-Nationalmannschaft : Die Chefin und der Kampfpilot

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Sechs Jahre hat Denise Hanke als Zuspielerin die Geschicke des aktuellen Volleyball-Double-Gewinners Schweriner SC gelenkt. Jetzt wird Denise von Schwerin nach Istanbul umziehen.

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erstellt am 18.Jul.2013 | 06:49 Uhr

Schwerin | Sechs Jahre hat Denise Hanke als Zuspielerin die Geschicke des aktuellen Volleyball-Double-Gewinners Schweriner SC gelenkt. Aber wenn die Heim-Europameisterschaft (6. bis 14. September) vorbei ist, wird Denise von Schwerin in die Weltstadt Istanbul umziehen. Sie wird dort für den Spitzenverein Eszaczibasi spielen, und neben ihr freut das auch ihren Freund Hannes. "Wir werden uns viel häufiger als bisher sehen", erzählt Denise Hanke. Hannes ist nämlich Kampfpilot bei der Bundeswehr und hat seine Ausbildung in den USA hinter sich. Und kann seine Freundin am Wochenende außerhalb der Dienstzeiten jetzt im schönen Istanbul besuchen. Natürlich ganz brav mit der Linienmaschine und nicht mit dem Kampfjet.

Denise Hanke versucht schon türkisch zu lernen und holt sich Tipps von ihrer Zimmerkollegin Christiane Fürst. Die spielt für den Istanbuler Konkurrenzverein Vakifbank und hat unter der Regie von Bundestrainer Giovanni Guidetti gerade das Triple aus Champions League, Meisterschaft und Pokal gewonnen.

Mit dem Schweriner SC hat Denise Hanke in Halle/Westfalen in 2012 und 2013 schon zwei mal den nationalen DVV-Pokal gewonnen und von daher freut sie sich auf ihre Rückkehr in die ostwestfälische Eventstätte. Das Guidetti-Team bestreitet ab dem 6. September in der ostwestfälischen Lindenstadt die Vorrundenspiele gegen die Niederlande, Türkei und Spanien. Anschließend stehen im 10 500 Zuschauer fassenden Gerry Weber Stadion die Play-offs bzw. die Viertelfinalspiele an. "Da herrscht unter den Zuschauern immer eine tolle Volleyball-Euphorie", so Hanke. "Auf die setze ich auch, wenn wir dort mit der Nationalmannschaft spielen."

Hanke hat mit dem Schweriner SC zweimal in Serie das Double geholt und kommt mit der Empfehlung, eine der talentiertesten "Chefinnen" zu sein. Das gilt als Spielmacherin auf dem Feld - aber auch abseits des Sports. Die 23 Jahre alte Frau hat nämlich ihr Studium im Unternehmensmanagement bereits erfolgreich abgeschlossen. Eine Ausbildung für potenzielle Führungskräfte.

"Direkt als Chef anzufangen, wäre sicher voreilig. Aber es ist schon so, dass man mit dieser Ausbildung auf Managerebene einsteigen kann", sagt sie. Später will Denise Hanke noch ein Fernstudium im Sportmanagement anschließen. Ein Praktikum auf der Geschäftsstelle des Schweriner SC hat sie schon gemacht. Es könnte also durchaus sein, dass sie nach der Karriere mal irgendwo als Managerin auftaucht.

Bis es so weit ist, hat sie - gerade erst beim deutschen Gewinn der Europa League als beste Aufschlägerin im Endrunden-Turnier ausgezeichnet - allerdings als "Chefin" auf dem Spielfeld noch große Pläne. Speziell, wenn sie an die Heim-EM denkt: "Wir waren Vize-Europameister 2011, natürlich sind da die Erwartungen hoch. Aber wir müssen uns auf uns konzentrieren und den Trubel nebensächlich werden lassen."

Ob das für das Team Deutschland perfekt funktioniert, wird auch ganz stark auch von ihr und der anderen Zuspielerin, Kathleen Weiß oder Lena Möllers, abhängen. Es ist im Volleyball so, dass eine ganz besondere Verantwortung auf dem Spielmacher liegt. Dabei will Denise Hanke im realen Leben eigentlich gar nicht unbedingt die Chefin sein: "Ich füge mich schnell überall ein. Ich dränge mich nicht in den Vordergrund, aber wenn man mich braucht, bin ich da. Auch wenn ich etwas organisieren soll." Das gilt für Kino- oder Restaurant-Abende mit Freunden genauso wie für ihren Umzug nach Istanbul.

"Der Verein dort sieht sehr viel Potenzial in mir. Ich will mich sportlich wie persönlich weiterentwickeln", sagt Hanke: "Das wird bestimmt cool." Zumal ihr Kampfpilot sicher häufiger bei ihr einfliegen wird…

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