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Hansas Teammanager René Chaberny : Der Ansprechpartner Nummer eins

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René Chaberny ist am 28. Dezember geboren. Dazu sagt er: "Das war die Grundvoraussetzung." Denn der 28. 12. ist der Geburtstag auch des FC Hansa. Nur dass der Fußballverein neun Jahre früher "zur Welt kam."

Rostock | René Chaberny ist am 28. Dezember geboren. Dazu sagt er: "Das war die Grundvoraussetzung." Denn der 28. 12. ist der Geburtstag auch des FC Hansa. Nur dass der Fußballverein (und in diesem Falle zugleich Arbeitgeber) neun Jahre früher "zur Welt kam" als sein Verantwortlicher für die Lizenzmannschaft mit der offiziellen Bezeichnung Teammanager.

"Hansa ist schon meine Liebe. Der Verein steht bei mir an erster Stelle, das weiß auch meine Freundin und hat viel Verständnis dafür. Die Spieler wissen, wir finden immer eine Lösung , haben immer ein Ohr für sie. Hier herrscht ein herzlicher Umgang. Wir sind eine Familie, das punktet unwahrscheinlich viel", fasst Chaberny sein Wirken sowie das von Zeugwart Andreas Thiem und Physiotherapeut Frank Scheller zusammen - jenes Trios, das am allerengsten an der Truppe dran ist.

Als Kind war er Boxer und spielte Tischtennis

Selbst Fußball gespielt hat René nur auf dem Bolzplatz. Boxen (bei Dynamo) und Tischtennis (Post) hat er als Kind ausprobiert. Nach der 10. Klasse lernte Chaberny im damaligen Hotel Warnow Koch. Im Anschluss war er Zivi im DRK-Fahrdienst, machte auf dem zweiten Bildungsweg sein Abitur und studierte anschließend in Berlin Wirtschaftsingenieurwesen.

Gleich zweimal weilte der gebürtige Rostocker zwischenzeitlich zum Praktikum beim FC Hansa, roch dabei überall ein bisschen rein. Durch Umstrukturierungen innerhalb des Vereins erweiterte sich peu à peu sein Aufgabenbereich. Bis er 2007 fest angestellt wurde und sich seitdem um die Profis kümmert mit allem, was dazu gehört.

Wenn die Saison erst wieder richtig anfängt, obliegen dem 36-Jährigen bei Auswärtsspielen auch die Hotelplanungen und -bestellungen einschließlich An- und Abreise. Dabei hat er genaue Vorgaben vom Trainerteam, die Grundvoraussetzungen sind, um die passende Mannschaftsunterkunft zu finden - und natürlich muss der Preis stimmen.

"Immer wieder schön ist, wenn ich ein Hotel anrufe und die dortige Mitarbeiterin mir sagt, dass sie ja auch aus Rostock stammt und den FC Hansa gerne in ihrem Haus begrüßen würde. Dann gehen die Verhandlungen natürlich gleich viel leichter. So war es zum Beispiel bei der Partie in Aalen."

Nur das Essen gehört nicht zu Chabernys Aufgabenspektrum: Was auf den Tisch kommt, legt Frank Scheller fest.

Die Reisen mag der Organisations-Verantwortliche für die Zweitliga-Kicker eigentlich ganz gern (zumal sie jetzt wieder deutlich kürzer ausfallen als in der 3. Liga). Am Abend vor einer Auswärtspartie kann er sogar mal ein wenig relaxen: "Ich freue mich immer, wenn ich im Hotel ein Zimmer mit Badewanne habe - danach suche ich allerdings nicht aus, dafür habe ich andere Parameter..."

Am Anfang einer jeden Saison sorgt der Teammanager aber erst einmal dafür, dass sich die Neuzugänge schnell in Rostock einleben: Er vermittelt Wohnungen/Häuser, regelt offene Fragen mit Ämtern oder Ausländerbehörde, kümmert sich um vorübergehende Unterbringung im Hotel, hilft bei der Suche nach Schul- und Kindergartenplätzen, organisiert, wenn nötig, Autos usw.

"Man kriegt natürlich vieles mit als Erster auf den Tisch, ich sehe die Jungs ja mehr als meinen Freundeskreis" - Chaberny ist für die Profis des FCH der Ansprechpartner Nummer eins und damit auch Bindeglied zwischen der Mannschaft und Trainer Peter Vollmann sowie Manager Stefan Beinlich.

An Spieltagen befindet sich René Chaberny "komplett in meiner eigenen Welt. Da bin ich richtig angespannt, versuche aber natürlich, mir das nicht anmerken zu lassen."

Im Alltag ist er dagegen ganz locker. Da bringt er gern auch den Stolz darüber zum Ausdruck, mit Leuten wie Axel Schulz oder Juri Schlünz zusammenarbeiten zu dürfen, die live zu erleben er einst als Fan "60 Pfennig Eintritt bezahlte zu einem Spiel der DDR-Liga gegen Vorwärts Stralsund".

Mit dem Koordinator Sport Axel Schulz - an dem er die Ruhe bewundert, die er stets ausstrahlt - teilt sich René Chaberny in der Geschäftsstelle ein Büro: "Wir sind ein eingespieltes Team, bei uns herrscht kontrolliertes Chaos." Und beide eint die Vorliebe zur unauffälligen Arbeit im Hintergrund.

René Chaberny zitiert

  • „Unser Dresscode sieht eigentlich ein weißes Hemd vor, aber ich ziehe immer ein schwarzes an. Denn alle dreimal, in denen das vorige Saison nicht so war, haben wir verloren – wie beim VfB Stuttgart II, als ich einen weißen Hansa-Kapuzenpullover anhatte und das Spiel 0:3 endete.“
  • „Bei Heimspielen halte ich mich immer hinter dem Gäste-Tor auf. Da feuere ich unsere Jungs an. Aber vor allem mache ich mir Notizen über gelbe Karten, Auswechslungen, besondere Vorfälle, um das nachher abgleichen zu können, denn ich muss auch den Spielbericht vom Schiedsrichter unterschreiben.“
  • „Ich will, dass die Spieler sich wohl fühlen, und strebe dabei aus eigenem Antrieb nach Perfektion. Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Verschwiegenheit – das ist für mich das Credo.“
  • „Ich werfe unseren Neuen nicht einfach ’ne Zeitung hin und sage, hier sind Wohnungen drin, such dir was aus, sondern ich höre mir an, was sie sich wünschen. Damit sie gleich merken, wir als FC Hansa sind eine Familie.“
  • „Für die neue Saison habe ich ein gutes Gefühl, weil wir jetzt mehr personelle Möglichkeiten haben. Und irgendwann möchte ich mal mit Hansa international spielen bzw. durch die Gegend reisen. Das ist mein Traum.“
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erstellt am 15.Jun.2011 | 07:11 Uhr

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