Wertvollste Spielerin der Volleyball-Bundesliga : Denise Hanke: "Ich fühle mich geehrt"

Die beste Spielerin der Liga: SSC-Zuspielerin Denise Hanke (l.) setzt in dieser Szene ihre Teamkollegin Anja Brandt im Angriff ein. Dietmar Albrecht
Die beste Spielerin der Liga: SSC-Zuspielerin Denise Hanke (l.) setzt in dieser Szene ihre Teamkollegin Anja Brandt im Angriff ein. Dietmar Albrecht

Denise Hanke vom Schweriner SC ist die beste Spielerin der Bundesliga. Die 23-Jährige liegt nach Abschluss der Hauptrunde in den Wertungen zur wertvollsten Spielerin und in der Aufschlagstatistik auf dem ersten Rang.

svz.de von
14. März 2013, 06:41 Uhr

Schwerin | "Es ist immer mein Ziel, konstant gut zu spielen und mich noch weiter zu verbessern", formulierte Denise Hanke Anfang der Saison ihre sportliche Premisse. Und besonders in der vergangenen Spielzeit und auch in der gerade abgelaufenen Bundesliga-Hauptrunde ist das der SSC-Zuspielerin bravourös gelungen. Der Lohn für die harte Arbeit: Zum zweiten Mal hintereinander beendet die Regisseurin des amtierenden deutschen Meisters und des frischgebackenen Pokalsiegers die Bundesliga-Hauptrunde als wertvollste Akteurin. Zehn Mal bekam die 23-Jährige die Gol denen MVP-Medaillen von den Trainern der Gegner überreicht. In der vergangenen Spielzeit hatte sich "Nisi", wie sie allgemein genannt wird, den MVP-Titel mit elf Nominierungen gesichert. Zudem liegt Denise auch in der Aufschlagstatistik ganz vorn. Die 23-Jährige erzielte mit dem Service 49 direkte Punkte - im Schnitt 0,64 Punkte pro Satz.

"Ich fühle mich geehrt. Als Zuspielerin fällst du ja eigentlich gar nicht so auf", freut sich Denise Hanke einmal mehr über diese Auszeichnung. Doch sie will die Lorbeeren keineswegs allein für sich in Anspruch nehmen und verweist auf die Qualität ihres Teams. "Es ist ein Zeichen unserer Ausgeglichenheit. In anderen Mannschaften sorgt immer eine Spielerin für die Big Points. Wir haben eine Super-Annahme, ohne sie könnte ich unsere starken Angreiferinnen gar nicht so variabel einsetzen." Und das soll auch in den am 30. März beginnenden Play-offs so weitergehen.


Bachelor-Arbeit im Sommer abgeben

Diese erfolgreich zu bestreiten, erklärt die gebürtige Berlinerin erst einmal als Nahziel, dafür stieg die Mannschaft nach ein paar Tagen Kurzurlaub gestern Abend wieder ins Training ein. Gleichzeitig möchte Denise bis zum Sommer, bevor es mit der Nationalmannschaft richtig rund geht, ihre Bachelor-Arbeit geschrieben haben. "Das ist mein Plan. Ich habe noch drei, vier Wochen Unterricht und eine Woche dann Prüfungen. Die Bachelor-Arbeit wird so sechs bis acht Wochen dauern", erklärt die Studentin für Unternehmensmanagement am Baltic College in Schwerin. Denn mit der DVV-Auswahl hat sie Anfang September bei der EM im eigenen Land ja so einiges vor.

Und wie sieht ihre sportliche Zukunft aus? Viele Fans stellen sich spätestens seit der Pokal-Titelverteidigung die Frage: Bleibt "Nisi" oder nicht? "Dazu kann ich noch gar nichts sagen. Eigentlich möchte ich nicht weg. Ich fühle mich hier zu Hause. Es kann ja sein, dass Schwerin ein super Angebot raushaut", sagt die SSC-Spielführerin, die ihre sechste Saison in Schwerin bestreitet. Eines steht jedoch fest: "Wenn ich gehe, gehe ich ins Ausland." Allzu verständlich. Denn mit welchem Bundesliga-Club sollte sie an die jüngsten Erfolge mit dem letztjährigen Doublegewinn, dem diesjährigen Pokalsieg und Champions-League-Achtelfinale anknüpfen können? SSC-Teamleitungsmitglied Michael Evers hatte kürzlich erklärt, dass man bei Denise Hanke an die finanzielle Schmerzgrenze gehen wolle.

Diese Entscheidung fällt erst später, eine andere in diesen Tagen. Für ihren Freund Hannes Lücke, der derzeit seine Ausbildung zum Kampfflieger in den USA absolviert, entscheidet sich "ob er noch drei Jahre in den USA bleibt, oder nach Deutschland zurückkommt", erzählt die Nationalspielerin. Sie betont aber zugleich: "Für meine sportliche Zukunft ist das aber nicht relevant, ob Hannes zurückkommt oder nicht."

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