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Schweriner Volleyballerinnen gewinnen Spitzenspiel : Den USC förmlich niedergerungen

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Münster und Schwerin haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten viele packende Auseinandersetzungen geliefert. Die gestrige passte in diese Linie, schon lange nicht mehr brodelte der Berg Fidel so wie am Sonntag.

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erstellt am 29.Jan.2012 | 07:43 Uhr

Münster | Als Michaela Jelinkova vergangene Woche gefragt wurde, was sie sich in den anstehenden Heimspielen gegen die Spitzenklubs Schwerin, Vilsbiburg, Suhl und Dresden ausrechne, hat die Zuspielerin des USC Münster geantwortet: "Ein, zwei Siege sollten schon herausspringen." Nüchtern betrachtet, haben die Unabhängigen gestern die erste Chance nicht genutzt, im Bundesliga-Klassiker gegen Schwerin unterlagen sie 2:3 (-22, -17, 22, 20, -8).

Münster und Schwerin haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten viele packende Auseinandersetzungen geliefert. Die gestrige passte in diese Linie, schon lange nicht mehr brodelte der Berg Fidel so wie gestern. Dabei deutete einige Zeit vieles auf einen für die heimischen Fans wenig unterhaltsamen Nachmittag hin. Zwei Sätze lang dominierte der Meister die Partie im Stile eines Souveräns. Schwerin schlug prächtig auf, nahm glänzend an und schloss humorlos ab. Bundesliga-Volleyball nahe an der Perfektion; gelegentlich konnte man den Eindruck gewinnen, als sei das Treiben der Gäste computergesteuert.

Münster war chancenlos, hastete Rückständen erfolglos hinterher und wirkte ziemlich überfordert. Es spielte Hase gegen Igel. Erst im dritten Abschnitt verschoben sich die Kräfteverhältnisse. Der USC nahm endlich das Herz in die Hände und wurde mit jedem Ball mutiger. Schwerin war augenscheinlich überrascht und zeigte erstmals Wirkung. Fortan gab Münster dem kleinen Pflänzchen Hoffnung Wasser, die Zuschauer feuerten ihre Mannschaft stehend an, die lange einseitige Begegnung wurde mehr und mehr zu einem großen Spiel. Was Münster im vierten Durchgang aufs Feld brachte, genügte tatsächlich sehr hohen Ansprüchen. Es war nicht gut, es war besser. Die Mannschaft spielte sich in einen Rausch, alle machten mit, aber eine stach heraus: Lonneke Sloetjes. Die junge Niederländerin forderte die Bälle, bekam sie und drosch sie dem SSC serienweise um die Ohren und vor die Füße, klasse. "Lonneke ist 21 und die erste Saison in der Bundesliga. Sie kann in diesem Sport sehr groß werden", sagte Schwerins Trainer Teun Buijs anerkennend über seine Landsfrau.

Nun ist es im Sport so, dass jungen Spielerinnen oft noch die Stabilität fehlt. Sloetjes macht da keine Ausnahme. Denn als es gestern in den ultimativ letzten Satz ging, leistete sich die Angreiferin eine kleine Schwächephase. Ihre Mitspielerinnen ließen sich anstecken und schwupps waren die Gäste fünf, sechs Punkte weg. Derartige Rückstände sind im Tiebreak besonders schmerzhaft, Münster erholte sich nicht mehr.

Trainer Axel Büring trug das 2:3 mit Fassung. "Ich bin enttäuscht darüber, dass wir verloren haben. Aber ich muss meiner Mannschaft auch ein Kompliment machen. Wer zwei Sätze lang beherrscht wird und den Meister dann doch noch in den Tiebreak zwingt, hat sich das verdient", fasste der 44-Jährige die Dinge zusammen. SSC-Coach Teun Buijs meinte: "Die ersten beiden Sätze waren richtig gut. Im dritten Satz hat unsere Aufschlagqualität nachgelassen. Wir haben dann auch ein paar unnötige Fehler gemacht. Im Tiebreak war unser Start super."

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