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13. Dezember 2017 | 17:55 Uhr

Das Team war keines

vom

svz.de von
erstellt am 19.Mai.2010 | 07:35 Uhr

Rostock | Grüppchenbildung, Feierprofis und vermeintliche Leitwölfe ohne das entsprechende Auftreten: Das sind die wahren Gründe für den erstmaligen Absturz des FC Hansa Rostock in die Bedeutungslosigkeit der Drittklassigkeit.


Viele Probleme der Ostseestädter waren hausgemacht. Nach der Saison 2008/09 mit der Rettung am letzten Spieltag sollte ein radikaler Schnitt erfolgen und mit einem neuen Kader der Umschwung eingeläutet werden. Allerdings griffen Manager René Rydlewicz und der damalige Trainer Andreas Zachhuber (Ende Februar beurlaubt) bei der Zusammenstellung des Teams kräftig daneben. Die Mannschaft wuchs im Fortlauf der vergangenen Spielzeit nie zu einer echten Einheit zusammen. Zu viele unterschiedliche Charaktere und Ego-Zocker verdarben den Teamgeist. Das Paradebeispiel: Martin Retov. Der Däne, der als Kapitän eigentlich vorangehen sollte, war meist der erste Spieler, der nach dem Training rasch das Vereinsgelände verließ. Und spätestens nach der Enteierung durch Zachhuber, der ihn als "Höhepunkt" für die Partie in Oberhausen aus dem Kader strich, schien der Däne mit dem Kapitel Hansa abgeschlossen zu haben. Anders sind einfachste Fehlpässe und Ballverluste, die in schöner Regelmäßigkeit zu Gegentreffern führten, einfach nicht zu erklären.


Hinzu kam, dass Leistungsträger der Vergangenheit wie Enrico Kern und Mario Fillinger nicht an ihre gute Form anknüpfen konnten oder wollten. Während Kern häufig mit Verletzungen zu kämpfen hatte, fand Fillinger zuletzt kaum mehr statt. Dennoch bot ihn Chefcoach Marco Kostmann überraschend im Regelations-Hinspiel auf. Was der gebürtige Sachse auf dem Platz anbot, genügte letztlich nicht einmal Drittliga-Ansprüchen.

Weiter vorangetrieben wurde der Verfall der Mannschaft im Winter. Mit den Isländern Gardar Jóhannsson, Helgi Valur Danielsson, dem Schweden Andreas Dahlén schuf man sich innerhalb der Truppe ein weiteres Grüppchen (dazu gehörte auch Retov). Zudem fühlten sich die jungen Nachwuchskicker um Felix Kroos, Tom Buschke oder am Ende auch Tobias Jänicke (nur noch Minuten-Einsätze) mehr und mehr ausgegrenzt. Fürs Training waren sie gut genug, gespielt haben sie in der Regionalliga.


Nicht zuletzt kamen auch Undiszipliniertheiten außerhalb des Platzes hinzu. Im September 2009 fielen einige Kicker auf einer Tunnelparty negativ auf, zogen auch sonst gerne mal um die Häuser, wo sie häufig von Fans gesehen wurden. Belangt worden ist kaum jemand. Der Einzige, der wegen unprofessioneller Spielvorbereitung eine Strafe bekam (Suspendierung für die Partie beim FC St. Pauli), war Youngster Kevin Pannewitz.

Ganz sicher hätten die Verantwortlichen öfter auf den Tisch hauen müssen. Den Vorwurf, die Leine zu lang gelassen zu haben, müssen sich Rydlewicz & Co. gefallen lassen.

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