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Schweriner SC : Das Pokal-Halbfinale ist gebucht

vom

Der deutsche Volleyballmeister bezwang vor 1098 Zuschauern in der heimischen Arena Stuttgart nach 107 Minuten mit 3:1 und zog damit in das Halbfinale ein. Es war der sechste Erfolg in der Bundesliga und im Pokal.

svz.de von
erstellt am 20.Nov.2013 | 10:21 Uhr

Tags zuvor hatte sie es noch ausgeschlossen, aber dann war sie doch da: Saskia Hippe, vor der Saison als Leitfigur für die umformierten jungen Bundesliga-Volleyballerinnen des Schweriner SC verpflichtet und seit Anfang des Monats durch einen Kreuzbandriss außer Gefecht gesetzt, war gestern Abend überraschend Zaungast beim Pokal-Viertelfinale zwischen dem SSC und Allianz MTV Stuttgart. Und beim 3:1 (1ˆ, -22, 22, 15) zwischen dem amtierenden Cupgewinner und seinem direkten Vorgänger – vor den Schweriner Erfolgen 2012 und 2013 hatten die Baden-Württembergerinnen 2011 den „Pott“ geholt – ging „Sassi“ gemeinsam mit der ebenfalls dauerverletzten Anja Brandt sowie den 1098 Zuschauern durch ein Wechselbad der Gefühle.

Schwerin legte gut los. Außenangreiferin Jana Poll strotzte nur so vor Selbstvertrauen, Veronika Hroncekova kam immer wieder über die Mitte durch, und sogar Libero Janine Völker konnte sich in die Liste der Punktesammler eintragen. Nach einem umkämpften Ball baggerte sie – oberhalb der Netzkante angreifen dürfen die Abwehrspezialisten bekanntlich nicht – den Ball ins Stuttgarter Feld. Dieser Punkt zum 5:3 brachte die Fans endgültig richtig in Wallung. Der SSC stand stabil im Block, in der Abwehr wurden die Bälle quasi vom Boden gekratzt und im Angriff setzte auch die am Sonnabend noch so enttäuschende Carina Aulenbrock („Das war des erste Mal, dass ich beim SSC in der Startformation stand. Da war ich super nervös und wollte zuviel“, kommentierte sie ihren Auftritt beim 3:1 gegen Aachen.) immer wieder Akzente. Der 25:21-Satzgewinn war die logische Folge.

Aber dann ging ein Riss durchs Schweriner Spiel, während die Gäste einen Lauf hatten. „Im zweiten und bis Mitte des dritten Satzes hatte Stuttgart praktisch nur einen einzigen Fehler im Angriff. Die haben wirklich jeden Ball totgemacht“, analysierte Schwerins Trainer Felix Koslowski später diese Phase. Konsequenterweise ging Durchgang zwei mit 25:22 an den MTV. In Satz drei lag er gar mit 16:11 vorn, und man musste für Schwerin Böses befürchten. Aber plötzlich klappten zwei, drei Blocks und in der Abwehr wurden wieder Bälle geholt – und der SSC war wieder da. Carina Aulenbrock und Jana Poll, immer wieder Veronika Hrontchekova und Ivana Isailovic kamen durch, und dann war da ja auch noch Lousi Souza Ziegler: Die Brasilianerin packte immer wieder den sprichwörtlichen Hammer aus und machte mit einem Kracher aus der zweiten Reihe den 25:22-Satzgewinn perfekt.

Damit war der Stuttgarter Widerstand gebrochen, Durchgang vier eigentlich nur noch eine Formsache. Von Beginn an zog Schwerin einsam seine Kreise, über die Stationen 8:5, 16:8 und 20:11 rückte der Matchball näher. Da entwickelte sich dann Stuttgarts Alessandry Jovy-Heuser zur tragischen Figur: Mit einem Angriff, der an der Netz-Antenne landete, besorgte sie die Spielbälle für Schwerin. Den zweiten verwandelte sie mit einem Aufschlag in Aus gleich selbst.

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