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Schweriner 1000-m-Weltmeister Stefan Nimke : Das "Phänomen" landet nächsten Coup

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Was 1997 im australischen Perth mit Bronze im 1000-m-Zeitfahren begann, endete am Donnerstag im australischen Melbourne mit Gold. Für Stefan Nimke schloss sich bei Bahnrad-Weltmeisterschaften Down Under so der Kreis.

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erstellt am 06.Apr.2012 | 10:07 Uhr

Schwerin/Melbourne | Was 1997 im australischen Perth mit Bronze im 1000-m-Zeitfahren begann, endete am Donnerstag im australischen Melbourne mit Gold. Für Stefan Nimke schloss sich in Bezug auf Bahnrad-Weltmeisterschaften Down Under somit der Kreis. Dazwischen liegen in den 15 Jahren weitere zwölf WM-Medaillen (5 x Gold, 7 x Bronze). "Es war definitiv meine letzte Weltmeisterschaft. Und meine letzte WM-Medaille", erklärte der Schweriner vom Track Cycling Team Mecklenburg-Vorpommern gleich nach seinem Sieg nochmals. Er hat ja auch eine beeindruckende WM-Bilanz hingelegt. Mit seinem vierten Einzel-Titel im Zeitfahren reihte er sich in einen kleinen, erlesenen Kreis ein. Nur Lothar Thoms für die DDR, der Franzose Arnaud Tournant und der von der Queen geadelte Brite Sir Chris Hoy haben Vergleichbares geschafft.

Standing Ovations vom australischen Publikum

Das Publikum in der Hisense-Arena huldigte Nimke mit Standing Ovations, der 34-Jährige zeigte nach seinem Glanzstück die Siegerfaust. Mehr Edelmetall soll es bei Weltmeisterschaften für den Schützling von Trainer Ronald Grimm nicht geben. Nach London will sich der Polizeimeister-Anwärter wieder mit mehr Nachdruck seiner Ausbildung widmen, die er im August 2013 abschließen will. Auch Ehefrau Marlen und die Kinder Luise (10) und Charlotte (8) sollen mehr Aufmerksamkeit bekommen.

"Ich war in den letzten Monaten extrem viel unterwegs. Bis Olympia geht das noch weiter. Dann ist Schluss. Ich will schließlich auch was von den Kindern haben", erklärte Nimke, der bereits gestern die Heimreise von Melbourne antrat. "So bin ich Ostern bei meinen Lieben und habe ein paar mehr Tage, die ich zu Hause verbringen kann, bevor es Ende April in die Olympiavorbereitung geht", mailte Nimke unserer Redaktion.

Er fühlt sich aber anscheinend ein bisschen hin- und hergerissen: "Einerseits ist da die enorme Freude über die Titelverteidigung. Andererseits ist da ein bisschen Wehmut, wenn man weiß, eigentlich, ich sage bewusst eigentlich, ist es mein letztes 1000-m-Rennen bei einer WM oder sogar meine letzte WM gewesen." Nachtigall, ick hör dir trapsen!

Nur knapp magische Minutenmarke verfehlt

Der Schweriner raste in 1:00,082 Minuten (WM-Rekord) zu seinem vierten Kilometer-WM-Titel nach 2003, 2007 und 2011. Ein fünfter fiele da wohl nicht mehr so schwer ins Gewicht. Aber etwas anderes: Es sind nur diese läppischen acht Hundertstel, die ihm an der magischen Minutenmarke fehlen. "Da ist noch etwas offen", sagte Nimke. Es muss ja nicht gleich nächstes Jahr sein: "Wenn man noch so ein Leistungspotenzial hat, spricht nichts dagegen, in zwei Jahren in irgendeiner Form weiterzumachen. Man soll niemals nie sagen."

"Wenn er noch die Schallmauer durchbrochen hätte, wäre das ein krönender Abschluss gewesen. Aber auch so war es eine Top-Leistung, die Hochachtung und Respekt verdient", sagte Bundestrainer Detlef Uibel und fügte an: "Er ist ein Phänomen."

Erstmal greift Nimke nun jedoch das Ziel London an. Eine weitere Goldmedaille hat er im Visier. Die Krönung wäre für ihn, nach 2004 in Athen nochmals Olympiasieger im Teamsprint zu werden. Der Kilometer wurde ja nach 2004 aus dem Programm gestrichen.

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