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Neuer Trainer der Schweriner Volleyballerinnen Teun Buijs eingetroffen : Das Hobby zum Beruf gemacht

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Gestern fuhr Teun Buijs in seine neue sportliche Heimat Schwerin ein. Der Niederländer übernimmt beim deutschen Frauen-Volleyball-Meister Schweriner SC die Nachfolge des norwegischen Trainers Tore Aleksandersen.

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erstellt am 28.Jul.2011 | 09:24 Uhr

Schwerin | Gestern am späten Mittag fuhr Teun Buijs in seine neue sportliche Heimat Schwerin ein. Der Niederländer übernimmt beim deutschen Frauen-Volleyball-Meister Schweriner SC die Nachfolge des norwegischen Trainers Tore Aleksandersen. Mit im Auto saß seine 19-jährige Tochter Anne, die ebenfalls zur neuen Saison beim SSC anheuerte. Und im Gepäck hatte der 51-Jährige sein Fahrrad - eben Holländer. "Ich mag die Natur und ich denke, hier in der Umgebung kann man ganz gut Rad fahren. Eine Stunde spazierengehen würde aber auch schon reichen", so der neue Chefcoach.

Volleyball ist sein Leben, mit 14 Jahren fing er an, diesen Sport selbst zu betreiben. Und er schaffte es nach ganz oben. 312 Mal stand er im Mittelblock und im Außenangriff für die Niederlände am Netz - Platz fünf bei den Olympischen Sommerspielen in Seoul 1988 war sein größter Erfolg. 1993 beendete er seine aktive Laufbahn als Spieler und fand sein Glück im Traineramt. "Jeder Mensch muss Geld verdienen. Und ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht", so der ehemalige Weltklasseakteur, bei dem auch bei seinem privaten Glück Volleyball eine große Rolle spielt. Seine Frau Irene war ebenfalls niederländische Nationalspielerin. Da liegt es ja wohl auf der Hand, dass der Nachwuchs sich am hohen Netz versucht. Wie Anne verschrieb sich auch der 23-jährige Sohn Tom diesem Sport, wechselt zur neuen Saison aus der niederländischen 2. Liga ins Oberhaus. "Beide haben es anfangs mal mit Tennis versucht, aber es war schnell klar, dass sie Volleyball spielen wollen", erzählt Teun Buijs schmunzelnd.

In seinem Trainerdasein durchlebte er einige Stationen, sammelte viel Erfahrungen in niederländischen Nachwuchs-Nationalteams sowohl im Jungen- als auch im Mädchenbereich, als Assistent von Hollands Frauen-Nationaltrainer Avital Selinger, als Chefcoach der Männerteams in Lausanne und zuletzt in Bottrop. Jetzt wechselt er wieder in den Frauenbereich. "Männer- und Frauen-Volleyball sind total unterschiedlich. Bei den Männern ist die Blockabwehr sehr wichtig, bei den Frauen die Feldabwehr. Bei ihnen gibt es wesentlich längere Ballwechsel. Und noch ein großer Unterschied ist, dass bei den Damen die Rolle sehr wichtig ist. Jede Spielerin braucht eine Rolle, im Spiel, im Team, im Umfeld. Bei ihnen sind alle Details wichtig", erklärt er aus seiner Erfahrung und sieht darin beim SSC wieder eine neue Herausforderung.

Und die Rolle des Trainers? "Da gibt es vier. Erstens die Übungen, Technik und Taktik beizubringen. Zweitens einen guten Kontakt mit den Spielerinnen zu pflegen, dass sie sich wohlfühlen und sich auch untereinander gut verstehen. Drittens die taktische Analyse des Gegners. Und viertens die Rolle des Motivators: Energie, Aggressivität und positives Reden." Teun Buijs bezeichnet sich selbst als eher ruhig, er kann aber auch mal anders, wie er sagt. Die Volleyballanhänger aus Schwerin und Umgebung können sich auf den neuen Mann an der Seitenlinie der SSC-Damen freuen.

Er selbst freut sich auf Schwerin. "Hier kann ich mich weiterentwickeln und natürlich auch die jungen Spielerinnen. Der Mix in Schwerin ist sehr gut. Ich war lange Zeit in Holland, aber ich denke, im Ausland kann ich eine Menge dazulernen, wie schon in Bottrop. Der Schweriner SC ist ein großer Verein mit einer großen Geschichte. Ich bin als Trainer noch nicht fertig und als Mensch auch noch nicht. Ich versuche, jeden Tag ein bisschen dazuzulernen."

Jetzt wird er sich schnell in Schwerin einleben. Vater und Tochter wohnen allerdings getrennt. Buijs Frau bleibt aus beruflichen Gründen in Amsterdam. Ein bisschen was von der MV-Landeshauptstadt wie das Schloss und die Altstadt hat der Niederländer bereits gesehen. Wie auch Wismar und Boltenhagen bei seinen bisherigen Kurztrips nach Schwerin zu den Vertragsverhandlungen. "Es ist ein bisschen wie zu Hause - flaches Land und viel Wasser."

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