Hansa unterliegt in Unterhaching verdient mit 0:3 : „Das hat mit Fußball nichts zu tun“

Hansa-Abwehrchef Matthias Holst (rechts, hier im Duell mit dem Hachinger Andreas Voglsammer, der später das 3:0 markierte) konnte die 0:3-Schlappe der Rostocker bei der SpVgg nicht verhindern. Eibner-Pressefoto
Hansa-Abwehrchef Matthias Holst (rechts, hier im Duell mit dem Hachinger Andreas Voglsammer, der später das 3:0 markierte) konnte die 0:3-Schlappe der Rostocker bei der SpVgg nicht verhindern. Eibner-Pressefoto

„Das hat mit Fußball nichts zu tun“, skandierte die Mehrzahl der gut 1000 mitgereisten Hansa-Anhänger am Sonnabend Mitte der zweiten Hälfte beim 0:3 des nordostdeutschen Fußball-Traditionsclubs in Unterhaching.

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29. Juli 2012, 04:06 Uhr

„Das hat mit Fußball nichts zu tun“, skandierte die Mehrzahl der gut 1000 mitgereisten Hansa-Anhänger am Sonnabend Mitte der zweiten Hälfte beim 0:3 des nordostdeutschen Fußball-Traditionsclubs in Unterhaching. „Die Fans haben uns toll unterstützt. Dass es am Ende Frust gibt, ist völlig normal. Wenn ich dort stehen würde, wäre ich genauso“, sagte FCH-Abwehrchef Matthias Holst.

Die junge Elf des Gastgebers zeigte dem neu zusammengestellten und gegenüber dem 2:1-Auftaktsieg über die Stuttgarter Kickers auf vier Positionen veränderten Team der Rostocker die Grenzen auf. Hansa-Trainer Wolfgang Wolf musste Mohammed Lartey (Schambein-Entzündung) ersetzen. Zudem verbannte er Edisson Jordanov, Ondrej Smetana und Denis Berger auf die Bank. Vor allem die Herausnahme von Letztgenanntem – immerhin mit einem Tor und einer Vorlage Matchwinner gegen die Kickers – kam überraschend. „Einige Dinge im Training sind in der vergangenen Woche nicht so gelaufen, wie ich mir das gewünscht hatte“, erklärte Wolf und fügte an: „Außerdem haben wir mit Denis Berger gegen Stuttgart ja auch nicht besser gespielt.“

Aber zumindest gewonnen! Von einem Sieg waren die Ostseestädter im Sportpark Unterhaching meilenweit entfernt. Das lag vor allem daran, dass die Offensivreihe um die Stürmer Johan Plat und Lucas Albrecht in einem 4-4-2-System die Bälle in die Spitze nicht verwerten beziehungsweise derart sichern konnte, dass die gesamte Mannschaft aufrücken konnte. „Wir hatten Probleme im Spielaufbau. Die Abstände zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen ist momentan noch zu groß. Daran sieht man, dass wir uns noch finden müssen“, so Holst.

Zu Beginn lief es zunächst ganz passabel. Die Gäste stellten die Räume geschickt zu und gewährten den Rand-Münchenern kaum Entfaltungsmöglichkeiten. Plat verpasste einen Pass von Leemans nur knapp (1.). Anschließend neutralisierten sich beide Teams, bis der Unterhachinger Thee nach einem Konter frei vor Müller im FCH-Tor auftauchte. Allerdings verzog der Angreifer (23.) genauso wie auf der Gegenseite Plat nach Kopfball-Vorlage von Leemans (32.).

Wenig später machte Thee es aber besser. Rostocks Kapitän Sebastian Pelzer klärte einen Eckball nur ungenügend. Thee zieht ab, trifft FCH-Innenverteidiger Wolf, der die Kugel unhaltbar abfälscht – 1:0 (36.).
Eine Minute später verletzte sich Rick Geenen (Bänderdehnung im Knöchel) bei einer Rettungstat. Für ihn rückte Mendy nach hinten, dessen Platz wiederum nahm Jordanov ein.

Leemans (44./Schuss aus elf Metern geblockt) und Blum (60./aus der Drehung über das Tor) hatten einen möglichen Ausgleich auf dem Fuß. Doch es kam anders. Zunächst musste Wolf nach einem Ballverlust von Jordanov eine Grätsche gegen Yilmaz ansetzen – Gelb-Rot (73.). Und in Überzahl gehörte die Schlussphase schließlich Dominik Rohracker. Der 23-jährige Einwechsler der SpVgg, der bei einem Probetraining in Rostock durchfiel, sorgte mit dem 2:0 für die Entscheidung (78.) und legte zum 3:0 durch Voglsammer auf (88.). „Wir haben uns das natürlich anders vorgestellt. Doch wir kamen nicht in die Zweikämpfe und ließen den Hachingern, die ihre Schnelligkeit und Wendigkeit ausnutzen konnten, zu viel Raum“, erklärte Holst.

Trainerurteile:

Wolfgang Wolf (FC Hansa): Wir stellten etwas um, wollten besser gegen den Ball agieren. Das hat auch ganz gut funktioniert. Wir ließen kaum Chancen des Gegners zu, kassierten nach einem Eckball aber doch ein dummes Gegentor. In der zweiten Hälfte wollten wir mit den Wechseln mehr Druck ausüben. Das ist uns auch gelungen. Allerdings haben wir uns dann selbst in die gelb-rote Karte gespielt. Das war die Entscheidung. Nachdem wir unsere Chancen vergeben hatten, war mir klar, dass ein Konter von Unterhaching kommen würde.

Claus Schromm (Unterhaching): Wir hatten eigentlich nicht damit gerechnet, dass der Gegner nach einem gewonnenen Spiel so viele Änderungen in der Start-Elf vornimmt. Aber das hat uns dann doch nicht so stark beeinflusst. Mit dem Defensivverhalten bin ich sehr zufrieden. Nach vorne fehlte uns bis kurz vor Schluss oftmals der entscheidende letzte Pass.

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