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Für Hansa ist ihnen kein Weg zu weit : Damen vom Darß sind optimistisch

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Für ihren Heimatverein ist ihnen kein Weg zu weit: Edith Schmidt aus Barth und Christel Bilharz aus Prerow reisten gestern extra zum Vormittags-Training an, um ihrem FC Hansa zum 47. Geburtstag zu gratulieren.

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erstellt am 28.Dez.2012 | 07:45 Uhr

Rostock | Für ihren Heimatverein ist ihnen kein Weg zu weit: Edith Schmidt aus Barth und Christel Bilharz aus Prerow reisten gestern extra zum Vormittags-Training an, um ihrem FC Hansa zum 47. Geburtstag zu gratulieren. Dick eingepackt und mit heißem Kaffee versorgt, verfolgten die zwei Damen vom Darß bei Temperaturen nahe am Gefrierpunkt auf Campinghockern die knapp zweistündige Einheit der Profis. "Ich habe eine Jahreskarte und sehe mir jedes Heimspiel an. Seit ich nicht mehr arbeite, habe ich ja auch die Zeit", sagt die 70-jährige Bilharz.

"In dieser Saison stabilisieren und dann neu angreifen"

Die agile Rentnerin verfolgt genau die Geschehnisse beim Fußball-Drittligisten, stimmte auch bei der Mitgliederversammlung für den neuen Aufsichtsrat ab. "Trotz der langen Sitzung bin ich bis zum Schluss geblieben, um zu wählen. Ich saß übrigens genau zwischen den Ultra-Fans und habe mich mit ihnen unterhalten. Da nehme ich kein Blatt vor den Mund", so Bilharz. Und auch hinsichtlich der sportlichen Zukunft der Hansestädter vertritt sie eine klare Meinung. "Sie müssen zusehen, dass sie sich in der 3. Liga stabilisieren und in der nächsten Saison wieder angreifen. Dann ist auch wieder der Aufstieg möglich."

Ähnlich sahen es die anderen der knapp 250 Fans, die der Geburtstags-Einladung an den Trainingsplatz an der Kopernikusstraße folgten. Bereits am Abend zuvor hatten einige Anhänger am Gedenkstein vor der DKB-Arena ein zünftiges Feuerwerk zur Ehren ihres FC Hansa abgebrannt. Jetzt ließen sie bei Glühwein, Kinderpunsch und kleinen Leckereien das Jahr Revue passieren. Wer ein Autogramm von seinem Liebling erhaschen wollte, musste jedoch Geduld aufbringen, zog Marc Fascher sein Pensum doch bis 11.30 Uhr durch, ehe am Nachmittag ein weitere kraftraubende Laufeinheit durch den Barnstorfer Wald folgte. "Das ist nicht schlimm, ich bin es gewohnt. Jetzt geht es unter die Dusche und dann zum Mittagessen", sah Abwehrchef Matthias Holst das straffe Programm gelassen.

Glaubt man Hansa-Fan Peter Kempe, der einst noch den Vorgängerverein SC Empor erlebte, dann hat das Team eine akribische Vorbereitung in der Winterpause auch dringend nötig. "Sie können froh sein, wenn sie in der Rückrunde Platz zehn halten. Wir sollten zusehen, dass wir eine solide Grundlage für die nächste Saison legen und dann neu angreifen", sagte der Rostocker.

Dass der "Neustart" ohne den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Bernd Hofmann über die Bühne gehen wird, wurde von einigen anwesenden Hansa-Anhängern sogar bedauert: "Er hat den Verein wieder auf eine finanziell solide Basis gestellt. Schade, dass er unter dem Druck zurückgetreten ist", sagte Mi-chael Hellwig. Der frühere Verbands-

liga-Spieler des Rostocker FC war über die Weihnachtszeit auf Heimatbesuch. "Ich bin ein Rostocker Junge und hänge am FC Hansa. Vielleicht können sie ja in der Rückrunde noch eine kleine Serie starten und noch mal oben angreifen. Schließlich kann in dieser 3. Liga jeder jeden schlagen", hofft der 33-Jährige.

"Wenn wir Talente abgeben, sollte sich das finanziell auszahlen"

Optimistisch wollen auch die beiden Damen vom Darß bleiben, wobei Christel Bilharz regelrecht ins Fachsimpeln geriet. "Bei den Spielertransfers müssen wir cleverer auftreten. Wenn Vereine ein Angebot für eins unserer Talente wie Edisson Jordanov abgeben, sollte sich das finanziell auszahlen. Dann sind wir auf einem guten Weg."

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