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17. Oktober 2017 | 09:48 Uhr

Brand: "Wir waren heute schwächer"

vom

svz.de von
erstellt am 17.Apr.2011 | 08:37 Uhr

Schwerin | Der Kreis hat sich für Heiner Brand in Sachen Schweriner Sport- und Kongresshalle nach Lage der Dinge geschlossen. Als Spieler weilte der Gummersbacher im Januar 1977 beim IX. Ostseepokalturnier in Schwerin. Die bundesdeutsche Mannschaft, in der neben Brand die weiteren 78er Weltmeister Ehret, Hofmann, Klühspies, Spengler und Deckarm standen, unterlag seinerzeit gegen die UdSSR und Polen und wurde Vierter. Der Turniersieg ging - der Vollständigkeit halber - an die DDR durch ein 19:13 im Finale gegen die UdSSR.

Als Bundestrainer war es gestern die vierte Brandsche Visitenkarte seit 1999 in der MV-Landeshauptstadt. Und Heiner Brand wahrte seine weiße (Schwerin)-Weste. Wenn auch das 32:30 (17:17) gestern vor den 4850 Zuschauern über Norwegen wenig glanzvoll war. Nach Lage der Dinge dürfte es der letzte Train er-Auftritt in Schwerin gewesen sein. Auch wenn sich Brand weiter bedeckt hält, wie es mit ihm weitergeht, so spricht vieles dafür, dass nach den beiden EM-Qualifikationsspielen im Juni vorzeitig Schluss ist. "Ich werde mich zu gegebener Zeit zu meiner Zukunft äußern, das kann durchaus vor dem Spiel gegen Österreich der Fall sein, vielleicht im Mai. Dann werde ich mich auch zu anderen Problemen im Handball äußern", hatte Brand nach dem 33:25-Erfolg gegen Norwegen am Sonnabend in Rostock verkündet. Gestern meinte der 58-Jährige sibyllinisch nach der blassen Partie: "So was hilft dem Trainer bei manchen Entscheidungen..."

Im Duell von Deutschland 1A (ohne sechs) gegen Norwegen 2B (ohne zehn, nur mit Akteuren aus der heimischen Liga) führte das DHB-Team schnell mit 8:3 (10.) , um dann ebenso flott gegen die quirligen Skandinavier nachzulassen. "Wir waren heute schlechter, Norwegen besser und hätten uns nicht beklagen können, wenn es hier ein Unentschieden gegeben hätte. Mit der Leistung kann man nicht zufrieden sein", so Brand. Er gab sich selbst eine "Mitschuld", indem es die Abwehr auf 4 plus 2 umstellte, um was zu probieren. "Die Mannschaft muss dazu einfach in der Lage sein. Doch es fehlte die Schnelligkeit in den Beinen ebenso wie die Begeisterungsfähigkeit. In der zweiten Halbzeit fanden wir lediglich durch Kampf ins Spiel zurück." Zudem könne es laut Brand nicht sein, dass etwa der Flensburger Jakob Heinl "bei unserem Tempospiel nach zehn Minuten stark pumpt und ich ihn auswechseln muss. Auch wenn es zum Saisonende zugeht. Es sind alles Profis, was sollen die NBA-Basketballer da sagen!"

Sein Gegenüber Robert Hedin, der in der Spielzeit 2001/02 für einige Monate das Trikot von Post Schwerin in der 1. Bundesliga trug, war hingegen sehr zufrieden: "Diese Jungs habe ich bisher nur in der Liga gesehen, sie haben Talent. Es sieht gut aus für die Zukunft." Vom WM-Kader hatte der Schwede in Nachbars Diensten nur drei dabei. Zugleich bestätigte Hedin, dass Kreisspieler Frank Løke - er trug auch einst für eine Spielzeit das Trikot des SV Post - "aus disziplinarischen Gründen keine Rolle mehr spielt.

Am Ende drehte ausgerechnet der zuvor blasse Lars Kaufmann nach dem bis dahin völlig verdienten 22:24 -Rückstand (51.) mit seinen Toren zum 24:24 und 25:25 die Partie. Und ein tolles Anspiel des Göppingers auf Adrian Pfahl vor dem 26:25 (47.) brachte die DHB-Sieben auf endgültig Siegkurs. Unübersehbar ist allerdings die Schwäche am Kreis. Ob Heinl, Manuel Späth oder Fast-Neuling Patrick Wiencek - das deutsche Trio konnte sich eine Scheibe vom Norweger Einar Sand Koren (6 Tore) abschneiden.

Statistik

  • Deutschland: Heinevetter (erste Halbzeit), Ziemer (zweite Halbzeit), Lichtlein (nicht eingesetzt) – Klein, Heinl 5, Groetzki 2, Kaufmann 3, Weinhold 2, Haaß, Roggisch, Pfahl 7/5, Herth 3, Christophersen 6, Allendorf, Späth 3, Richwien 2, Wiencek (n.e.)

  • Norwegen: Medhus (erste Halbzeit), Dahl (zweite Halbzeit), Tovås (n.e.) – Hansen 2, Lindboe 5/2, Koren 6, Stegavik 5, Paulsen 1, Tangen 2, Reinkind 1, Kristensen, Egeland, Tønnesen 1, Gullerud 2, Spanne, Jøndal (n.e.)

  • Siebenmeter: Deutschland 5/5, Norwegen 2/2. Zeitstrafen: Deutschland 2, Norwegen 6 Minuten.
  • Schiedsrichter: Michael Johansson, Jasmin Kliko (Schweden).
  • Zuschauer: 3600
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